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Lehrerausbildung: Wende strebt doch noch Kompromiss mit Unis an

KIEL. Im Bildungsausschuss des Landtags stellte Waltraud Wende ihre Pläne zum Ausbau der Lehrerausbildung an der Uni Flensburg vor. Nach ihrer Ansicht sollen alle Lehrer die Schüler bis zum Abitur führen können. In der Sache blieb Schleswig-Holsteins umstrittene Bildungsministerin hart. Über die Fächerzahl könne aber noch geredet werden. Physik und Chemie könnten demnach ausschließlich in Kiel bleiben.

Ein Kompromiss-Signal im Streit um die künftige Lehrerausbildung in Schleswig-Holstein: Wissenschaftsministerin Waltraud Wende zeigt sich bei der Fächerzahl für die Uni Flensburg offen. Das signalisierte die parteilose Politikerin in Kiel. Im Bildungsausschuss des Landtags blieb Wende aber sowohl bei ihren grundsätzlichen Plänen für die Sekundarlehrerausbildung in Flensburg als auch bei ihren Kostenberechnungen.

Gehörig unter Druck: Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Waltraud Wende. (Foto: Steffen Voss/Bildungsministerium Schleswig Holstein)

Gehörig unter Druck: Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Waltraud Wende. (Foto: Steffen Voss/Bildungsministerium Schleswig Holstein)

Das Ministerium kalkuliert für den Ausbau in Flensburg mit gut 1,3 Millionen Euro für Personal im Jahr und einmalig 1,2 Millionen für Investitionen. «Das wird so hinkommen», sagte Wende vor Journalisten. «Wir haben das noch mal nachgerechnet», sagte sie. Die Uni Kiel und andere Kritiker gehen von weit höheren Summen aus.

Die Ministerin will für Flensburg dabei bleiben, alle Sekundarschullehrer dort für die Klassen 5 bis 13 auszubilden. «Da wird es keine Änderungen geben», sagte Wende, die für ihren Kurs die Rückendeckung von Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat. Nach ihrer Ansicht sollen alle Lehrer die Schüler bis zum Abitur führen können. Einen Sekundarlehrer nur bis Klasse 10 soll es demnach nicht mehr geben. Dies widerspricht auch dem Wunsch der Grünen. Bis Anfang nächster Woche wollen die Koalitionsfraktionen hier einen Konsens erreichen.

Über die Zahl der Fächer in Flensburg könne noch geredet werden, sagte Wende. Gegen 13 Fächer in der Sekundarstufe II statt der zunächst vereinbarten 7 wehrt sich die Kieler Uni massiv. Sie befürchtet in der Folge Einbußen für die eigene Hochschule. Wende sagte, sie wolle am Freitag mit der Uni Flensburg reden und am Montag mit den Kielern. Am Dienstag soll es ein gemeinsames Gespräch aller Beteiligten geben. Bisher waren Konsensgespräche zwischen beiden Hochschulen gescheitert.

Nach Wendes Darstellung soll der Kieler Uni-Präsident Gerhard Fouquet am 27. März noch keine Bedenken zu den 13 Fächern geäußert haben. «Dreimal hat Herr Fouquet Ja gesagt», sagte Wende. Eine Woche später habe er sie dann nicht mehr für akzeptabel gehalten und behauptet, nicht informiert worden zu sein. Die von ihr vorgesehene Anhebung auf 13 statt 7 Fächer in Flensburg sei Ergebnis der Anhörung gewesen, sagte Wende. Auch Kiel müsse seine Hausaufgaben machen, sich bewegen und sich darüber im Klaren sein, dass die Lehrerbildung ein Herzstück ihres Profils sei. Auch müsse hier der Praxisbezug erhöht werden.

Die Kieler Universität kalkuliert bei dem angestrebten Ausbau in Flensburg allein für Labore mit einem Mehrbedarf von 55 Millionen Euro. Diese Summe würde Wende zufolge einem Neubau mit höchstmöglichem Forschungsniveau von 5500 Quadratmetern entsprechen. Davon könne im Fall Flensburg nicht die Rede sein. Dort gebe es moderne Labore, die erst 2002 eingerichtet worden seien. Bei den Kosten für Flensburg habe man sich nicht an Spitzenforschungs-Unis orientiert, sondern an kleinen Standorten.

In einem langen Powerpoint-Vortrag legte Wende detailliert ihre Pläne, Zahlen und Fakten dar, bevor die ungeduldige Opposition mit ihren Fragen zum Zuge kam.

Auf Antrag der CDU schilderte Wende in ihrem über zweistündigen Auftritt auch, welches Verhandlungsangebot ihr Haus inzwischen den Unis gemacht hat: Demnach sollten Physik und Chemie nun doch nicht auch nach Flensburg gehen, sondern ausschließlich in Kiel bleiben. Dafür würde Flensburg die Kunst nicht wie vorgesehen nach Kiel abgegeben. (dpa)

zum Bericht: Streit um Lehrerbildung: Wende bleibt hart – Grüne wollen Änderungen

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