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US-Geheimdienstler Snowden soll Ehrendoktor der Uni Rostock werden

ROSTOCK. Die Philosophische Fakultät der Universität Rostock will dem früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden die Ehrendoktorwürde verleihen. Diesen Beschluss fasste der 22-köpfige Fakultätsrat mit der notwendigen Drei-Viertel-Mehrheit, wie der Dekan der Fakultät, Hans-Jürgen von Wensierski, sagte.

Soll Ehrendoktor in Deutschland werden: Edward Snowden. Foto: Laura Poitras / Praxis Films / Wikimedia Commons

Soll Ehrendoktor in Deutschland werden: Edward Snowden. Foto: Laura Poitras / Praxis Films / Wikimedia Commons

Es ist nach Recherchen der Fakultät weltweit das erste Mal, dass Snowden eine solche Würdigung erhält. Mit der Enthüllung von Abhörpraktiken des Geheimdienstes NSA habe Snowden die Funktion eines klassischen Aufklärers erfüllt.

Die letzte Entscheidung liegt nun bei Universitätsrektor Wolfgang Schareck, der bei Zweifeln an der Rechtmäßigkeit des Verfahrens noch intervenieren kann. Er hatte sich bei der ersten Beratung des Fakultätsrats vor vier Wochen noch skeptisch gezeigt, weil er die zur Ehrenpromotion geforderten hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen nicht erkennen konnte. dpa

Der Brockhaus Wissensservice berichtet über den 1983 geborenen Snowden: Er „arbeitete bis Mai 2013 als technischer Mitarbeiter bei der National Security Agency (NSA),und hatte dabei Zugang zu streng geheimen Unterlagen über die Aktivitäten der NSA, unter anderem das umfangreiche Überwachungsprogramm Prism, das der Auswertung von elektronischen Medien und elektronisch gespeicherten Daten dient. Snowden spielte im Juni 2013 entsprechende Dokumente als Whistleblower den Medien zu und setzte sich über Hongkong nach Moskau ab, um der US-Justiz zu entgehen; in Russland erhielt er vorläufig Asyl.“

Über die NSA berichtet der Brockhaus Wissensservice unter anderem folgendes: „Das Hauptquartier befindet sich in Fort Meade (Maryland) nahe Washington (D. C.). Lange Zeit waren kaum verlässliche Informationen über die NSA zu erhalten; das brachte ihr den Ruf des »geheimsten Geheimdienstes« der USA ein. Man schätzt, dass das Budget der NSA etwa sechsmal so hoch ist wie das der CIA, die NSA über 20.000 Mathematiker beschäftigt und nahezu 40.000 Mitarbeiter zählt. Deren Aufgabe besteht vor allem in der Entwicklung neuer Verschlüsselungstechniken und der Entschlüsselung der Codes anderer Staaten. Unter Nutzung des Abhörsystems Echelon überwacht die NSA darüber hinaus einen Großteil des ausländischen (und wohl ebenso des inländischen) Daten- und Kommunikationsaustauschs. In Deutschland etwa betrieben die amerikanischen Streitkräfte bis 2004 eine Abhörstation in Bad Aibling. Kritiker verdächtigen die NSA, auch wirtschaftsrelevante Daten im Ausland zu ermitteln.“

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