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Vor 100 Jahren fing es an: Ein Quiz zum Ersten Weltkrieg

DÜSSELDORF. Einen Monat nach der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand durch den serbischen Nationalisten Gavrilo Princip in Sarajevo erklärte Österreich-Ungarn am 28. Juli 1914 Serbien den Krieg und löste damit den ersten Weltkrieg aus. Rund ein Jahrhundert ist seitdem vergangen. Den diesjährigen Gedenktag wollen wir daher zum Anlass nehmen, die »Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts« mithilfe eines Quiz’ näher zu beleuchten – nutzbar auch in der Druckversion (siehe unten) etwa als spielerische Einheit im Geschichtsunterricht. Die notwendigen Informationen bekommen Mitspieler aus dem unten angefügten Text, entnommen aus dem Brockhaus-Wissensservice. Zu den Lösungen kommen Sie hier. Hier gibt es weitere Informationen zum Brockhaus Wissensservice. Schulen können dort einen Gratis-Probezugang erhalten.

1. Welche Länder bildeten die Mittelmächte zu Beginn des Ersten Weltkriegs?
a) Frankreich, Großbritannien, Russland
b) Deutschland, Österreich-Ungarn
c) Deutschland, Frankreich

2. Welche russische Armee besiegte der preußische General Paul von Hindenburg in Ostpreußen Ende August 1914?
a) Narew-Armee bei Tannenberg
b) Njemen-Armee bei Gumbinnen
c) Njemen-Armee an den Masurischen Seen

3. Wann und wo setzten die deutschen Streitkräfte das erste Mal Giftgas ein?
a) am 22. April 1915 bei Ypern
b) am 31. Januar 1915 bei Bolymow
c) am 7. Februar bei Warschau

4. Warum entschlossen sich die deutsche und die österreichisch-ungarische Heeresleitung im Spätsommer 1915 zum Angriff auf Serbien?
a) um den Serben, die selbst einen Angriff planten, zuvorzukommen
b) um die eigenen Stellungen zu stärken
c) um Landverbindung mit der Türkei zu erhalten

5. Was bereitete den Mittelmächten Ende 1916 die größten Probleme?
a) die Fernblockade Großbritanniens in der Nordsee und im Kanal, die die Versorgung mit Nahrungsmitteln beeinträchtigte
b) die Luftangriffe amerikanischer Truppen, die kriegswichtige Fabriken zerstörten
c) der Einsatz von Giftgas durch französische und britische Truppen

German troops entering Riga, September 3, 1917. (Foto: anonym/Wikimedia)

Deutsche Truppen marschieren in Riga ein, 3. September 1917. (Foto: anonym/Wikimedia)

6. Welches Ereignis führte im Februar 1915 zum uneingeschränkten Unterseebootkrieg Deutschlands?
a) die Niederlage im Seegefecht auf der Doggerbank
b) der Verlust von drei Kreuzern im Seegefecht bei Helgoland
c) die Niederlage in der Schlacht vor dem Skagerrak

7. Welcher Umstand führte 1917 zum Kriegseintritt der USA?
a) der wenig erfolgreiche Angriff der Briten auf deutsche Truppen in Flandern
b) der Zusammenbruch Russlands und der Sieg der Mittelmächte in Oberitalien
c) der von Deutschland begonnene uneingeschränkte U-Boot-Krieg

8. Welches Land auf Seiten der Mittelmächte schloss als erstes Waffenstillstand mit Frankreich, Großbritannien und Russland?
a) Österreich-Ungarn
b) Türkei
c) Bulgarien

9. Wann errang Deutschland seinen ersten Luftsieg über ein französisches Flugzeug?
a) am 5. November 1914
b) am 5. November 1915
c) am 5. November 1916

10. Wie viele Menschen ließen im Ersten Weltkrieg ihr Leben oder wurden verwundet?
a) insgesamt rund 8,5 Millionen
b) insgesamt rund 21 Millionen
c)insgesamt rund 29,5 Millionen

Screenshot aus dem Brockhaus-Wissensservice zum Thema Weltkrieg.

Screenshot aus dem Brockhaus-Wissensservice zum Thema Weltkrieg.

