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Deutscher Berufsschullehrer in Nigeria entführt

ABUJA. Der deutsche Lehrer bildete nigerianische Jugendliche aus und war in der Nachbarschaft beliebt. Doch am Mittwoch warteten unbekannte Bewaffnete vor seiner Haustür und verschleppten ihn. Geht die Tat auf das Konto der Islamisten von Boko Haram?

Unbekannte haben im Nordosten Nigerias einen Deutschen entführt. Dies bestätigte das Auswärtige Amt in Berlin. Bei der Geisel handelt es sich nach Recherchen der Deutschen Welle um den Leiter eines örtlichen Berufsbildungszentrums. Die Zeitung «Premium Times» berichtete, der Lehrer sei am frühen Morgen in dem Ort Gombi im Bundesstaat Adamawa von Bewaffneten verschleppt worden. Wer dafür verantwortlich ist, war zunächst unklar. Jedoch operieren Islamisten der Terrorgruppe Boko Haram in der Region.

«Die Kidnapper sind auf Motorrädern gekommen und haben vor seinem Haus gewartet», sagte ein Zeuge, der anonym bleiben wollte, der Zeitung. «Als er herauskam und in sein Auto stieg, haben sie ihn mit einer Waffe bedroht und gezwungen, mitzukommen.» Der Entführte, der ehrenamtlich Jugendliche ausbilde, sei äußerst beliebt, hieß es weiter. «Jeder im Ort kennt ihn, weil er uns so sehr hilft.»

Die Deutsche Welle berichtete, vier Männer hätten dem Deutschen aufgelauert. «Es sah aus, als würden sie ihn um etwas bitten. Dann kurbelte er das Fenster runter, um ihnen zuzuhören», zitierte der Sender Samuel Gajere Zamani, den Stellvertreter des Entführten. «Er sagte etwas auf Deutsch zu ihnen, denn er versteht kein Haussa.» Dann hätten die Entführer ihre Gesichtsmasken runtergezogen und ihre Waffen herausgeholt.

Eine Gruppe Bürgerwehr-Mitglieder habe versucht, die Kidnapper aufzuhalten, berichtete Deutsche Welle weiter. Dabei seien zwei der Verfolger getötet worden, die anderen seien mit den beiden Leichen ins Dorf zurückgekehrt. (dpa)

Bericht in der Premium Times (engl.)

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