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Behindertenbeauftragter: Stoch hätte Aufnahme des behinderten Henri erzwingen müssen

MANNHEIM. Der Mannheimer Behindertenbeauftragte Klaus Dollmann bedauert, dass Kultusminster Stoch die Lehrer nicht aufgerüttelt habe. Bei anderen Dingen würden die Schulen auch gezwungen.

Im Fall Henri hätte das Kultusministerium das Walldorfer Gymnasium aus Sicht des Mannheimer Behindertenbeauftragten zwingen müssen, den geistig behinderten Jungen aufzunehmen. «Ich finde es bedauerlich, dass man die Lobby der Lehrer nicht aufgerüttelt hat und gesagt hat: Das ist ein neues Thema, bitte setzt euch damit auseinander», sagte Klaus Dollmann in Mannheim. «Bei anderen Dingen werden die Schulen auch gezwungen.»

Nach dem Gymnasium hatte auch die Realschule in Walldorf die Aufnahme des elfjährigen Henri abgelehnt (Symbolbild). Foto: Kari Reine / Wikimedia Commons (CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0)

Nach dem Gymnasium hatte auch die Realschule in Walldorf die Aufnahme des elfjährigen Henri abgelehnt (Symbolbild). Foto: Kari Reine / Wikimedia Commons (CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0)

Die Eltern des Viertklässlers hatten vergeblich dafür gekämpft, dass ihr Sohn nach der Grundschule zusammen mit seinen Freunden auf das Gymnasium im Rhein-Neckar-Kreis wechselt. Die Schule lehnte das ab. Auch die Hoffnungen der Eltern, Kultusminister Andreas Stoch (SPD) würde den Beschluss des Gymnasiums gegen die Aufnahme des Jungen mit Down-Syndrom aufheben, erfüllten sich nicht. (dpa)

zum Bericht: Kultusminister Stoch entscheidet: Gymnasium darf behinderten Jungen ablehnen

4 Kommentare

  1. Zugegeben, von einem Behindertenbeauftragten werden solche Äußerungen erwartet. Jedoch habe ich große Zweifel, dass er ein eigenes geistig behindertes Kind hat und / oder Lehrer ist.

    Die Lehrer haben sich bekanntlich sehr intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und gute Gründe abseits der Behinderung für die Ablehnung genannt, allen voran die fehlende kognitive Eignung für das Gymnasium.

  2. Milch der frommen Denkungsart

    Dieser Herr bedient sich einer Argumentation, die in ihrer Simplizität schon neostalinistisch genannt werden
    kann: jemand, der die Knute gewöhnt sei, könne also problemlos auch den nächsten Schlag ertragen.
    Dem inklusiven Anliegen hat er jedenfalls durch sein unreflektiertes Geschwätz einen Bärendienst erwiesen
    und sich selbst als Erzideologen entlarvt.

  3. War das in Walldorf eine Lobby oder eine Konferenz, die die Nichtaufnahme von Henri beschlossen hat?

    • … anders gefragt: haben sie sich mit dem Thema auseinandergesetzt oder – wie der Behindetenbeauftragte behauptet – haben sie ohne Nachdenken entschieden?

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