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Grüne im Nordosten beklagen hohe Durchfaller-Quote beim Abitur

SCHWERIN. Gut 3700 Schüler haben in Mecklenburg Vorpommern in diesem Jahr die Hochschulreife erlangt, 66 von Ihnen mit Auszeichnung. Rund sechseinhalb Prozent sind dagegen an der Prüfung gescheitert. Die Grünen fordern nun von Bildungsminister Brodkorb eine Erklärung für diese außerordentlich hohe Quote.

Kompliziertere Aufgaben oder faulere Schüler? In Mecklenburg-Vorpommern haben nach Angaben der Grünen 6,4 Prozent der Abiturienten in diesem Jahr die Prüfungen nicht bestanden. Das sei bundesweit eine der höchsten Quoten. Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Ulrike Berger, forderte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) auf, die Gründe dafür genau zu analysieren.

durchgefallen

Die Durchfaller-Quote beim Abitur in Mecklenburg Vorpommern ist nach Meinung der Grünen entschieden zu hoch. Foto: Alex Proimos / flickr (CC BY-NC 2.0)

«Schüler- und Elternvertretungen haben zum Beispiel immer wieder auf die extremen Belastungen durch die Verkürzung der Abiturzeit auf 12 Jahre ohne Reduzierung des Schulstoffes verwiesen. Nun muss endlich geprüft werden, ob hier eine der Ursachen liegt», mahnte Berger. Ihren Angaben zufolge verzeichneten Länder wie Baden-Württemberg, Thüringen, Hessen und Nordrhein-Westfalen 2013 Durchfaller-Quoten von unter 3 Prozent.

Berger erneuerte die Forderung nach einer Wahlmöglichkeit für Schüler nach der 10. Klasse, ob sie in zwei oder drei Jahren zum Abitur gelangen wollen. Darüber hinaus sei die Diskussion über die inhaltliche Fülle der Rahmenpläne überfällig.

Nach Angaben des Bildungsministeriums erlangten in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr 3754 Schüler die Hochschulreife. 66 Abiturienten erhielten dabei für ihre außergewöhnlichen Leistungen das Ausnahmeprädikat 1,0. (News4teachers mit Material der dpa)

zum Bericht: Minister Brodkorb will Initiative für bundesweit vergleichbare Schulabschlüsse starten

13 Kommentare

  1. Solche Daten taugen nicht für die politische Instrumentalisierung (um Herrn Brodkorb auf Zeug zu flicken). Dann gibt es eine interne „Anweisung“, bei der Prüfung künftig milder zu bewerten und schon sehen die Zahlen wieder besser aus – aber geändert hat sich nichts!

  2. Bitte um Erklärung – lag Mecklenburg-Vorpommern nicht in der DDR? Hatten die nicht schon immer das Abitur nach 12 Jahren? Dann wäre die Rede von der „Verkürzung der Schulzeit“ aber Unsinn!?

    • Meines Wissens haben nach der Wende nur Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen das Abitur nach 12 Jahren beibehalten, die anderen „neuen Bundesländer“ haben auf 13 Jahre umgestellt. Wie ich die Entwicklung / Anpassung / Abschwächung der Lehrpläne einschätze, wäre der bis zur Wiedervereinigung gültige DDR-Lehrplan mit der heutigen Schülerschaft nicht mehr umsetzbar sein — auch nicht in 13 Schuljahren.

      ( Ich habe mal in einem Mathematikbuch, Thüringen, Realschule Klasse 10 aus der DDR-Zeit geblättert (1970er Jahre oder so). Der Inhalt ist teilweise in heutigen Mathematik-Leistungskursen nicht mehr prüfungsrelevant. )

  3. Und? Wurde das in den 70er Jahren in der DDR denn auch alles so geleistet? Von allen? Von einigen? War das realistisch? Alles Top-Performer in Mathematik in der DDR? Im Westen ist´s andersrum. Was in den 50er Jahren in Stufe 12 verlangt wurde, wird heute in 9/10 gemacht, jedenfalls zum Teil. Was andersherum im Abitur 2012 (M-LK) von 17/18-Jährigen verlangt wurde, war passagenweise völlig absurd, kaum zu machen. Gucken Sie sich die Aufgaben mal an, sie sind ja alle online. Eine generelle Tendenz zur Trivialisierung der Schulabschlüsse kann ich jedenfalls nicht erkennen.

