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Schrittweise Gleichstellung für Grundschullehrer mit DDR-Ausbildung

ERFURT. Thüringens Ministerpräsident Christoph Matschie will eine „Gerechtigkeitslücke“ schließen: Ab 2017 – mehr als 25 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung – sollen Grundschullehrer mit DDR-Ausbildung die gleiche Bezahlung bekommen, wie ihre nach 1990 ausgebildeten Kollegen.

Etwa 2000 Lehrer mit DDR-Ausbildung an Thüringens Grundschulen bekommen so in den nächsten Jahren mehr Geld. Ihre Bezahlung soll in drei Stufen bis Januar 2017 auf das Gehaltsniveau ihrer Kollegen angehoben werden, deren Ausbildung erst nach 1990 war, sagte Bildungsminister Christoph Matschie (SPD) in Erfurt. Darauf verständigten sich das Bildungs- und Finanzministerium sowie die Gewerkschaft Erziehung- und Wissenschaft (GEW) und der Beamtenbund. Matschie und Finanzminister Wolfgang Voß (CDU) sprachen von einer Gerechtigkeitslücke, die nun mit einem finanziellen Kraftakt geschlossen werde.

Andreaskreuze in zwei Richtungen

Gleiche Arbeit unterschiedliche Bezahlung. Damit will Thüringen in Zukunft aufräumen. Foto: Aka / pixelio.de

Nach Angaben der beiden Ministerien erhalten die Grundschullehrer mit DDR-Ausbildung, die bisher niedriger eingruppiert sind als ihre Kollegen, im Durchschnitt 300 Euro brutto weniger. Diese Differenz solle 2017 geschlossen sein. Der Regelung müssten allerdings noch die Landtagsfraktionen zustimmen. Ihnen liegt ein Besoldungsgesetzentwurf der Regierung vor, in den die neue Regelung aufgenommen werden müsst, erklärten die Minister.

Die erste Anhebung soll am 1. Januar 2015 erfolgen, die zweite ein Jahr später. 2017, wenn die Eingruppierung auf gleichem Niveau liege, kostet die Gehaltsanpassung etwa acht Millionen Euro. Die Regelung, die mit Beförderungen verbunden ist, gelte für verbeamtete und angestellte Lehrer.

Die Forderung nach gleichem Geld für gleiche Arbeit werde nun umgesetzt, erklärte Thüringen GEW-Chef Torsten Voß. Der Vorsitzende des Beamtenbundes, Helmut Liebermann, erklärte, trotz der Höhergruppierung dieser Lehrergruppe werde es für andere keinen Beförderungsstopp geben.

Das Besoldungsgesetz mit der Regelung für die Grundschullehrer soll bis zum Sommer und damit vor der Landtagswahl vom Parlament beschlossen werden. (dpa)

zum Bericht: Thüringer GEW dringt auf einheitliche Vergütung der Grundschullehrer

Ein Kommentar

  1. Ob die gleiche Regelung für die mittlerweile pensionierten Lehrer gilt, sei einmal dahin gestellt. Davon profitieren dürften nur vergleichsweise wenige, genauer diejenigen, die erst kurz vor der Wende eingestellt wurden.

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