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Psychologie: Nicht nur Fußballer beißen – Schüler manchmal auch

BERLIN. Nicht zum ersten Mal hat der uruguayanische Stürmer Luis Suárez während eines Fußballspiels zugebissen. Ein sehr archaisches Verhalten, sagt Herbert Scheithauer, Psychologieprofessor an der Freien Universität Berlin – aber nicht selten. «Auch viele Tiere fangen an zu beißen, wenn sie sich in die Ecke gedrängt oder bedroht fühlen.» Schüler offenbar manchmal auch.

Wer wird denn gleich ...

Wer wird denn gleich …
Foto: Claudio Gennari / flickr (CC BY 2.0)

Suárez schnappte im WM-Spiel gegen England zu. «Der Fußballer stand in der Situation enorm unter Stress und konnte seine Wut nicht kontrollieren. Er wählte ein falsches Verhalten, das natürlich vollkommen inadäquat war.» Dass Suárez schon häufiger seine Zähne im Zweikampf eingesetzt habe, weise auf ein eingespieltes Verhaltensmuster hin. «Wir haben über viele Generationen hinweg gelernt, dass Beißen unter Menschen kein angemessenes Verhalten ist», sagt Scheithauer. Im Kindesalter werde im sozialen Umfeld erlernt, wie man sich verhalten soll, wenn man wütend ist – und wie nicht. «Es gibt Kinder, die ihre Gefühle gut regulieren können und andere, die damit Schwierigkeiten haben», sagt Scheithauer. Offenbar muss auch mancher Fußballspieler noch an seinem Steuervermögen arbeiten.

Bei anderen Berufsgruppen gebe es ebenfalls ein erhöhtes Risiko, gebissen zu werden – bei Fahrkartenkontrolleuren oder Polizisten zum Beispiel. «Immer wenn Menschen im Berufsalltag oft mit anderen Personen in Kontakt kommen und dabei Stresssituationen entstehen können, steigt die Chance, dass etwas Negatives passiert», sagt Scheithauer. Offenbar sind auch Lehrer häufiger betroffen: So berichtet eine Mutter in einem Grundschul-Forum: „Ich habe ein ganz dickes Problem. Meine Tochter hat heute in der Schule eine Lehrerin gebissen.  Nachdem sie in der Pause von einem Mitschüler geschubst und beleidigt wurde ist sie wohl völlig ausgerastet.“ News4teachers / mit Material der dpa

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