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Biologie: MV geht zum Arzt – 20 000 Probanden für Gesundheitsstudie gesucht

NEUSTRELITZ. Blutdruck, Lungenfunktion, Greifkraft der Hand: In den nächsten Jahren werden Tausende Mecklenburger und Vorpommern genau analysiert. Ziel ist, Krankheiten besser verstehen und vorbeugen zu können. Es ist ein Rekordunterfangen.

In Neustrelitz haben Untersuchungen für ein Gesundheits-Megaprojekt begonnen. Die sogenannte Nationale Kohorte ist nach Angaben der Projektleiter die größte Gesundheitsstudie Deutschlands. Die landesweit ersten Probanden würden bereits «auf Herz und Nieren geprüft», teilte die Universitätsmedizin Greifswald mit. Bis 2018 sollen in Mecklenburg-Vorpommern rund 20 000 Männer und Frauen untersucht werden.

Das Ziel der Studie ist es, neue Erkenntnisse darüber zu gewinnen, was Menschen krank macht und wie sie sich vor Krankheiten schützen können. Der Schwerpunkt liegt dabei auf «Volkskrankheiten» wie Krebs, Diabetes, Demenz, Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Über 20 Jahre hinweg sollen dazu bundesweit 200 000 Männer und Frauen in 18 Studienzentren untersucht werden.

Die Teilnehmer sind zwischen 20 und 69 Jahre alt und werden jeweils mindestens zehn Jahre lang beobachtet. Eingeladen werden sie nach dem Zufallsprinzip mit Hilfe der Einwohnermeldeämter.

Die Erstuntersuchung dauert zwischen dreieinhalb und sechs Stunden, in mehrjährigen Intervallen folgen weitere Tests. Neben medizinischen Ermittlungen zu Blutdruck, Lungenfunktion und Handgreifkraft werden die Teilnehmer auch zu Lebensgewohnheiten und sozialem Umfeld befragt.

Das Forschungsprojekt baut teils auf der regionalen SHIP-Studie (Study of Health in Pomerania) auf. Darin ermittelt die Universität Greifswald bereits seit 1997 Daten zu Volkskrankheiten der Bevölkerung in Vorpommern.

«Die Erkenntnisse aus der SHIP-Studie sind eine elementare Grundlage für die medizinische Forschung und auch die Nationale Kohorte wird unsere Gesellschaft nachhaltig verändern», sagte der Leiter des Instituts für Community Medicine an der Universitätsmedizin, Wolfgang Hoffmann. Hoffmann ist als Vorstandsmitglied auch an der Nationalen Kohorte beteiligt.

In Mecklenburg-Vorpommern sind ein Studienzentrum Neustrelitz sowie das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum in Neubrandenburg die Anlaufpunkte für das neue Projekt. Andere Regionen hatten schon früher mit den Untersuchungen begonnen, unter anderem in Niedersachsen.

Die Kosten des Forschungsprojekts liegen bei insgesamt 210 Millionen Euro – auch das ist ein Rekord für eine deutsche Studie, wie die Organisatoren mitteilten. Christopher Weckwerth

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