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Studenten demonstrieren in Stuttgart für bessere Finanzierung der Hochschulen

STUTTGART. Mit Appellen an die grün-rote Landesregierung für eine bessere Hochschulfinanzierung sind Studenten aus Stuttgart und weiteren Universitätsstädten auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Veranstalter liefen etwa 1500 junge Menschen für eine bessere Lehre durch die Stuttgarter Innenstadt. Die Relation zwischen Professoren und Studierenden habe sich in den vergangenen Jahren dramatisch verschlechtert: Kamen 1998 auf einen Professor noch 56 Studenten, so seien es heute schon 83, kritisierte der Stuttgarter Studierendenvertreter Dominik Schlechtweg.

Derzeit verhandeln Wissenschaftsministerium und Hochschulen den Solidarpakt III, der die Finanzierung der Hochschulen bis 2020 regeln soll. Während Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) die Forderungen nach einer besseren Grundfinanzierung der Hochschulen mittrage, verweigere sich Finanzminister Nils Schmid (SPD) komplett, sagte Schlechtweg. «Die Schuldenbremse darf nicht zur Bildungsbremse werden», betonte der Studierendenvertreter.

Schmid wies die Vorwürfe zurück. «Bei aller Sympathie für das Engagement der Studierenden – aber die Kritik läuft ins Leere», sagte sein Sprecher. Für die Hochschulen wolle das Ministerium eine substanziell bessere Grundfinanzierung erreichen. Darüber hinaus habe Schmid ihnen bereits einen Pakt angeboten, um den Sanierungsstau bei den Hochschulgebäuden anzugehen.

Die Studenten lehnen laut Schlechtweg eine Wiedereinführung der Studiengebühren ab, wie sie von Arbeitgeberseite gefordert würde. Rückenwind erhielten die Studenten von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), von Verdi, der FDP und der Landrektorenkonferenz der Universitäten (LRK). Die Universitätsleitungen betonten, sie könnten die Sorge der Studierenden um gute Rahmenbedingungen nachvollziehen. Die finanzielle Ausstattung der Universitäten halte schon seit Jahren nicht mit den stark wachsenden Studierendenzahlen Schritt. Die Landesregierung müsse rasch konkrete Planungen für das Jahr 2015 vorlegen. Denn viele Mitarbeiter hätten nur bis Jahresende befristete Verträge und würden sich ohne dauerhafte Perspektive andere Arbeitsplätze suchen.

Auch Verdi mahnte Mindeststandards bei Befristungen an. Überdies dürfe nicht nur mit befristeten Sonderprogrammen auf wachsende Studierendenzahlen reagiert werden. GEW-Landeschefin Doro Moritz pflichtete bei: «Die chronische Unterfinanzierung des gesamten Bildungssektors beweist, wie wichtig es ist, auf die Straße zu gehen.» dpa

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