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NRW-CDU: Zusätzliche Millionen für Inklusion ausgeben

DÜSSELDORF. Kurz vor Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Handicap in NRW hat die CDU-Fraktion mehr Geld für die Inklusion verlangt. Von den jährlich 279 Millionen Euro, die in NRW ab 2015 frei werden könnten – sofern Pläne zur kompletten Bafög-Übernahme durch den Bund umgesetzt werden – solle ein Großteil in die Umsetzung der schulischen Inklusion fließen. Das forderten der stellvertretende Fraktionschef Klaus Kaiser und die CDU-Bildungsexpertin Petra Vogt in Düsseldorf. Zum neuen Schuljahr haben behinderte Kinder – beginnend zunächst in den Klassen eins und fünf – einen Rechtsanspruch auf inklusiven Unterricht an einer Regelschule.

In dem Inklusionsgesetz, das am 1. August in Kraft tritt, fehlten aber Qualitätsstandards und wichtige Rahmenbedingungen, sagte Vogt. Es bestehe die Gefahr, dass das Leistungsniveau bei einer schlecht vorbereiteten Inklusion insgesamt sinke. Das Förderschulsystem zu «zerschlagen», sei falsch. Ob schulische Inklusion funktionieren werden, müsse sich erst noch erweisen. Die rot-grüne Regierung agiere kurzsichtig: «Inklusionsversagen ist nicht vorgesehen.»

Viele Lehrer fühlten sich nicht ausreichend vorbereitet, ergänzte Kaiser. Daher müsse mehr in Fortbildungsmöglichkeiten für Schulen investiert werden, die nun mit inklusiven Klassen an den Start gehen wollten. Auch Beratungsangebote für Eltern gehörten gestärkt. An Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) appellierte die CDU, NRW solle einer geplanten Grundgesetzänderung im Bundesrat zustimmen. Denn nur so werde der Weg frei für ein bildungspolitisches Gesamtpaket, das auch die komplette Bafög-Übernahme durch den Bund ab 2015 vorsehe. dpa

Ein Kommentar

  1. Wiederholt wird erst etwas eingeführt und sich danach um dafür geschulte Lehrkräfte gekümmert in der Hoffnung, das „Learning by Doing“ teuren Fortbildungsbedarf erübrigt. Unterrichtsmaterialien seitens der Verlage sind wohl auch erst in der Mache. Es ist zu hoffen, das alle Eltern tatsächlich die Wahl zwischen einer inklusiven und nicht-inklusiven Schule haben. Damit meine ich ausdrücklich _alle_ Eltern, also auch die mit Kindern _ohne_ inklusivem Förderbedarf, die die Förderung ihres eigenen Kindes gefährdet sehen, weil sich die Lehrkräfte vornehmlich um die Inklusionskinder kümmern müssen. Wenn sie letzteres nicht tun, handeln Sie ja entgegen der Inklusion, wonach _jedes_ Kind ja gefördert werden muss. Da müssen sich die nicht-behinderten Kinder halt mal hinten anstellen.

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