 

Aus dem Brockhaus Wissensservice:

Der Erste Weltkrieg

Nach der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand durch den serbischen Nationalisten Gavrilo Princip in Sarajevo am 28. Juni 1914 drängte in Wien eine Kriegspartei unter Generalstabschef Franz Graf Conrad von Hötzendorf und Außenminister Leopold Graf Berchtold auf rasche Ausnutzung des Attentats zu einem militärischen Schlag gegen das politisch längst unbequem gewordene Serbien. Zur Absicherung war jedoch die Rückendeckung des deutschen Bündnispartners gegen Russland unerlässlich. Am 5. beziehungsweise 6. Juli 1914 gab Berlin Österreich-Ungarn das Signal zum Handeln. Wien sollte seinen Rang als Großmacht und seinen Wert als Bündnispartner des Deutschen Reichs durch eine umgehende »Kraftäußerung« auf dem Balkan beweisen. Deutschland hoffte, die Großmächte – Großbritannien, Frankreich, Russland – aus dem Konflikt heraushalten zu können. Doch innerhalb einer Woche nach der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien am 28. Juli entwickelte sich die Juli-Krise mit der britischen Kriegserklärung am 4. August zum unerwünschten Weltkrieg. Vorausgegangen waren am 1. und 3. August Kriegserklärungen des Deutschen Reichs an Russland und Frankreich.

Folgende Mächtekonstellationen standen sich während des Ersten Weltkriegs gegenüber: Deutschland und Österreich-Ungarn, im November 1914 erweitert durch das Osmanische Reich und im Oktober 1915 durch Bulgarien bildeten die Mittelmächte. Den Dreiverband bestehend aus Großbritannien, Frankreich und Russland ergänzten nach dem deutschen Einmarsch am 4. August 1914 Serbien und Belgien sowie am 23. August Japan. Dem dreier Bündnis schlossen sich die übrigen Gegner der Mittelmächte als »Alliierte« an, später auch die USA, die als »Assoziierte« eine gewisse Distanz hielten. Wichtigste Kriegsteilnehmer aufseiten der Alliierten waren später Italien – mit Kriegserklärung an Österreich-Ungarn im Mai 1915 und an Deutschland im August 1916 – sowie Rumänien, Portugal (1916), die USA, Griechenland, China, Brasilien und die meisten anderen lateinamerikanischen Staaten (1917). Neutral blieben bis zuletzt im Wesentlichen die Schweiz, die Niederlande, Dänemark, Schweden, Norwegen, Spanien.

Die militärische Dimension des Krieges: Kampfhandlungen fanden wegen der globalen Ausdehnung des Mächtesystems auf fast allen Kontinenten und den meisten großen Meeren, daneben auch schon im Luftraum statt. Schwerpunkt der Kämpfe zu Land war Europa mit je zwei Hauptfronten, West- und Ostfront, und Nebenfronten. Im Südosten wechselten die Schauplätze zwischen Serbien, Rumänien, und Thessaloniki, die Südfront bildete Italien ab 1915. Hinzu kamen als Verlängerung der Südostfront drei Fronten des Osmanischen Reichs: gegen Russland im Kaukasus und in Armenien, gegen Großbritannien in Irak und an der Suezfront beziehungsweise ab Ende 1917 in Palästina, vorübergehend auch im Kampf um die Meerengen im Jahr 1915.

Kräfteverhältnis zu Beginn des Krieges: Weil in Deutschland – anders als in Frankreich – nahezu die Hälfte der Wehrpflichtigen nicht zum Wehrdienst einberufen worden war, verfügte Frankreich über ein Feldheer von 1,86 Millionen Mann bei 36,6 Millionen Einwohnern gegenüber Deutschland mit 2,29 Millionen Mann bei 67 Millionen Einwohnern und Österreich-Ungarn mit 1,42 Millionen Mann bei 51 Millionen Einwohnern. Da Russland und Serbien zusammen rund 3,6 Millionen Mann aufbrachten, standen den Mittelmächten mit etwa 3,7 Millionen Mann rund 5,8 Millionen Mann der Alliierten einschließlich Großbritannien und Belgien an Landtruppen gegenüber.

