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AfD-Funktionär lästert über Lehrer mit Down-Syndrom – Rücktritt

DRESDEN. Nach abwertenden Äußerungen über Menschen mit Down-Syndrom (Trisomie 21) hat der stellvertretende Landeschef der Alternative für Deutschland (AfD) in Sachsen, Thomas Hartung, alle Ämter niedergelegt.

Um ihn geht es: Pablo Pineda gilt als erster Lehrer mit Down-Syndrom. Foto: Drivaspacheco / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)

Um ihn geht es: Pablo Pineda gilt als erster Lehrer mit Down-Syndrom. Foto: Drivaspacheco / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)

Hartung verzichte auch auf eine Kandidatur bei der Landtagswahl in Sachsen, teilte die AfD in Dresden mit. Er hatte Menschen mit Trisomie 21 öffentlich die Fähigkeit abgesprochen, den Beruf eines Lehrers ausüben zu können, und damit Empörung ausgelöst. Konkret hatte er bei Facebook über den Spanier Pablo Pineda gelästert, der das Down-Syndrom hat und seit 2009 Lehrer ist. „Was sagt uns das“, schrieb Hartung. „Sei nur blöd genug, (…) die Dummen wenden sich schon ganz allein dir zu. (…) Wo soll das hinführen, wenn es als normal gezeigt wird???“

Hartungs Arbeitgeber, die Technische Universität Dresden, distanzierte sich von den Äußerungen ihres Lehrbeauftragen. „Die TU Dresden distanziert sich in aller Deutlichkeit von Inhalt und Form der Äußerungen seitens Herrn Dr. Thomas Hartung“, heißt es in einer Mitteilung. Die TU Dresden will Hartung keine Lehraufträge mehr geben, so heißt es im „Tagesspiegel“. Der Lehrauftrag von Hartung an der TU Dresden laufe zum Ende des Sommersemesters aus. „Ein neuer Vertrag wird nicht geschlossen. Die in diesem Semester noch ausstehenden Leistungen, die sich aus dem aktuellen und zum Ende des Sommersemesters auslaufenden Lehrauftrag ergeben, werden vom Institut für Kommunikationswissenschaft übernommen“, erklärte die TU.

Hartung bat um Verzeihung. Am Abend hatte der sächsische AfD-Vorstand auf einer außerordentlichen Sitzung die Lage besprochen. Hartung war auch Pressesprecher der AfD in Sachsen. dpa

Zum Bericht: Europas erster Akademiker mit Down-Syndrom ist Lehrer

Ein Kommentar

  1. Das Gute dabei ist, dass mit dem Rücktritt sowohl Hartung als auch die AfD ohne viel Taktieren die Konsequenzen gezogen haben. Das ist selten.

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