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Sächsischer Lehrerverband kritisiert Schneckentempo beim Einstellungsverfahren

DRESDEN. Seit einem Monat (Bewerbungsschluss 4. April 2014) liegen dem Sächsischen Lehrerverband zufolge  in den fünf Regionalstellen der Sächsischen Bildungsagentur über 2.000 Bewerbungen zur Einstellung in den Schuldienst des Freistaates vor. Noch kein einziger Bewerber habe bislang eine Nachricht erhalten.

„Die jungen Lehrerinnen und Lehrer haben sich meist in mehreren Bundesländern beworben und werden nicht ewig warten. Wenn nicht bald Einstellungszusagen erfolgen, ist der Zug abgefahren und da braucht man auch nicht über Rückholaktionen nachdenken“, beschreibt Jens Weichelt, Landesvorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes, die Situation.

Die erfreulich hohe Zahl der Bewerbungen verteilt sich jedoch nicht entsprechend der Bedarfe nach Schularten, Fächern und Regionen. Erfahrungsgemäß verfügt die Hälfte der Interessenten über einen Abschluss als Gymnasiallehrer. Es ist absehbar, dass für die Schularten Grundschule, Förderschule und Oberschule (zumindest in den meisten Regionalstellen) die Bewerberdecke sehr dünn ist.

„Die Zahl der Bewerber für bestimmte Regionen, Schularten und Fächer wird nicht ausreichen. Es kann deshalb nur eine Option geben: sofort einstellen!“, fordert der SLV-Landesvorsitzende. Nach Berechnungen des Sächsischen Lehrerverbandes müssen im Jahr 2014 für über 1.130 ausscheidende Lehrkräfte Ersatzeinstellungen erfolgen (mindestens ca. 350 Grundschullehrer, 300 Oberschullehrer, 300 Gymnasiallehrer, 150 Förderschullehrer und 30 Berufsschullehrer). Kommt die ungeminderte „Rente mit 63“ wird sich die Zahl insbesondere im Grundschulbereich deutlich erhöhen. Zum 1.2.2014 wurden bereits 150 neue Lehrer unbefristet eingestellt. Nach Auffassung des Sächsischen Lehrerverbandes sind zum 1. August 2014 mindestens 1.000 Einstellungen notwendig, um ausscheidende Pädagogen zu ersetzen.

Steigende Schülerzahlen, die Zunahme der Integration behinderter Schüler in Regelschulen und die zusätzliche Bereitstellung von Arbeitsvermögen für die Lehrerausbildung erfordern darüber hinaus zusätzliche Neueinstellungen.

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