Der deutsche Aufmarsch erfolgte mit sieben Armeen im Westen gegen Frankreich. Zum Plan gehörte den Festungsgürtel Frankreichs zu umgehen und dessen Heer in einer großen Umfassungsoperation zu besiegen. Dafür durchquerte ein starker rechter Flügel das neutrale Belgien. Die Grenzschlachten Ende August brachten keine Entscheidung; die deutschen Truppen überschritten Anfang September die Marne östlich von Paris, wurden aber in der Zeit vom 6 bis 9. September hinter den Fluss Aisne zurückgedrängt. Gegenseitige Überflügelungsversuche im Herbst dehnten die Front im »Wettlauf zum Meer« bis zur Nordsee aus. In den folgenden zwei Schlachten in Flandern im Oktober und November mit dem Schwerpunkt bei Ypern schlugen alle deutschen Versuche fehl, zur französischen Kanalküste vorzudringen. Danach erstarrte die Westfront im Stellungs- und Grabenkrieg.
Im Osten stellte sich Ende August der preußische Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg der russischen Narew-Armee in Ostpreußen erfolgreich entgegen. Nach ihrer Vernichtung bei Tannenberg (26.-31.August) wandte sich Hindenburg gegen die russische Njemen-Armee und besiegte sie an den Masurischen Seen (6.-14.September).
Das österreichisch-ungarische Heer war währenddessen bis zum 1. September bis Komarów vorgedrungen, musste jedoch im September vor der russischen Übermacht in die Karpaten und hinter die Wisłoka zurückweichen. Zu seiner Unterstützung wurde die aus Teilen der 8. gebildete deutsche 9. Armee unter Hindenburg nördlich von Krakau eingesetzt. Hindenburg wurde am 11. November Oberbefehlshaber Ost. Im Dezember wurden die Russen hinter die Bzura und obere Pilica und bei Krakau zurückgedrängt. Danach ging auch die Ostfront zum Stellungskrieg über.
Der Feldzug gegen Serbien begann am 12. August mit einem erfolglosen österreichisch-ungarischen Vorstoß über die Drina. Nach einem neuen Angriff im September konnte das österreichisch-ungarische Heer am 2. Dezember Belgrad einnehmen, musste sich jedoch infolge eines serbischen Gegenstoßes hinter Drina und Save wieder zurückziehen.

1915 versuchten die Franzosen und Briten unter steigendem Kräfte- und Materialeinsatz vergeblich, in der Winterschlacht in der Champagne (16. Februar bis 19. März), der Frühjahrsschlacht im Artois (9. Mai bis 18. Juni) und der Herbstschlacht im Artois und in der Champagne (22. September bis 14. Oktober), die deutsche Abwehrfront im Westen zu durchbrechen. Ein deutscher Angriff zur Abschnürung des Ypern-Bogens vom 22. April bis 24. Mai kam über Anfangserfolge nicht hinaus. Am 22. April kam es bei Ypern durch die Deutschen zum ersten großen Gasangriff in der Kriegsgeschichte. Der erste Giftgaseinsatz von deutscher Seite bei Bolymow, rund 50 Kilometer westlich von Warschau, am 31. Januar 1915 war aufgrund niedriger Temperaturen gescheitert.
Im Osten schlug Hindenburg in der Winterschlacht in Masuren, vom 7. bis zum 27. Februar, den russischen Nordflügel vernichtend. Die im Januar an der österreichisch-ungarischen Karpatenfront eingesetzte deutsche Südarmee warf die nach Ungarn vorgedrungenen Russen wieder zurück. Mitte Juli traten die deutschen Armeen in Polen und Litauen zum Angriff an. In schneller Folge fielen im August und September Iwangorod, Warschau, Kowno, Brest-Litowsk, Grodno und Wilna. Ende September wurde die Offensive in einer von der Bukowina über Pinsk nach Dünaburg und längs der Düna zur Rigaer Bucht verlaufenden Linie eingestellt.

