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Studie gibt gute Noten für verkürztes Lehrer-Referendariat

DÜSSELDORF. Lehrer sein will gelernt sein. In NRW wurde das Referendariat für Pädagogen um ein halbes Jahr auf 18 Monate verkürzt. Die angehenden Lehrer werden dabei nicht sich selbst überlassen. Sie bekommen Coaching und Beratung – und das kommt offenbar gut an.

Die verkürzte Referendarzeit für Lehrer stößt bei den angehenden Pädagogen und ihren Ausbildern auf Zustimmung. Dies ist das Resultat einer in Düsseldorf vorgestellten, repräsentativen Studie unter knapp 400 Befragten. Seit Ende 2011 ist das Referendariat für Lehrer in NRW um ein halbes Jahr verkürzt auf 18 Monate. Neu eingeführt wurde unter anderem eine Beratung mit Coachingelementen und sowie ein Eingangs- und Perspektivgespräch für die angehenden Lehrer. In NRW gibt es derzeit 14.000 Lehramtsanwärter.

Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) zeigte sich bei der Vorstellung zufrieden. «Der neue Vorbereitungsdienst rückt die Lehrerpersönlichkeit in den Mittelpunkt», sagte sie. Durch besser vorbereitete Lehrer werde das Schulsystem leistungsfähiger und sozial gerechter. Die Schulen seien auf gut ausgebildete Lehrkräfte angewiesen, die mit uneinheitlichen Lerngruppen umgehen können. Die Neuerungen orientieren sich an den bundesweiten Standards der Kultusministerkonferenz für die Lehrerausbildung.

«Insgesamt werden die neu eingeführten Elemente von allen Beteiligten gut aufgenommen und positiv bewertet», sagte die Leiterin der Studie, die Frankfurter Psychologin Prof. Mareike Kunter. Ein Problem sei die zeitliche Belastung bei der Umsetzung sowohl für die Seminarleiter als auch die Lehramtsanwärter. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erklärte in einer Stellungnahme, es gebe Berichte über einen «enormen Zeitdruck». Die Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte gilt als eine wichtige Voraussetzung für die Qualität des Schulsystems. Von 2015 an sollen die künftigen Pädagogen auch schon in der Ausbildungsphase an der Universität ein Praxissemester einlegen, um das Schulleben kennenzulernen. dpa

2 Kommentare

  1. Referendariat war schon vor 15 Jahren eine extrem anstrengende, alle Kräfte erfordernde Zeit. In Rheinland-Pfalz, wo ebenfalls nur noch 18 Monate gelten, ist es nun noch mal stressiger, dichter, anstrengender geworden. Klar, viele schaffen es, da durchzukommen. Aber warum muss diese Zeit so schrecklich sein??

    Dass die Studie das verkürzte Ref. positiv sieht, wird niemand wundern. Studien sind schließlich dazu da, um positive Ergebnisse zu haben.

    • Ergänzen möchte ich noch einige weitere Aspekte:
      1) In der aktuell noch laufenden Übergangsphase haben die Referendare zwar eine verkürzte Ausbildungsdauer, die Universitäten waren aber noch auf zwei Jahre eingestellt.
      2) Durch Verkürzung des Referendariats spart das Land (mindestens) ein Mal das Weihnachtsgeld.
      3) Mittelfristig wird das Referendariat sicherlich noch weiter verkürzt bzw. Teil der universitären Ausbildung und langfristig komplett abgeschafft. Das hat den Vorteil, dass das Land nahezu gleich ausbildet und dabei keinerlei Lohnkosten zu tragen hat. Ganz zu schweigen natürlich von den nicht mehr zu bezahlenden Studienseminaren und Fachleitern.
      Fazit: Ich halte die Eingliederung der schulischen Praxis in die Universitäten für sehr wichtig und richtig. Finanzielle Einsparmöglichkeiten sind bei der Reform für das Land sicherlich mitgenommen, ich hoffe aber nicht der Hauptgrund dafür.

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