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Bayrische Eltern- und Lehrervertreter fordern Gymnasialreform

MÜNCHEN. Zu viel Stoff, überalterte Methoden und zu wenig Zeit für die Herausbildung von Kompetenzen – Lehrer- und Elternvertreter wünschen sich ein moderneres Gymnasium. Welche Rolle die Länge der Schulzeit dabei spielt, ist strittig.

In der Sache sind sich Lehrer- und Elternvertreter einig: Das bayerische Gymnasium braucht eine grundlegende Reform. Das Scheitern des Volksbegehrens für eine Wahlfreiheit zwischen acht- und neunjährigem Gymnasium beurteilen sie jedoch unterschiedlich. Der Bayerische Elternverband (BEV)begrüßt die Entscheidung, der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) hätte sich einen positiven Ausgang gewünscht.

«Jetzt könnte der Eindruck entstehen, alles sei in Ordnung und man müsse gar nichts ändern», sagte BLLV-Präsident Klaus Wenzel. Dabei sei es an der Zeit, das bayerische Gymnasium fit für das 21. Jahrhundert zu machen. Bisher prüfe das Gymnasium vor allem die Leistung des Kurzzeitgedächtnisses, nach dem Motto «Auswendiglernen – Prüfen – Benoten – Vergessen». Eine grundlegende Reform sollte Wenzel zufolge entscheiden, was Schüler heute wirklich wissen müssen und was sie sich selbst an Wissen und Kompetenzen in der Schule aneignen dürfen.

Auch der Vorsitzende des Bayerischen Elternverbands, Martin Löwe, wünscht sich eine Überarbeitung des Lehrplans. Außerdem müsse «die Methodik des Unterrichts geändert werden, damit ein selbstständigeres Arbeiten und problemlösendes Denken gefördert wird.» Das Problem sei allerdings nicht die Dauer der Schulzeit, sondern die Stoffdichte sowie überalterte Inhalte und Methoden.

Die Freien Wähler, die das Volksbegehren gestartet hatten, kritisierten den BEV am Sonntag für diese Einschätzung: «Wenn der Elternverband für die Gymnasien weniger Stoff fordert, dann ist das gut gemeint, geht aber an der Realität vorbei», schreibt der Vorsitzende der Freien Wähler in Bayern, Hubert Aiwanger. Die Kultusministerkonferenz fordere über die gesamte Gymnasialzeit hinweg 265 Gesamtwochenstunden, was in acht Schuljahren nur mit mehrmaligem Nachmittagsunterricht zu leisten sei: «Nur eine neunjährige Gymnasialzeit erfüllt die Vorgaben der Bildungspolitik und wird den Schülern durch möglichst viele unterrichtsfreie Nachmittage gerecht.» dpa

Ein Kommentar

  1. Woher dieser Herr Wenzel – als Hauptschullehrer – das alles nur weiß. Immer die gleichen Phrasen: man prüfe das Kurzzeitgedächtnis – Schwachsinn. Der verantwortungsvolle Lehrer versuchte schon immer, seinen Schülern dauerhaftes Wissen und Kenntnisse beizubringen. Der gewissenhafte Lehrer wiederholt wichtige Dinge immer wieder und prüft sie auch immer wieder ab, damit sie ins Langzeitgedächtnis gelangen – das war schon immer so und wird in Zukunft nicht anders werden.
    Was sind überalterte Methoden? Gemeint ist hier sicher der Frontalunterricht, dieser aber ist bestimmt genau so alt wie alle anderen Unterrichtsformen bzw. Methoden – die ja auch schon die alten Griechen kannten. Phrasen, Phrasen immer nur Phrasen. Leider kann ich solche Statements nicht mehr ernst nehmen.

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