Die Ereignisse auf den Nebenfronten 1915: Italien schloss sich nach ergebnislosen Verhandlungen mit Wien über territoriale Kompensationen (Trentino) der Entente an und erklärte am 23. 5. Österreich-Ungarn den Krieg (dem Deutschen Reich erst am 28. 8. 1916). Generalstabschef General L. Cadorna setzte die Masse des Heeres am Isonzo zum Durchbruch auf Laibach ein; in den ersten vier Isonzoschlachten (Juni–November) konnten die schwachen österreichisch-ungarischen Kräfte nur auf ihre Hauptstellung zurückgedrängt werden.
Das Osmanische Reich hatte im August 1914 mit Deutschland ein Bündnis geschlossen und trat im November in den Krieg ein. Die von Kriegsminister Enver Pascha geführten Hauptkräfte versammelten sich um Konstantinopel. Ein türkischer Angriff auf die russischen Truppen im Kaukasus endete im Januar 1915 mit einem schweren Rückschlag. Ebenso scheiterte ein Vorstoß gegen den Suezkanal. Nach einem erfolglosen britisch-französischen Flottenangriff auf die Dardanellen am 18. März landeten die Alliierten am 25. April auf der Halbinsel Gallipoli, konnten aber die türkische Abwehrfront nicht durchbrechen und mussten Ende 1915 abziehen. Vom Persischen Golf auf Bagdad vorstoßende britische Truppen wurden von den Türken am 22. November bei Ktesiphon geschlagen und in Kut al-Amara eingeschlossen, wo sie am 29. April 1916 kapitulierten.
Um Landverbindung mit der Türkei zu erhalten, entschlossen sich die deutsche und die österreichisch-ungarische Heeresleitung im Spätsommer 1915 zum Angriff auf Serbien. Bulgarien verpflichtete sich in einer Militärkonvention am 6. September zur Teilnahme. Unter dem preußischen Generalfeldmarschall August Mackensen erzwangen die deutsche 11. und die österreichisch-ungarische 3. Armee im Oktober den Übergang über Donau und Save. In schweren Kämpfen wurden die Serben im Oktober und November vernichtend geschlagen. Zu ihrer Unterstützung landeten am 5. Oktober britisch-französische Truppen bei Thessaloniki. Sie drangen im November nach Makedonien vor und wurden im Dezember von den Bulgaren über die griechische Grenze zurückgeworfen. Mit der Eroberung Montenegros und Albaniens durch österreichisch-ungarische Kräfte im Januar/Februar 1916 schloss der Balkanfeldzug der Mittelmächte ab.

Die Kämpfe an der West- und Ostfront und gegen Italien 1916: Anfang 1916 entschloss sich der preußische General Erich von Falkenhayn zum Angriff auf die französische Stadt Verdun. Die Schlacht um Verdun, die von Februar bis Dezember andauerte, entwickelte sich zu einer Material- und Zermürbungsschlacht um jeden Fußbreit Boden. Beide Seiten erlitten schwere Verluste. Insgesamt starben mehr als 700.000 Mann.
Ein am 15. Mai einsetzender österreichisch-ungarischer Angriff in Tirol zur Entlastung der Isonzofront musste wieder eingestellt werden, als am 4. Juni die russische Brussilow-Offensive gegen den Süden der Ostfront begann. Sie konnte erst im August zum Stehen gebracht werden.

Ein am 24. Juni begonnener britisch-französischer Großangriff an der französischen Somme wurde in fünfmonatigem Kampf abgewehrt. Der Misserfolg vor Verdun, die Sommekrise und die rumänische Kriegserklärung an Österreich-Ungarn am 27. August führten am 29. August zur Ablösung Falkenhayns als Generalstabschef durch Hindenburg. Die neue Oberste Heeresleitung stellte den Angriff auf Verdun ein und entschloss sich zur Offensive gegen Rumänien.
Ein bulgarischer Vorstoß in die Dobrudscha Anfang September endete im Oktober mit der Besetzung Konstanzas und Cernavodăs. Die deutsche 9. Armee unter Falkenhayn besiegte die nach Siebenbürgen vorgestoßenen Rumänen bei Hermannstadt (26. bis 29. September) und Kronstadt (7./8. Oktober). Im November erkämpfte sie den Übergang über die Südkarpaten, die Transsilvanischen Alpen, und drängte den Gegner gemeinsam mit der am 23. November bei Swischtow über die Donau gegangenen Donau-Armee nach Osten zurück. Nach schwerer Niederlage am Argeş (1. bis 3. Dezember) räumten die Rumänen die Walachei. Die Verbündeten besetzten am 6. Dezember Bukarest.
An der makedonischen Front wehrten deutsch-bulgarische Kräfte im Herbst einen großen Angriff der Thessaloniki-Armee ab. Am Isonzo versuchten die Italiener in fünf weiteren Schlachten vom Juni bis November erfolglos, die österreichisch-ungarischen Stellungen zu durchbrechen. Eine russische Offensive in Armenien warf die Türken weit zurück.

