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Philologenverband hält G8/G9-Befragung in Hamburg fast für Manipulation

HAMBURG. Für den Philologenverband Schleswig-Holstein hat sich die Befragung der Hamburger Schulkonferenzen zu einer Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren am Rande der Manipulation bewegt. «Das kann man Manipulation nennen. Aber das ist natürlich alles in der Bandbreite der politischen Willens- und Meinungsbildung», sagte Verbandschef Helmut Siegmon am Montag in Hamburg. Konkret gehe es um Verfahrensweisen und die Gestaltung von Befragungen. Wäre er selbst Behördenvertreter, hätte er wohl auch die Schulen befragt, die eine Umstellung vom «Turbo-Abi» G8 auf G9 fürchten, sagte Siegmon. «Wenn die Schulbehörde die Bevölkerung insgesamt befragt hätte (…) dann sähe die Sache wahrscheinlich anders aus.»

Bei der Befragung aller 60 Hamburger Gymnasien durch die Schulbehörde hatten sich Ende Mai knapp 77 Prozent (46 Schulen) gegen eine längere Gymnasialzeit ausgesprochen. Sechs Schulen sprachen sich für G9 aus, sieben gaben keine Bewertung ab. Insgesamt hatten laut Behörde 743 Vertreter der Schulkonferenzen abgestimmt, darunter Schüler, Eltern und Lehrer.

Die Volksinitiative «G9-Jetzt-HH», auf deren Einladung Siegmon nach Hamburg gekommen war, präzisierte unterdessen ihre Forderungen für ihr am 18. September startendes Volksbegehren. Laut dem im Rathaus übergebenen Abstimmungstext fordert sie Senat und Bürgerschaft auf, G9 unverzüglich wieder einzuführen und G9 – wenn von den Eltern gewünscht – parallel zum G8 an allen Gymnasien anzubieten. Die Entscheidung träfen die Eltern bei der Anmeldung ihrer Kinder zur Klasse 5. Übergangsweise soll Schülern der Klassen 5 bis 7 zudem ein Wechsel von G8 zu G9 ermöglicht werden. dpa

Ein Kommentar

  1. wenn die Entscheidung den Eltern unabhängig von den Lehrern überlassen werden soll, dann haben die Eltern auch für geeignete Lehrpläne und Bücher zu sorgen. Besonders der Parallelbetrieb von G8/9 an einer Schule dürfte in einem noch größeren Chaos enden als das verkorksteste G8.

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