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Zückerchen Altersteilzeit: Kultusministerin Heiligenstadt verspricht Lehrern Entlastungen

HANNOVER. Mit der Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung für Gymnasiallehrer haben SPD und Grüne in Niedersachsen in ein Wespennest gestochen. Zur Besänftigung der Kritiker soll nun ein Altersteilzeitmodell für Pädagogen kommen. Doch die Gewerkschaft droht: Die Proteste werden dadurch nicht enden.

Friedenssignal an die Lehrerschaft: Frauke Heiligenstadt (SPD). Foto: SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag

Friedenssignal an die Lehrerschaft: Frauke Heiligenstadt (SPD). Foto: SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag

Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) will die Lehrer im Lande entlasten. Kernstück ihres in Hannover vorgestellten Maßnahmenbündels ist ein neues Altersteilzeit-Modell für Pädagogen mit Beamtenstatus. Diese sollen ab dem Schuljahr 2015/2016 ähnlich wie in der Metallindustrie eine bestimmte Zeitspanne mit reduzierten Gehalt in Vollzeit arbeiten dürfen, um dann mit dem reduzierten Gehalt den Dienst komplett verlassen zu können. Nach der bisherigen Regelung ist ein früheres Ausscheiden aus dem aktiven Dienst nicht möglich.

Die Entlastung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Proteste niedersächsischer Gymnasiallehrer gegen eine von der rot-grünen Landesregierung beschlossene Mehrarbeit. Das Entlastungspaket der Ministerin sieht vor allem mit dem geplanten abermaligen Wechsel beim Abitur – künftig wieder 13 statt von 12 Schuljahre – eine deutliche Verringerung des Korrekturaufwandes und der Vorbereitung von Klausuren oder Kursen vor.

Auch die Klassenstärke werde deutlich verringert. In der Grundschule beträgt sie seit dem laufenden Schuljahr 26 Schüler. Der Fortbildungsetat für Pädagogen soll zudem in den kommenden vier Jahren auf insgesamt 14,5 Millionen Euro verdoppelt werden. Die Schulleiter an Förderschulen werden ab dem Schuljahr 2014/2015 künftig drei Schulstunden weniger unterrichten müssen, die Schulleitungen kleiner Ganztagsschulen eine halbe oder eine Stunde.

Die Lehrergewerkschaft GEW lobte die Pläne, betonte aber umgehend, dass dadurch die Proteste gegen die beschlossene Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung um eine Stunde für Gymnasiallehrer nicht abebben würden. «Da die Regierung nicht bereit ist, mit uns darüber zu verhandeln, werden wir im kommenden Jahr die Auseinandersetzung notfalls eskalieren lassen und den Beamtenstreik durchführen», sagte GEW-Chef Eberhard Brandt. Für die Lehrer sei die Altersteilzeit weder ein Kompromiss noch ein akzeptables Friedensangebot. dpa

Zum Bericht: Lehrerverbände drohen: „Ohne gerechte Arbeitszeitregelung wird es keine Ruhe geben“

Ein Kommentar

  1. Ich möchte mal richtig stellen, dass das Maßnahmenbündel bisher komplett abgeschlossen wurde, darin u.a. die Stunde Mehrarbeit in Form einer Unterrichtsstunde, die aktuell die Gymnasiallehrer trifft.
    (… andere Aufgaben, die durch die Hintertür Mehrarbeit bedeuten, stehen auf einem anderen Blatt.)

    Die gestrichene Altersteilzeit trifft dagegen ALLE KollegInnen… nun wird hier ein neues Modell versprochen.

    Die Klassenstärke wurde (von der Vorgängerregierung) verringert – von 28 auf 26 SuS in der Grundschule … allerdings kommen die I-Kinder hinzu (die dann jeweils doppelt gezählt werden). In den weiterführenden Schulen sind die Klassen größer.

    Besonders erstaunlich finde ich, dass SL von kleinen Ganztagsschulen – damit sind eben auch Grundschulen betroffen – eine halbe Stunde Entlastung bekommen sollen.

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