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Mangelnder Datenschutz – Sachsen verbietet Lehrern dienstliche Facebook-Nutzung

DRESDEN. Um Jugendliche vor dem Missbrauch ihrer persönlichen Daten zu schützen will das sächsische Kultusministerium festlegen, das Lehrer soziale Netzwerke nicht mehr dienstlich nutzen dürfen. Verbände und Personalrat lehnen ein generelles Verbot allerdings ab.

Sachsens Lehrer sollen Facebook & Co. nicht mehr dienstlich zur Kommunikation mit ihren Schülern nutzen dürfen. Mit einer entsprechenden Festlegung sollten vor allem Minderjährige vor der Verbreitung und dem Missbrauch persönlicher Daten geschützt werden, teilte des Kultusministerium mit.

Dienstliche Facebook-Verbote für Lehrer gibt es derzeit bereits in Bayern, Baden-Württemberg und im Saarland. Foto: Alexander Klaus / pixelio.de

Dienstliche Facebook-Verbote für Lehrer gibt es derzeit bereits in Bayern, Baden-Württemberg und im Saarland. Foto: Alexander Klaus / pixelio.de

Zuvor hatte bereits die «Freie Presse» über die Pläne berichtet. Demnach lehnte der mitspracheberechtigte Lehrerhauptpersonalrat die Festlegung bereits ab. Bis Mitte der kommenden Woche könne sich das Gremium noch schriftlich äußern, sagte dazu der Sprecher des Kultusministeriums, Dirk Reelfs. Die Festlegung solle mit Beginn des kommenden Schuljahres greifen. Noch vor den Sommerferien werde es eine Verständigung auf die endgültige Fassung geben. Die private Nutzung der sozialen Netze solle den Lehrern aber unbenommen bleiben. Auch deren Nutzung im Rahmen der Medienbildung sei weiterhin möglich.

Es sei unklar, wie Facebook die personenbezogenen Daten seiner Nutzer verarbeitet. «Vor diesem Hintergrund bewertet das Ministerium den Umgang solcher Netzwerke mit personenbezogenen Daten als sehr unsicher», sagte Reelfs. Das Kultusministerium verwies auf vorhandene Plattformen wie LernSax oder OPAL-Schule, über die Lehrer sicher mit Schülern kommunizieren und Inhalte austauschen könnten.

Der bildungspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, Norbert Bläsner, nannte die Festlegungspläne verwirrend. «Statt Eigenverantwortung der Lehrer zu unterstützen, werden diese mit halbgarem Papier drangsaliert».

«Ein generelles Verbot der dienstlichen Nutzung sozialer Netzwerke ist weder sinnvoll noch entspricht es den realen Gegebenheiten der heutigen Zeit», erklärte auch der Lehrerverbandsvorsitzende Jens Weichelt. Soziale Netzwerke seien gesellschaftlich akzeptiert und Teil des täglichen Lebens. Aufgabe der Schulen sei es, die Schüler auf das Leben vorzubereiten. (dpa)

zum Bericht: Eltern und Schüler gegen generelles Facebook-Verbot für Lehrer

zum Bericht: Facebook-Verbot: Nicht alle Bundesländer wollen Lehrer so bevormunden wie Rheinland-Pfalz

2 Kommentare

  1. Andererseits gibt es kein einfacheres Mittel, Klassen per Facebook-Gruppe über einen kurzfristigen Raumwechsel zu informieren. Die genannten Netzwerke oder eMails werden von Schülern im Gegensatz zu Facebook zu selten kontrolliert. Materialaustausch würde ich über Facebook aber auch niemals durchführen.

  2. Nö, das stimmt nicht. Effektiv und datenschutzrechtlich völlig unbedenklich sind Lernplattformen wie Moodle, die, professionell eingesetzt, ohnehin viel segensreiches ermöglichen. Stundenpläne, Räume usw. mitteilen ist da die kleinste Übung. Zumindest schon mal in NRW werden Schulen über kurz oder lang um die Einrichtung solcher Systeme (es wird auf Moodle hinauslaufen) ohnehin nicht herumkommen.
    Verbote wie jetzt zu Facebook werden erlassen, weil Unfug im Promillebereich getrieben wird. Es ist wie immer: Im (krassen) Vergehensfall will es keiner gewesen sein. Die Schulaufsicht verbietet und ist somit per se fein heraus- allen Lippenbekenntnissen zur Mediendidaktik zum Trotz.

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