Trotz des Sieges über Rumänien und der Abwehr aller Angriffe war die Lage der Mittelmächte Ende 1916 ernst. Die 1914 errichtete britische Fernblockade in der Nordsee und im Kanal führte zu einer Hungersnot in Deutschland, auch als »Kohlrübenwinter« von 1916/17 bekannt. Die Donaumonarchie wurde durch die innere Opposition der Slawen und den Tod Kaiser Franz Josephs I. am 21. November erschüttert. Die Versuche seines Nachfolgers, Karls I., einen Sonderfrieden zu erreichen, bewirkten eine Entfremdung zu Deutschland. Im Deutschen Reich sprengte der Streit um die Kriegsziele die nationale Einheitsfront der politischen Parteien. Das Friedensangebot der Mittelmächte vom 12. Dezember lehnte der Dreiverband ab. Die Friedensnote des amerikanischen Präsidenten Thomas Woodrow Wilson vom 18. Dezember, der für einen »Frieden ohne Sieg« eintrat, blieb wirkungslos. Zur Fortführung des Krieges zog das Deutsche Reich infolgedessen alle zivilen Kräfte heran. Dadurch sollte die Rüstungsindustrie und Ernährungswirtschaft angekurbelt werden.

Die West- und Ostfront 1917 und der Zusammenbruch Russlands: In Erwartung einer neuen Großoffensive der Alliierten im Sommegebiet wurde die Front Mitte März in die stark ausgebaute »Siegfriedstellung« zurückgenommen. Dabei handelte es sich um ein rückwärtiges Stellungssystem im Raum westlich von Lille bis zum Damenweg. Darauf griffen die Alliierten im April und Mai unter extremem Kräfte- und Materialeinsatz an der Aisne und in der Champagne sowie bei Arras an, wurden aber in beweglicher Verteidigung abgewiesen. Ebenso wenig vermochten die Briten in der Schlacht in Flandern vom 31. Juli bis November größere Erfolge zu erzielen. Ihr Geländegewinn unter Einsatz neuartiger Panzerwagen in der am 20. November begonnenen Schlacht bei Cambrai ging bei dem deutschen Gegenangriff Ende November/Anfang Dezember wieder verloren.
In Russland brach am 12. März die Februarrevolution aus. Zar Nikolaus II. dankte drei Tage später ab. Die neue Provisorische Regierung entschloss sich auf Drängen des Dreiverbands zur Kerenski-Offensiv, die am 1. Juli begann und die österreichisch-ungarische Front in Galizien teilweise zurückdrückte. Der Gegenangriff der Verbündeten bei Tarnopol am 19. Juli verdrängte die Russen aus Ostgalizien und der Bukowina. Die Eroberung Rigas am 3. September und der baltischen Inseln Ösel, Dagö, Moon in der Zeit vom 12. bis 21. Oktober vollendete deren militärische Niederlage. Mit der Oktoberrevolution kamen am 7. November die Bolschewiki an die Macht. Sie schlossen am 15. Dezember Waffenstillstand und traten am 22. Dezember in Friedensverhandlungen ein, die aber erst nach dem deutschen Einmarsch in Livland und Estland und der Besetzung der Ukraine am 3, März. 1918 zum »Diktatfrieden« von Brest-Litowsk führten. Den Kriegszustand mit Rumänien beendete am 7. Mai 1918 der Friede von Bukarest. Finnland schloss am 7. März 1918 einen Sonderfrieden mit dem Deutschen Reich und vertrieb danach mithilfe deutscher Truppen unter General R. Graf von der Goltz die Bolschewiki.

Die Kämpfe gegen Italien, in Makedonien und in der Türkei 1917: Die Lage an der Isonzofront war nach weiteren italienischen Angriffen im Frühjahr und August/September 1917 aufs Äußerste gespannt. Zur Entlastung griffen deutsche und österreichisch-ungarische Kräfte unter General O. von Below am 24. Oktober am oberen Isonzo an. Sie durchbrachen die italienische Stellung bei Flitsch-Tolmein und drängten die Italiener hinter den Piave zurück. Die deutsch-bulgarische Front in Makedonien trotzte allen Angriffen der Alliierten, denen sich Griechenland nach Abdankung König Konstantins am 27. Juni anschloss. Im Irak drängten die Briten die Türken im März bis über Bagdad zurück. Eine britische Offensive auf Palästina führte am 10. Dezember zur Einnahme Jerusalems.

