Sexuelle Vielfalt im Unterricht erneut auf dem Tapet

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ERFURT / STUTTGART. Die baden-württembergische Debatte um die Thematisierung sexueller Vielfalt im Unterricht hatte hohe Wellen geschlagen, die bis nach Thüringen schwappten. Dort lehnte jetzt der Landtag ohne größeres Aufsehen einen Antrag ab, das Thema Homosexualität in den Lehrplänen zu verankern. Im Südwesten soll es am Samstag wieder Demonstrationen geben.

Die Thüringer Grünen sind mit ihrem Vorstoß gescheitert, den Umgang mit Homosexualität in den Lehrplänen der Thüringer Schulen zu verankern. Einen entsprechenden Antrag lehnte der Landtag am Freitag in zweiter Lesung mit den Stimmen von CDU, SPD und FDP ab. Die Grünen hatten darin unter anderem Beratungsmöglichkeiten für Schüler, Eltern und Lehrer zu dem Thema und Beschwerdestellen in den einzelnen Schulamtsbereichen zum Schutz vor Diskriminierung gefordert. Sie hatten außerdem eine bessere Lehrerfortbildung zu diesem Thema und ein Landesprogramm gegen Homophobie angeregt.

Regenbogenfahne
Am Samstag soll es in Baden-Württemberg erneut Demonstrationen gegen den Bildungsplan geben. In Thüringen verläuft die Debatte weniger aufgeregt. Foto: Jonathunder / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
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Neue Aufregung um das Thema droht in Baden-Württemberg. Unter dem Motto «Ehe und Familie vor» ruft ein Veranstaltungsbündnis am Samstag (15.00 Uhr) erneut zu einer Demonstration gegen den Bildungsplan des Kultusministeriums auf. Die Organisatoren rechnen mit 2000 bis 3000 Teilnehmern in Stuttgart. Sie sollen gegen die Pläne demonstrieren, die Akzeptanz auch von sexueller Vielfalt als Unterrichtsziel festzuschreiben. Es ist bereits die vierte Kundgebung gegen den Bildungsplan, der 2016 an den Schulen im Land eingeführt werden soll. Ziel der Gegner ist es, den Fokus in der Schule auf die Familie zu lenken und die Sexual- und Werteerziehung den Eltern zu überlassen. (News

zum Bericht: Thüringens Parteien debattieren über Homosexualität im Unterricht
zum Bericht: Unterrichtsthema Homosexualität? Andere Länder sehen keinen Handlungsbedarf

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