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CDU und Verbände fordern bessere Förderung von Schulleitungen

DÜSSELDORF. Angesichts des Mangels an Bewerberinnen und Bewerbern für Rektorenstellen an den Grundschulen in NRW fordert die CDU in einer Landtagsdebatte eine höhere Attraktivität für diese Leitungsstellen. Die Landesregierung soll etwa ermöglichen, dass eine Person für mehr als eine selbständige kleine Grundschule die Leitungsfunktion wahrnehmen kann. In der Verwaltungsarbeit sollen die Schulleitungen durch Schulverwaltungsassistenten entlastet werden.

Der Schulleitermangel ist kein neues und kein NRW-spezifisches Problem. Besonders an Grundschulen, an kleinen ländlichen Schulen sowie an Schulen in Brennpunktgebieten werden Schulleiterstellen nur mühsam wieder besetzt. Die Probleme, die Schulleiter bei ihrer täglichen Arbeit hätten, seien in allen Bundesländern ähnlich: Es fehlten Hausmeister und Sekretärinnen, die Bezahlung hinke hinterher, sagte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann während der Landtagsdebatte am Mittwoch.  „Der Job ist schlichtweg unattraktiv“, sagte er , „gut qualifizierte Lehrkräfte scheuen eine Bewerbung, denn sie wissen: Die Bezahlung und Leitungszeit werden weder der Aufgabenfülle noch der Verantwortung gerecht.“ Nach Angaben des Verbandes seien von den 1097  unbesetzten Stellen an den 2974 Grundschulen in Nordrhein-Westfalen 435 Schulleiterstellen und 662 offene Stellvertreterposten.

Die Problematik der unbesetzten Schulleitungsstellen sei bereits seit Jahrzehnten bekannt, so Beckmann, „und genauso lange wird sie von den verschiedenen Landesregierungen ausgesessen.“ Das Ungleichgewicht zwischen Aufgabenfülle und zu niedriger Besoldung wird durch die fehlende 1:1-Übernahme des Tarifergebnisses 2013 noch verstärkt, die aktuell vom Landesverfassungsgericht beraten wird. Potenzielle Bewerber gäbe es, die seien aber verständlicherweise nicht bereit, eine Stelle anzunehmen, die nicht aufgabenadäquat bezahlt wird und in der neben den Leitungsaufgaben auch eine hohe Unterrichtsverpflichtung und Verwaltungsaufgaben gang und gäbe sind.

Schulleiterstellen sind wenig beliebt unter Lehrern. (Foto: Simon Brown/Flickr CC BY-SA 2.0)

Schulleiterstellen sind wenig beliebt unter Lehrern. (Foto: Simon Brown/Flickr CC BY-SA 2.0)

Eine höhere Attraktivität von Schulleitungsstellen könnte neben der besseren Ausstattung mit Verwaltungspersonal vor allem eine Anhebung der Besoldung schaffen, sagt Beckmann: „Konrektoren sollten mindestens nach A13, Rektoren nach A14 bezahlt werden. Das bedeutet zwar nach unseren Berechnungen abzüglich der Ersparnis durch Schulschließungen erst mal eine Mehrausgabe von 9,9 Millionen Euro jährlich – das entspricht allerdings gerade mal 0,6 Promille des Gesamthaushalts des Schulministeriums. Soviel sollte dem Land eine funktionierende Schule wert sein.“

Eine konzertierte Aktion zur Stärkung der Grundschulleitungen ist nach Einschätzung der Lehrergewerkschaft GEW der Schlüssel zur Bekämpfung des Schulleitermangels an Grundschulen. Gemeinsam mit dem Städte- und Gemeindebund fordert die Gewerkschaft eine deutliche Verbesserung der Bezahlung des Leitungspersonals an den über 3.000 Grundschulen in NRW. Die Anhebung der Besoldung auf A14 für Schulleiterinnen und Schulleiter und A13 Z für Konrektorinnen und Konrektoren an Grundschulen einschließlich der Erhöhung der Leitungszeit und der Anrechnungsstunden für das Kollegium beträgt nach Berechnungen der GEW insgesamt 75 Millionen EURO pro Jahr. Dies entspricht einer zusätzlichen halben Lehrerstelle pro Schule.

“90 Prozent der Grundschullehrkräfte sind Frauen, überwiegend in Teilzeitbeschäftigung. Für viele von ihnen ist Schulleitertätigkeit keine Alternative zur Lehrertätigkeit. Die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist gerade für junge Frauen ein Entscheidungshindernis für eine Karriere als Schulleiterin”, sagte heute GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer bei der Expertenanhörung im Schulausschuss des Landtages.

Der Job sei nicht attraktiv, so die GEW-Landesvorsitzende, und führe häufig durch die Führungsrolle zu einer isolierten Position im Kollegium. “Es fehlt an Anerkennung. 150€ Bruttozulage wird nicht als adäquater Ausgleich für mehr Verantwortung und mehr Belastungen gesehen”, sagte Schäfer wörtlich.

Die GEW fordert eine längst überfällige Initiative “NRW stärkt Grundschulleitungen” und schlägt ein Maßnahmenbündel zur Steigerung der Attraktivität des Berufs als Schulleiter/Schulleiterin vor. Dazu gehören die Besetzung mit Konrektoren an allen Schulen, tägliche Anwesenheit der Schulsekretärinnen, mehr Verwaltungsstunden und eine Anhebung der Anrechnungsstunden für Leitungs- und Schulentwicklungsaufgaben, Teamentwicklung und Fortbildungen. nin

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