    • Warum klagen dann Betriebe zunehmend über die schlechte Qualität der Schulabschlüsse, die es immer schwieriger macht, Lehrlinge auszubilden? Und warum richten Hochschulen Nachhilfekurse für Studienanfänger ein, ohne die ein Studium für viele kaum mehr möglich wäre?
      Warum boomt die Nachhilfeindustrie, warum boomen Privatschulen?
      Nicht zuletzt: Warum ist nichts desto trotz die Quote der Abiturienten in den letzten Jahren und Jahrzehnten in wundersame Höhen gestiegen?

  4. Das weiß ich nicht. Ich habe 21 „eigene“ und 10 fremde Abiturienten im Juni geprüft. Von denen geht ca. die Hälfte in eine Ausbildung. Nachhilfe im Schreiben und Rechnen brauchen die sicher nicht. Nette, kompetente junge Leute- oftmals bei weitem orientierter in Berufswahlfragen als meine Umgebung zu Abiturzeiten. Dass man mittlerweile Abitur braucht, um bei RTL Werbetrailer zu machen oder bei Esso das Büro zu führen- dafür können diese Schüler nichts. Früher waren das klassische FOR-Berufe. Das heißt, dass heute tatsächlich jede Menge Leute Abitur machen (müssen), die mit akademischen Laufbahnen nichts am Hut haben. Lesen Sie mal hier im Forum querbeet: Selbst unter Lehrern gibts etliche Leute, die eine (bildungs)- theoretische Ausbildung für unnütz halten und stolz darauf sind, außer ihrer eigenen Praxis nichts anderes zu kennen.
    Von den Hunderttausenden Studenten, die bsp. einen dualen Studiengang in der Verwaltung belegen, Theaterwissenschaften oder Sozialpädagogik studieren oder eine Polizeiakademie wählen liest man jedenfalls wenig Klagen. An vielen Stellen funktioniert es schlichtweg, auch wenn das diesem unseligen Hang, alles skandalisieren zu wollen, nicht entspricht. Besser werden, da gebe ich Ihnen Recht, kann/muss Schule auf jeden Fall werden. Die Potentiale werden nicht ausgeschöpft.

    • Theaterwissenschaften, Sozialpädagogik usw. klappt mit jedem Abiturienten, weil darin die echten Lern- bzw. Kopffächer wie Mathematik kaum verlangt werden. Ansonsten gebe ich Ihnen Recht.

  5. Ja, so ist es. MeVo übernahm nach der Wende das 13-jähriges Abitur aus dem Westen, genauer gesagt übernahm man das bayrische Schulsystem. Inzwischen sind in MeVo Haupt- und Realschule zur Regionalschule zusammengelegt, das 12-jährige Abitur wieder und die Verhaltensnoten (Kopfnoten) wieder eingeführt worden.

  6. Oh, tut mir leid, so viele Tippfehler.

    • MecVorPom, gibt es da überhaupt Ausbildungsplätze – und wenn, wie viele? In dem gesamten Bundesland leben weniger Menschen als im Großraum Köln. Der Arbeitsmarkt in MecVorPom ist davon geprägt, dass viele junge Leute – meist Mädchen – abwandern, da sie keine adäquaten Arbeitsplätze mit entsprechender Entlohnung finden.

      Diejenigen, die bleiben, sind mit Sicherheit nicht die mobilsten und auch nicht die cleversten, so dass die Ausbilder Grund zur Klage haben. Nur scheinen die Ausbildungsplätze nicht so attraktiv zu sein, dass sich Bewerber aus anderen Bundesländern um sie reißen würden. You get what you pay for …

  7. @ dickebank, na Ihr Beitrag strotzt ja nur so von Klischees. Am aberwitzigsten finde ich die Annahme, dass diejenigen bleiben, die nicht die schlausten sind – sonst würden sie ja nicht bleiben, nicht wahr?! Das erinnert mich an das „Wortspiel“, was denn DDR bedeute: der doofe Rest. Naja, da lachen Sie vielleicht noch, aber wenn Sie sind auch ein Nachfahre jener, die im 18. und 19. Jahrhundert nicht aus Deutschland auswanderten, als es Hunderttausende in alle Welt zog. Hm, also auch nicht einer der schlausten?!? (Vererbt sich das eigentlich?) 😉

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