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Stellenabbau bei Lehrern in Sachsen bleibt unklar

DRESDEN. Vor der anstehende Landtagswahl liefern sich die Parteien eine heftige Debatte. Kultusministerin Brunhild Kurth weicht Fragen der SPD aus, sichert aber jährliche Neueinstellungen von mindestens 1000 Lehrern zu.

Solides Fundament oder Pfusch am Bau: Sachsens Landtag hat am Donnerstag zum letzten Mal in dieser Wahlperiode über Bildung debattiert und dabei sehr unterschiedliche Sichtweisen über den Zustand des Schulsystems offenbart. Während Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) das Bild vom «soliden Fundament» gleich mehrfach benutzte, zählten Vertreter der Opposition vor allem Mängel auf: Stundenausfall, übervolle Klassen oder fehlende Planungssicherheit. «Wenn alles in Ordnung wäre, gäbe es nicht die Proteste», sagte die Abgeordnete Cornelia Falken (Linke) mit Verweis auf Demonstrationen von Schülern und Eltern in dieser Woche.

Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth will jährlich 1000 Lehrer neu einstellen, alllerdings entspricht  diese Zahlungefähr den Altersabgängen. Foto: Sächsisches Kultusministerium.

Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth will jährlich 1000 Lehrer neu einstellen, alllerdings entspricht diese Zahlungefähr den Altersabgängen. Foto: Sächsisches Kultusministerium.

Eva-Maria Stange (SPD) verlangte Auskunft über 820 Lehrerstellen, die bis 2020 verschwinden sollen. Kurth ging nicht darauf ein, sicherte aber die jährliche Neueinstellung von mindestens 1000 Lehrern zu. Unklar ist, ob bei den künftig steigenden Schülerzahlen zusätzliche Pädagogen ins Schulsystem kommen. Denn auch die Altersabgänge liegen jenseits der 1000.

Patrick Schreiber (CDU) warf Stange vor, das sächsische Schulsystem schlecht zu reden, obwohl es über die Grenzen Deutschlands hinaus Anerkennung genieße. Die Wünsche der Opposition würden sich auf jährliche Mehrkosten von 337 Millionen Euro summieren. Wie das finanziert werden soll, sage die Opposition nicht.

Schon seit Wochen sorgt der Bedarf an Lehrern für Diskussionen im Freistaat. Eltern kritisieren überfüllte Klassen sowie Zusammenlegungen und fordern, künftig pro Jahr 1700 statt der geplanten rund 1000 Lehrer einzustellen. Lorenz vom Landeselternrat fürchtet zudem, dass die zulässige Schülerzahl pro Klasse bald von 28 auf 32 Kinder angehoben werden könnte.

In Dresden hatten sich am Dienstag rund einhundert Eltern, Lehrer und Schüler versammelt, um mit einem rot-weißen Absperrband rund um das Kultusministerium und Transparenten auf die «Baustelle Bildung» aufmerksam zu machen. In Leipzig waren laut Polizei am Nachmittag rund 250 Menschen zum Sternmarsch auf die Regionalstelle der Bildungsagentur unterwegs. Gewitter und Starkregen machten den Veranstaltern allerdings einen Strich durch die Rechnung, es kamen weniger Demonstranten als erwartet.

Auch in Chemnitz fiel der Aktionstag unter dem Motto ««Gute Bildung für alle» buchstäblich ins Wasser. Nach Angaben der Organisatoren soll die Kundgebung aber im September nachgeholt werden. Auch in Bautzen und Zwickau waren Kundgebungen geplant. (News4teachers mit Material der dpa)

zum Bericht: GEW Sachsen kritisiert die Ergebnisse der Haushaltsklausur

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