Die Lage 1917 und die deutsche Offensive 1918: Durch den Zusammenbruch Russlands und den Sieg in Oberitalien waren die Mittelmächte entlastet worden. Andererseits hatte der nach schweren politischen Auseinandersetzungen von Deutschland am 1. Februar 1917 begonnene uneingeschränkte U-Boot-Krieg nicht die erhoffte entscheidende Wirkung gehabt, führte aber am 6. April zum Kriegseintritt der USA. Die Verschlechterung der Ernährungs- und Rohstofflage, Zerfallserscheinungen in der Donaumonarchie, die durch die Friedensresolution des Reichstags vom 19. Juli gewachsene innenpolitische Spannung in Deutschland und das zu erwartende Eingreifen amerikanischer Truppen erforderten eine baldige Beendigung des Krieges. Die Oberste Heeresleitung entschloss sich, eine militärische Entscheidung durch eine große Offensive im Westen zu suchen. Der am 21. März 1918 zwischen Arras und La Fère in 70 km Breite eingeleitete Angriff wurde nach großen Anfangserfolgen am 4. April östlich von Amiens gestoppt. Ein am 9. April beginnender Angriff beiderseits von Armentières kam nach Erstürmung des Kemmelberges am 25. April ebenfalls zum Stehen. Um die gegnerischen Reserven aus Flandern abzuziehen, erfolgte am 27. Mai ein neuer großer Angriff zwischen Soissons und Reims. Er führte in wenigen Tagen bis zur Marne bei Château-Thierry, blieb jedoch mit dem rechten Flügel am 13. Juni vor Compiègne und Villers-Cotterêts stecken. Weitere deutsche Offensiven zwischen Montdidier und Noyon in der Zeit vom 9. bis 14. Juni sowie an der Marne und in der Champagne vom 15. bis 17. Juli scheiterten ebenso.

Die Gegenoffensive des Dreiverbands und der Zusammenbruch der Mittelmächte: Auf alliierter Seite hatte der französische General Ferdinand Foch im April 1918 den Oberbefehl über alle Landstreitkräfte übernommen. Er begann seine Gegenoffensive am 18. Juli mit einem Flankenstoß aus dem Wald von Villers-Cotterêts, der zur Zurücknahme der deutschen Front hinter die Vesle führte. Weitere am 8. August östlich von Amiens einsetzende Angriffe drängten die Deutschen in die »Siegfriedstellung« zurück. Ende September traten die Alliierten in Flandern, im Artois und in der Champagne zur Generaloffensive an. Unter zähem Widerstand wichen die Deutschen im Oktober und Anfang November allmählich in die Antwerpen-Maas-Stellung zurück. Ursachen für diese Erfolge der Alliierten waren neben der völligen Erschöpfung der deutschen Kräfte das mit dem Eintreffen der Amerikaner rasch steigende Übergewicht an Personal und Material sowie der Masseneinsatz von Panzerwagen.
Inzwischen hatten Bulgarien am 29. September und die Türkei am 30. Oktober Waffenstillstand mit Frankreich, Großbritannien und Russland geschlossen. Am 28. Oktober durchbrachen die Alliierten die österreichisch-ungarische Front am Piave. Daraufhin bat auch die Wiener Regierung um Waffenstillstand, der am 3. November in Kraft trat. Die neue Reichsregierung seit dem 3. Oktober unter Reichskanzler Prinz Max von Baden widerstrebend am 5. Oktober den amerikanischen Präsidenten Wilson um Waffenstillstand und Einleitung von Friedensverhandlungen aufgrund seines aus 14 Punkten bestehenden Friedensprogramms vom 8. Januar 1918 ersucht.

Im Deutschen Reich vermochte die Einführung des parlamentarischen Regierungssystems den Zusammenbruch nicht mehr aufzuhalten. Aus Meutereien bei der Hochseeflotte, besonders in Kiel und Wilhelmshaven, entwickelte sich die Novemberrevolution, die am 9. November zur Ausrufung der Republik durch Philipp Scheidemann mit nachfolgendem Thronverzicht des Kaisers und des Kronprinzen führte. Am 11. November 1918 wurde im Wald von Compiègne mit den Alliierten ein Waffenstillstand geschlossen, der unter anderem die Räumung der besetzten Gebiete und Elsass-Lothringens binnen 14 Tagen, die des linken Rheinufers mit den Brückenköpfen Mainz, Koblenz und Köln binnen 30 Tagen vorsah. Weiterhin legte er die Freilassung aller Kriegsgefangenen ohne Gegenleistung, die Auslieferung der U-Boote sowie großer Mengen Waffen und rollenden Materials, die Internierung des Hauptteils der deutschen Hochseeflotte in Scapa Flow und die Fortdauer der Blockade fest.

