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Musikshochschulpräsident fordert Weltmusik in der Schule für Migrantenkinder

MANNHEIM. Die lauten Töne in der Musikhochschuldebatte sind seltener geworden – völlig verstummt sind sie aber noch nicht. Ob eine Tagung über Weltmusik die Streitenden einer Lösung näherbringt?

 Musiklehrer an deutschen Schulen sollten aus Sicht des Mannheimer Musikhochschulpräsidenten stärker auf Kinder mit ausländischen Wurzeln eingehen. Eine Möglichkeit wäre es, häufiger Weltmusik in den Unterricht einzubeziehen, sagte Rudolf Meister. «Wir Musikhochschulen sollten hier unsere Angebote für die Lehre verstärken.» Denn bislang sei Weltmusik in der Lehrerausbildung unterrepräsentiert.

Das vierte von fünf Symposien zur Zukunft der Musikhochschulen im Südwesten beschäftigt sich am Montag (30. Juni) in Mannheim mit dem Thema «Jazz, Pop und Weltmusik». Hintergrund der Tagungen sind die landesweiten Proteste gegen geplante Einsparungen an den musikalischen Kaderschmieden Baden-Württembergs.

Der Begriff Weltmusik steht vor allem für Musik, die sich außerhalb der westlichen Kultur entwickelt hat. Seit den 1980er Jahren haben ihre Elemente verstärkt in die Popkultur Einzug gehalten.

Mehr Weltmusik im Musikunterricht würde den Schülern das Fach in all seinen Facetten präsentieren, sagte Meister. «Viele Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund finden noch leichter einen Zugang zu diesem Fach, wenn es diese ganze Bandbreite gibt und sie sich vielleicht noch mehr eingebunden fühlen.»

Der Streit um die Zukunft der Musikhochschulen tobt seit rund einem Jahr. Der Widerstand gegen die Kürzungspläne von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) – die unter anderem die Einsparung von 50 Professorenstellen und 500 Studienplätzen vorgesehen hatten – war heftig ausgefallen. Neben Trossingen soll der Standort Mannheim besonders stark von den Kürzungen betroffen sein.

Die fünf Symposien sollen die Debatte versachlichen. Jedes Mal geht es um ein anderes fachliches Thema. Die Ergebnisse der Tagungen sollen in ein erweitertes Konzept des Ministeriums einfließen. Auch in Mannheim ist Ministerin Bauer mit dabei. dpa

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