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Lehrerverband warnt vor negativen Folgen der Lehrerausbildungsreform in Schleswig-Holstein

KIEL. Nachdem SPD, Grüne und der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) am Donnerstag, 3. Juli, die umstrittene Reform der Lehrerausbildung auf den Weg gebracht haben, übt der Vorsitzende des Philologenverbandes Schleswig-Holstein, Helmut Siegmon, massive Kritik an der Entscheidung.

„Wie zu erwarten oder wie befürchtet, hält die Küstenkoalition aus SPD, Grüne und SSW gegen die ausdrückliche Expertise der Fachleute am Einheitslehrer fest, den sie verharmlosend lieber Sekundarlehrer genannt wissen möchte“, sagt Helmut Siegmon. Damit schaffe sie die letzte tragende Säule des Gymnasiums ab: die Gymnasiallehrerinnen und Gymnasiallehrer. „Der Weg zur Einheitsschule ist dann frei.“ Die Beschwichtigungsformel, die Gymnasien stärken zu wollen, erweise sich insbesondere auch im Zusammenhang mit der Abschaffung der Schulartempfehlung, der weitgehenden Abschaffung der Klassenwiederholung und der Schrägversetzung sowie der Abschaffung der schulartspezifischen Curricula nun endgültig als Täuschungsmanöver gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern Schleswig-Holsteins.

Stand gehörig unter Druck: Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Waltraud Wende. (Foto: Steffen Voss/Bildungsministerium Schleswig Holstein)

Die umstrittene Reform der Lehrerausbildung stammt von der parteilosen Wissenschaftsministerin Waltraud Wende. (Foto: Steffen Voss/Bildungsministerium Schleswig Holstein)

Die Küstenkoalition und damit alle Landtagsabgeordneten, die dem unzureichenden Gesetzentwurf in einem desolaten Gesetzgebungsverfahren zustimmten, trügen die Verantwortung für weitere Unruhe, die das Gesetz in den Schulen auslösen werde, so Siegmon. „Der Einheitslehrer ist die absolut falsche Antwort auf das neue Schulgesetz, das ausdrücklich zwei sehr unterschiedlich profilierte Schularten ausweist und entsprechend auf die unterschiedlichen Antworten eine schulartbezogene Lehrerbildung braucht. Multiprofessionelle Teams von Spezialisten wären eine zukunftsweisende Konzeption statt vermeintliche Alleskönner, die vereinsamen und sich sehr schnell überfordern.“

Das vorgelegte Lehrkräftebildungsgesetz werde Schleswig-Holstein sowohl finanziell als auch bezüglich der Qualitätssicherung teuer zu stehen kommen, „auch, weil die klügsten Köpfe für den Lehrerberuf um Schleswig-Holstein einen Bogen machen“. „Es wäre tragisch für unser Land, wenn diese fatale bildungspolitische Fehlentscheidung aus Motiven der politischen Gesichtswahrung nicht rechtzeitig korrigiert würde. Innehalten ist das Gebot der Stunde, denn Sorgfalt geht vor Schnelligkeit.“

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