Seekrieg 1914 bis 1918: Für den Krieg auf den Meeren und in Übersee lagen die Vorteile von vornherein bei Großbritannien, dessen Potenzial verstärkt wurde durch die Flotten und Hilfsmittel Frankreichs im Mittelmeer, Japans im Fernen Osten und ab 1917 der USA im Atlantik. Die deutschen Überseekreuzer verschwanden in den ersten Kriegsmonaten von den Weltmeeren: Der moderne Schlachtkreuzer »Goeben« und der Kleine Kreuzer »Breslau«, die im Mittelmeer stationiert waren, brachen zu Kriegsbeginn nach Konstantinopel durch und bildeten unter osmanischer Flagge den Kern der osmanischen Flotte, die gegen die russische Schwarzmeerflotte kämpfte. Das deutsche ostasiatische Kreuzergeschwader unter Admiral Maximilian von Spee besiegte zunächst schwächere britische Seestreitkräfte bei Coronel am 1. November 1914, wurde aber im Gegenzug von einem überlegenen britischen Geschwader bei den Falklandinseln am 8. Dezember vernichtet. Isolierte Kleine Kreuzer und zu Hilfskreuzern umgebaute Handelsschiffe fügten zwar der alliierten Handelsschifffahrt beträchtlichen Schaden zu, hatten aber keine strategische Wirkung. Ähnlich war die Unterseebootwaffe zunächst nur Aushilfsmittel gegen die überlegene britische Flotte. Bereits zu Kriegsbeginn fiel eine folgenschwere Vorentscheidung im Seekrieg gegen Deutschland. Anstelle der in Deutschland erwarteten engeren Blockade der Mündungen von Elbe, Weser und Ems verhängte Großbritannien sofort die Fernblockade: Die britische Home Fleet sperrte Kanal und Nordsee zwischen Norwegen und Schottland für die deutsche Schifffahrt. Mit ihrem nur bis Großbritannien reichenden Aktionsradius konnte die deutsche Hochseeflotte weder die Fernblockade brechen noch Teile der Home Fleet unter günstigen Bedingungen stellen und vernichten. In der Ostsee waren die deutschen Seestreitkräfte der russischen Flotte überlegen, doch fiel beim Auflaufen des Kleinen Kreuzers »Magdeburg« auf eine russische Mine am 26. August 1914 das deutsche Codebuch in russische Hände und wurde der britischen Admiralität übergeben, die fortan den Funkverkehr der deutschen Flotte überwachen konnte.
Nach der Niederlage im Seegefecht bei Helgoland am 28. August 1914 und dem Verlust von drei Kreuzern wurde die deutsche Hochseeflotte zurückgehalten. Der Vorstoß gegen die britische Ostküste führte zu dem ebenfalls für die deutsche Marine ungünstigen Seegefecht auf der Doggerbank am 24. Januar 1915 mit dem Verlust des Schlachtkreuzers »Blücher«. Daraufhin begann Deutschland den uneingeschränkten Unterseebootkrieg am 4. Februar 1915 mit der Torpedierung von Krieg führenden und neutralen Handelsschiffen ohne Vorwarnung in den zum Seekriegsgebiet erklärten Gewässern rings um Großbritannien. Nach der Torpedierung des britischen Passagierdampfers »Lusitania« am 7. Mai 1915, bei der zahlreiche amerikanische Passagiere den Tod fanden, zwang die Kriegsdrohung der USA die deutsche Führung zum Einlenken: Deutschland kehrte zum eingeschränkten Unterseebootkrieg in den britischen Gewässern zurück. Verstärkte Bemühungen der deutschen Hochseeflotte, wenigstens Teile der britischen Home Fleet zu stellen, führten am 31. Mai/1. Juni 1916 zur Schlacht vor dem Skagerrak. Die britischen Verluste an Schiffen und Mannschaften waren etwa doppelt so hoch wie die deutschen. Trotz des taktischen Erfolgs konnte die britische Seeüberlegenheit nicht infrage gestellt werden. Die deutsche Schlachtflotte blieb zur Untätigkeit in der Nordsee verurteilt. Kurzfristige Folgen waren der abermalige Entschluss zum uneingeschränkten Unterseebootkrieg, der am 1. Februar 1917 in Kraft trat, anschließend der Kriegseintritt der USA gegen Deutschland.

