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Schock und Trauer nach dem Mord an einem Achtjährigen – auch in den Schulen

FREIBURG. Nach dem gewaltsamen Tod eines Achtjährigen in Freiburg kommen mehr als 2000 Menschen zu einem Trauermarsch zusammen, darunter viele Schüler und Lehrer. Der Schock sitzt tief: Die Suche nach dem Mörder hat bislang kein Ergebnis gebracht. Die Verunsicherung ist auch im Unterricht zu spüren.

Mit Kerzen in der Hand und gemeinsamen Gebeten bildeten 2000 Menschen einen Trauermarsch. Foto: Arivumathi / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Mit Kerzen in der Hand und gemeinsamen Gebeten bildeten 2000 Menschen einen Trauermarsch. Foto: Arivumathi / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Es herrschen Trauer und Fassungslosigkeit – auch knapp eine Woche nach der Tat. Eine ganze Stadt steht unter Schock. Weil Eltern und Schüler nach der grausamen Tat verunsichert sind, wird der Fall auch Thema im Schulunterricht. «Das wird natürlich thematisiert, weil ein solch schreckliches Ereignis die Menschen bewegt», sagt eine Lehrerin. «Ziel ist, Ängste zu nehmen und gleichzeitig die Sorgen der Kinder ernst zu nehmen.» Zudem werde besprochen, wie sich Kinder am besten verhalten. Doch am besten wäre es, sagt die Pädagogin, «wenn der Täter schnell gefunden wird».

Die Ermittler rätseln, wer der Mörder ist und welches Motiv er hatte. Nach dem gewaltsamen Tod des acht Jahre alten Armani in Freiburg haben am Samstag mehr als 2000 Menschen des ermordeten Jungen gedacht. Mit Kerzen in der Hand und gemeinsamen Gebeten bildeten sie einen Trauermarsch. Und nahmen Abschied. «Nach wie vor herrscht starke Betroffenheit weit über Freiburgs Grenzen hinaus», sagt die Freiburger Polizeisprecherin Laura Riske. «Die Resonanz aus der Bevölkerung ist anhaltend.» Das zeigt auch der Trauerzug am Samstag. Er findet nicht weit entfernt von dem Ort statt, an dem Armanis Leiche vergangenen Montagfrüh gefunden wurde. Der Achtjährige ist von einem Unbekannten ermordet wurden, vom Täter gibt es keine Spur. Zuletzt lebend gesehen wurde der Junge am Abend zuvor auf einem Spielplatz – mit einem Fußball in der Hand.

Über die Internet-Plattform Facebook ist zu dem Trauermarsch aufgerufen worden. Es kommen deutlich mehr Menschen als erwartet. Viele Familien sind da. Kinder lassen Luftballons in den Himmel steigen, große Bestürzung ist zu spüren. «Wir wollen durch unsere Teilnahme den Eltern und anderen Angehörigen zeigen, dass sie nicht alleine sind», sagt eine Mutter.
«Uns wird der Boden unter den Füßen weggezogen», erklärt der evangelische Pfarrer Markus Engelhardt. Der Täter möge rasch gefunden werden. «Dass wenigstens diese Qual von den Eltern genommen wird», betont der katholische Pfarrer Wolfgang Gaber. Auch in den Gottesdiensten wird des toten Jungen gedacht. Beim Trauerzug selbst wird geschwiegen, nur die Geistlichen kommen zu Wort.

Bereits am Freitag ist Armani in Freiburg beigesetzt worden. Angehörige des Jungen haben eine Online-Petition gestartet. Sie verlangen unter anderem einen besseren Schutz für Kinder sowie eine lebenslange Sicherungsverwahrung für Kindermörder. Solche Forderungen werden beim Trauermarsch nicht laut. Bei ihm steht das stille Gedenken an den ermordeten Jungen im Vordergrund. JÜRGEN RUF, dpa

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