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Bremer Uni in finanziellen Nöten – Sparen wird schwieriger

BREMEN. Der Wissenschaftsplan 2020 setzt die Bremer Universität unter Druck. Trotz steigender Kosten soll nicht mehr Geld fließen. Mit pauschalen Kürzungen ist das nach Überzeugung der Uni-Leitung nicht mehr aufzufangen. Das Angebot muss schrumpfen.

 Die Bremer Universität gerät finanziell immer stärker unter Druck. Die Leitung der Hochschule fordert vom Senat mehr Geld als im Wissenschaftsplan 2020 vorgesehen. Freiwerdende Millionensummen aus der Bafög-Übernahme durch den Bund müssten wie vereinbart den Hochschulen zugutekommen, sagte der Rektor der Universität, Bernd Scholz-Reiter, am Donnerstag. Landespolitiker dürften nicht der Versuchung erliegen, das Geld zum Stopfen von Haushaltslöchern zu verwenden.

Nur mit der diskutierten Einsparung des Studienfachs Psychologie lasse sich der bis 2020 auf 16 Millionen Euro jährlich wachsende Fehlbetrag nicht ausgleichen. Der Senat will noch vor der Sommerpause über den Wissenschaftsplan 2020 beschließen.
Wenn die Uni wie bisher über alle Bereiche hinweg spare, gehe die Qualität verloren, sagte Scholz-Reiter. Das komme nicht mehr in Frage. Da sei es besser, ganze Fächer wie die Psychologie einzusparen und dafür die Qualität von Forschung und Lehre zu halten. Nach dem jüngsten Ranking der weltweit etwa 22 000 Universitäten liege Bremen in der Spitzengruppe der obersten 2,5 Prozent auf Platz 549, sagte der Rektor. Diese Stellung sei aber in Gefahr.

Euro-Scheine und -Münzen

Um zu sparen soll der Studiengang Psychologie gestrichen werden. Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Über die Zukunft der Psychologie an der Uni Bremen werde der Haushaltsausschuss beraten, sagte Scholz-Reiter. Sollte das Fach gestrichen werden, würde das maximal fünf Millionen Euro Einsparungen pro Jahr bringen und damit nicht ausreichen, sagte der Uni-Kanzler Martin Mehrtens. Der Rektor warnte auch davor, nur die technisch-naturwissenschaftlichen Teile der Universität als wichtig zu betrachten.

Scholz-Reiter verwies auf den riesigen Sanierungsstau an den Gebäuden, die zumeist aus den 1970er und 1980er Jahren stammen. Es gehe um rund 100 Millionen Euro. Die Schere zwischen den finanziell gut ausgestatteten Universitäten in Deutschland und den ärmeren Hochschulen gehe immer weiter auseinander. Das werde im Wettbewerb um die besten Studenten künftig nicht ohne Folgen bleiben. dpa

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