Der Luftkrieg 1914 bis 1918: Zunächst spielte die gelegentliche Fernaufklärung, nach dem Übergang zum Stellungskrieg die Nahaufklärung durch Flugzeuge eine Rolle. Zu Luftkämpfen kam es erst allmählich im Verlauf des Krieges. Das ging einher mit einer gezielten Bewaffnung der Flugzeuge mit speziellen Maschinengewehren, Spreng- und Brandbomben sowie einer Entwicklung verschiedener Flugzeugtypen. Den ersten Luftsieg errang Deutschland über ein französisches Flugzeug bereits am 5. November 1914. Zeppelin-Luftschiffe warfen 1914 nachts Bomben über Antwerpen und 1915/16 unter anderem über London und Paris ab. Deutsche Kampfgeschwader wurden 1916 bei Verdun eingesetzt. Im Oktober 1916 fasste man alle deutschen Flieger- und Fliegerabwehrkräfte unter einem Kommandierenden General der »Luftstreitkräfte« zusammen. Bis zum Kriegsende wurden die Fliegerstreitkräfte bei den Mittelmächten und den Alliierten erheblich verstärkt. Die Zahl der Militärflugzeuge stieg von 1914 bis 1918 im Durchschnitt auf das 10- bis 15-Fache. Der Einsatz von Tieffliegern und Bombern gegen die Bodentruppen steigerte sich bis zu den beiderseitigen Offensiven von 1918 beträchtlich. Gegen Ende des Krieges zeichnete sich immer deutlicher die Luftüberlegenheit der Alliierten ab.

Der Erste Weltkrieg fand schließlich in den Pariser Vorortverträgen seinen Abschluss: dem Versailler Vertrag mit Deutschland vom 28. Juni 1919 und den Friedensverträgen von Saint-Germain-en-Laye mit Österreich vom 10. September 1919, Trianon mit Ungarn vom 4. Juni 1920, Neuilly-sur-Seine mit Bulgarien vom 27. November 1919 und Sèvres mit dem Osmanischen Reich vom 10. August 1920).

Die Zahl der Kriegsteilnehmer und der Kriegstoten erreichte bis dahin noch nie gekannte Ausmaße: über 65 Millionen Soldaten waren auf beiden Seiten mobilisiert. Insgesamt gab es rund 8,5 Millionen Gefallene, über 21 Millionen Verwundete, rund 7,8 Millionen Kriegsgefangene und Vermisste. Unermesslich waren die Leiden der Zivilbevölkerung durch Flucht, Hunger und Entbehrungen, vor allem unter der Hungerblockade bei den Mittelmächten, aber auch der britischen und neutralen Handelsschifffahrt unter dem deutschen Unterseebootkrieg. An direkten Kriegskosten waren auf beiden Seiten rund 956 Milliarden Goldmark aufzubringen, ohne Berücksichtigung der indirekten Verluste durch Produktionsausfälle und Inflation in und nach dem Krieg.

3 Kommentare

  1. hilarus@t-online.de

    „Vor 100 Jahren . . .“ ist gut. Was ist mir morgen?

    • Das sehe ich ein bisschen anders. Nur wer die Vergangenheit kennt, kann realistische Zukunftsvorstellungen entwickeln. Dass unser Nachwuchs zu wenig Geschichtskenntnisse hat, zu wenig Wissen über unsere Kultur, unsere Wurzeln, scheint unbestreitbar und ist bedauerlich.

      • hilarus@t-online.de

        Nein, Sie sehen das gar nicht anders.

        Aber ich möchte hinzufügen: Geschichte zu lernen ist sinnlos, solange man nichts AUS ihr lernt.
        Und sowohl die Geschichte als auch der Geschichtsunterricht haben nicht erst gestern begonnen.
        Nicht nur in Dresden und Solingen, sondern auch in Moskau und Washington, Donezk und Kiew, Kandahar und Kopenhagen, London und Kirkuk, Gaza und Tel Aviv und … und … und…wurde in den vergangenen hundert Jahren Geschichte gelehrt und gebüffelt. (Mindestens von jenen, die sie später machten.) Macht es den Eindruck, jemand hätte während all dieser Zeit ernsthaft daraus gelernt? Hat es etwas genutzt? Hat jemand zum Telefon-Joker gegriffen und seinen Experten angerufen?

        Und noch eines, was sich vielleicht auch für ein Ratespiel eignen würde.
        a.) Im 1. WK waren ca. 40 Prozent der Opfer Zivilisten
        b.) Im 2. WK waren es ca. 53 %
        c.) In Vietnam ca. 70 %
        d.) Im Irak ca. 90 %
        Und heute?
        Und morgen?
        „RISIKOOooo!!! Wieviel setzen Sie?“ (Ach, den verstehen ja wieder nur die Älteren unter uns.)

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