Startseite ::: Nachrichten ::: Städtetag warnt vor Konkurrenz von Real- und Gemeinschaftsschule

Städtetag warnt vor Konkurrenz von Real- und Gemeinschaftsschule

STUTTGART. Städtetags-Geschäftsführer Stefan Gläser wirft der grün-roten Landesregierung vor, Gräben zwischen Real- und Gemeinschaftsschulen zu ziehen. Die CDU-Fraktion befürchtet im ländlichen Raum weiße Flecken auf der Schullandkarte.

Wenn Grün-Rot nicht das Zusammenwachsen von Haupt-/Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschule fördere, drohe ein instabiles dreigliedriges Schulsystem, betonte der Verband anlässlich einer Anhörung des Bildungsausschusses des Landtags zur regionalen Schulentwicklung in Stuttgart. Deutlich mehr als 90 Prozent der zum kommenden Schuljahr 214 Gemeinschaftsschulen seien nur aus einer Haupt- beziehungsweise Werkrealschule entstanden und nicht aus einer Realschule. Etwa 400 Realschulen und auf Sicht eine ungefähr gleichgroße Zahl an Gemeinschaftsschulen würden um eine schwindende Schülerschaft konkurrieren.

Das Kultusministerium unterstrich, die Bereitschaft der Realschulen, eine Gemeinschaftsschule zu werden, habe zugenommen. In der dritten Tranche zum kommenden Schuljahr würden zwölf Realschulen ihren Betrieb als Gemeinschaftsschule aufnehmen. Damit habe sich die Zahl gegenüber der zweiten Tranche mit vier Realschulen erhöht. Zudem würden zwei weitere Realschulen einen gemeinsamen Verbund mit einer Gemeinschaftsschule bilden.

Als erforderliche Schritte der Annäherung nannte der Geschäftsführer des Städtetages, Stefan Gläser, die Verteilung von Klassenstufen auf mehrere Standorte bei mindestens vierzügigen Schulen sowie die Unterstützung von Schulverbünden aus Gemeinschaft- und Realschule. Überdies müssten Real- und Gemeinschaftsschule die gleichen Ressourcen erhalten. Zudem sollten die Gemeinschaftsschulen bei Pädagogik und Ganztagsbetrieb mehr Spielräume erhalten, etwa leistungsbezogene Kurse einrichten dürfen.

Gläser sagte, solange das Land «Gräben zieht» zwischen Real- und Gemeinschaftsschulen, bleibe die Schulentwicklung ganz von der Sicherung der Standorte bisheriger Haupt- und Werkrealschulen durch Umwandlung in Gemeinschaftsschulen geprägt. Ein Sprecher von Kultusminister Andreas Stoch (SPD) betonte, das Land arbeite an dem Zwei-Säulen-Modell und versuche nicht, einen Keil zwischen Real- und Gemeinschaftsschulen zu treiben.

Aus Sicht der FDP im Landtag ist der grün-rote Gesetzentwurf zur regionalen Schulentwicklung eine «teils auf Schulschließungen und die Privilegierung der Gemeinschaftsschule zugeschnittene, teils bürokratisch-inflexible Schaufensterveranstaltung». Sie bringe keinerlei echtes Mehr an Eigenverantwortung vor Ort. Denn die letzte Entscheidung bleibe nach wie vor bei der Schulverwaltung – und nicht bei den kommunalen Schulträgern. Die CDU im Landtag befürchtet infolge der regionalen Schulentwicklung «weiße Flecken» auf der Schullandkarte, insbesondere im ländlichen Raum, und deshalb unzumutbar lange Wege zur nächstgelegen Schule für die Schüler. (dpa)

zum Bericht: Hintergrund: Wie Baden-Württemberg auf rückläufige Schülerzahlen reagiert

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*