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GEW-Umfrage: Schon angehende Lehrer leiden unter hohem Stress

ERFURT. Erste Praxistests vor der Schulklasse, Pauken bis in den Abend. Lehramtsstudenten müssen einer Umfrage zufolge jede Menge Stress aushalten.

Angehende Lehrer sollten besser unterstützt werden, fordert die GEW. ( Foto: Crashmaster/Flickr CC BY-NC 2.0)

Angehende Lehrer sollten besser unterstützt werden, fordert die GEW. ( Foto: Crashmaster/Flickr CC BY-NC 2.0)

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Thüringen hat vor einem zu hohen Druck auf Lehramtsstudenten während der Vorbereitungszeit gewarnt. Die hohe Belastung und die steigende Krankheitsanfälligkeit in der 24-monatigen Ausbildung vor dem zweiten Staatsexamen müssten abgebaut werden, sagte GEW-Landeschef Torsten Wolf in Erfurt bei der Vorstellung der Ergebnisse eine Umfrage unter Lehramtsanwärtern. So hätten knapp 80 Prozent der Befragten über eine starke oder sehr starke Stressbelastung geklagt. An der Umfrage zu Jahresbeginn nahmen 369 von insgesamt 946 angehenden Lehrern aus dem Freistaat teil.

Bildungsminister Christoph Matschie (SPD) betonte, dass Thüringens Schulen wegen des hohen Altersdurchschnitts dringend junge Lehrer benötigten. Derzeit würden 400 Lehrer pro Jahr neu eingestellt. Allerdings wachse der Bedarf weiter, da bis zum Schuljahr 2022/23 rund 5000 Vollzeitstellen neu besetzt werden müssten. Er kündigte zugleich an, die Regelungen für die Lehrerausbildung zu überprüfen und möglicherweise anzupassen. Insgesamt habe die Ausbildung in Thüringen aber einen guten Ruf. So wolle die Mehrheit der angehenden Lehrer im Freistaat bleiben und an Thüringer Schulen arbeiten. Nur 21 Prozent der Befragten hätten eine Hochschule außerhalb Thüringens besucht.

Die GEW forderte neben einer Absenkung der hohen Belastung außerdem den Aufbau eines unabhängigen Zentrums für Lehrerausbildung. Auch müsse eine Teilzeitregelung für die Anwärter möglich sein, betonte Wolf. Zudem müsse eine Übernahmegarantie für Lehramtsanwärter mittels befristeter Verträge geschaffen werden. Dies lehnte Minister Matschie ab. Auf die «Bestenauslese» könne nicht verzichtet werden. dpa

Zum Bericht: Studie: Zu viele Lehrer ausgebrannt – Philologen: Arbeitszeit runter!

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