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Fußball-WM: Trotz Achtelfinale beginnt die Schule meist früh

BERLIN. Der kommende Dienstag wird für manche Schüler sicher ein „harter Tag“: Auch wenn das Achtelfinalspiel der deutschen Mannschaft am Montag erst um 22:00 Uhr beginnt, planen nur wenige Schulen Ausnahmeregelungen beim Unterrichtsbeginn – wenn sie solche ünerhaupt treffen dürfen.

Auch wenn es beim Fußball-WM-Achtelfinale am Montag spät wird, für die meisten Schüler gibt es am nächsten Morgen kein Pardon. Die Schule beginnt während der kompletten Weltmeisterschaft in Brasilien nach Plan – schon wegen des Schulbusverkehrs, ergab eine Umfrage in den Bundesländern. Es gebe keine Ausnahmeregelung, auch nicht für das späte Achtelfinalspiel zwischen Deutschland und Algerien am Montagabend (22.00 Uhr MESZ), hieß es beispielsweise vom Bildungsministerium in Mecklenburg-Vorpommern am Freitag.

Bei der WM kann es schon mal spät werden. Foto: arne.list /flickr (CC BY-SA 2.0)

Für die Schüler unter den Fans der deutschen Mannschaft wird es ernst – am Montag wird es spät. Foto: arne.list /flickr (CC BY-SA 2.0)

Das schleswig-holsteinische Kultusministerium gebe keine Empfehlung, wegen eines Sportereignisses Schulstunden ausfallen zu lassen, erklärte ein Sprecher. Aber natürlich sei klar, dass die Schulen das in Eigenverantwortung entscheiden können und dass es bestimmt auch einige so machen.

Auch in anderen Bundesländern haben die Schulleiter die Möglichkeit, selbst über den Unterrichtsbeginn zu entscheiden. Aber: «Mir ist kein einziger Fall bekannt», sagte die Vorsitzende des niedersächsischen Schulleitungsverbands, Brigitte Naber. Der Aufwand wäre zu hoch, da in so einem Fall auch Schulbuspläne durcheinandergewirbelt würden und berufstätige Eltern Probleme bekämen. «Es wäre natürlich schön, wenn am Folgetag nicht gerade in den ersten beiden Stunden Klassenarbeiten geschrieben würden – da sollte man schon drauf achten», erklärte Naber.

Auch Berliner Schulen entscheiden selbst über ihren Stundenplan, wie eine Sprecherin der Senatsverwaltung sagte. Einzige Vorgabe: «Der Unterricht darf nicht ausfallen, sondern müsste entsprechend angehängt werden.»

Dem Kultusministerium in Sachsen-Anhalt sind keine Sonderregelungen für späteren Unterrichtsbeginn bekannt. Alles laufe wie immer, sagte ein Sprecher. Schließlich hingen an den Anfangszeiten neben dem Schultransport auch personalrechtliche Fragen und Nachmittagsangebote.

Auch beim Thüringer Kultusministerium liegen nach Angaben eines Sprechers keine Zahlen vor, ob Schulen wegen der WM später beginnen. In Rheinland-Pfalz geht das Bildungsministerium ebenfalls nicht davon aus, dass es zu Unterrichtsverschiebungen kommt.

Das bayerische Kultusministerium weiß nach eigenen Angaben von keinem Fall, bei dem eine Schule die ersten Stunden freigegeben habe. In Hamburg wäre das sogar ein No-go: «Uns sind solche Schulen nicht bekannt, es wäre auch nicht zulässig. Die klare Ansage der Schulbehörde ist, dass es WM-bedingt nicht zu Unterrichtsausfall oder -verschiebungen kommen darf», erklärt Peter Albrecht, Sprecher der Schulbehörde.

Das WM-Spiel am Montag ist auch für das Schulministerium in Nordrhein-Westfalen kein Grund, späteren Unterricht am Folgetag zu erlauben. Es gelte weiter der Erlass, wonach die Schule in der Regel zwischen 7.30 und 8.30 Uhr zu beginnen hat, stellte ein Sprecher klar.

Anders sieht es an Privatschulen wie der Brecht-Grundschule in Hamburg aus. «Da das Spiel am Montag erst um 22 Uhr beginnt (und erst kurz vor Mitternacht endet) möchten wir unseren Grundschülern am Dienstag die Möglichkeit geben, etwas später zum Unterricht zu erscheinen», heißt es in einem Schreiben an die Eltern. Spätestens um 10.30 Uhr müssen dann aber auch die kleinen Fans wieder die Schulbank drücken.

Einige Schulleiter staatlicher Schulen werden aber möglicherweise ein Auge zudrücken, wenn Kinder eine Entschuldigung für die erste Schulstunde vorlegen. Das zumindest erfuhren manche Eltern auf Nachfrage in den Schulsekretariaten. (dpa)

zum Bericht: An der WM führt kein Weg vorbei – auch für Schulen nicht

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