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Eine Grundschule trauert: Junge Kollegin in Kenia erschossen

SOLINGEN. Eine Grundschule im rheinischen Solingen trauert um eine junge Lehrerin. Die 30-jährige Sonderpädagogin Christine T., die die bisherige Klasse 1a betreute, wurde einem Bericht der „Westdeutschen Zeitung“ zufolge im Urlaub im kenianischen Mombasa am Nachmittag auf offener Straße erschossen. Ihr Freund erlitt bei dem Anschlag schwere Verletzungen. Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für die Stadt und ihre Umgebung herausgegeben. Die somalische Terrororganisation Al-Shabaab steckt womöglich hinter dem Anschlag.

Die Menschen in Solingen gedenken der jungen Lehrerin. Foto: Arivumathi / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Die Menschen in Solingen gedenken der jungen Lehrerin. Foto: Arivumathi / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Der örtliche Pfarrer, so berichtet das „Solinger Tageblatt“, habe mit Lehrerinnen der Grundschule zusammengesessen. „Es ist bei allen eine große Sprachlosigkeit und Betroffenheit da. Es ist für niemanden zu fassen, was der jungen Kollegin zugestoßen ist“, sagte er dem Blatt. Die Sonderpädagogin habe besonders förderungsbedürftige Schüler unterstützt Auch außerhalb ihres Berufs sei die 30-Jährige sozial engagiert gewesen. Von Mitte 2012 bis Mitte 2013 habe sie ein Jahr in Kampala verbracht. In der ugandischen Hauptstadt habe sie in einer Tageseinrichtung für behinderte Kinder geholfen.

Wie eine mögliche Trauerfeier aussehen könnte, werde in Zusammenarbeit mit der Schule und der Schulaufsicht nach den Ferien entschieden, hieß es in Solingen. Der schulpsychologische Dienst stehe zur Betreuung der Schüler bereit. Es sei besonders wichtig, dass geschultes Personal ein solches Ereignis Kindern vermittele, die in die zweite Klasse kommen. „Grundschulkinder beginnen die Bedeutung des Todes zu verstehen und haben ein sachliches, nüchternes Interesse an den Äußerlichkeiten des Todes. Sie stellen viele Fragen und wollen alles möglichst konkret wissen. Trotzdem verstehen sie nicht alles und entwickeln deshalb Verlust- und Trennungsängste. Kinder erkennen, dass der Tod alle Menschen treffen kann, auch ihnen sehr nahe stehende und auch sie selbst“, so zitiert das „Tageblatt“ aus einer Broschüre der regionalen Bildungsnetzwerke NRW. Der Pfarrer bot an, die Lehrer bei der Trauerbewältigung weiter zu unterstützen.

Der Freund der Lehrerin, ein 33-Jähriger aus Uganda, wurde bei dem Anschlag von zwei Schüssen getroffen. Er sagte aus, auf ihn sei zuerst geschossen worden. Er habe noch versucht, seine Freundin zu schützen. Nur wenige Meter von der Stelle in der Altstadt entfernt, an der vermutlich zwei Täter die Solinger Lehrerin erschossen, wurde wenige Wochen zuvor eine russische Touristin ebenfalls durch Schüsse getötet. News4teachers

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