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Öffentliches Interesse überwiegt: Gericht bestätigt Schließung von Mini-Schulen

POUCH/MAGDEBURG. In Sachsen-Anhalt sollen Schulen mit weniger als 60 Schülern geschlossen werden. Dagegen regt sich heftiger Widerstand. Nun hat das Oberverwaltungsgericht vorläufig bestätigt, dass eine Schule in Pouch (Anhalt-Bitterfeld) dichtgemacht wird.

Es überwiege das öffentliche Interesse an der Schließung gegenüber dem Interesse der Eltern und Schüler, die Schule fortzuführen, hieß es in einer Mitteilung des Gerichts in Magdeburg. Ob die Schule tatsächlich nie wieder öffnet, steht aber nicht fest. Es handelt sich um ein vorläufiges Rechtsschutzverfahren. In diesem Sommer sind in Sachsen-Anhalt 31 Grundschulen geschlossen worden. Sie konnten nicht genügend Schüler vorweisen.

Dorfschule - Die Pläne zur Schließung von Minischulen in Sachsen Anhalt sind heiß umstritten. In diesem Sommer sollen 31 Grundschulen geschlossen werden. Foto: michael.berlin / flickr (CC BY-SA 2.0)

Die Pläne zur Schließung von Minischulen in Sachsen Anhalt sind heiß umstritten. In diesem Sommer sollen 31 Grundschulen geschlossen werden. Foto: michael.berlin / flickr (CC BY-SA 2.0)

So ging es auch der Grundschule Pouch. Die zuständige Gemeinde Muldestausee entschied sich für die Schließung. Mehrere Schüler sollen künftig die Grundschule Rösa besuchen. Das Gericht hat aber auch Zweifel daran, ob diese Schule auf Dauer genügend Schüler haben wird. Es könnte die Gefahr bestehen, dass den Kindern alsbald ein erneuter Schulwechsel zugemutet werden müsse. Der Entscheidung des Gemeinderats der Gemeinde Muldestausee liege zudem ein Gutachten zugrunde, das einige Unklarheiten aufweise.

Weil laut Prognosen mit sinkenden Geburtenzahlen zu rechnen ist, verkleinert das Land das Schulnetz, vor allem Mini-Grundschulen sollen geschlossen werden. In dünn besiedelten Landkreisen müssen Grundschulen ab dem neuen Schuljahr mindestens 52 Schüler vorweisen, ab 2017 dann mindestens 60. In dichter besiedelten Regionen müssen Grundschulen ab 2017 mindestens 80 Schüler haben. (dpa)

zum Bericht: Schulschließungen sorgen für Ärger: Koalition schwört sich auf Durchmarsch ein

3 Kommentare

  1. .. und gleichzeitig macht man gute Erfahrungen mit jahrgangsgemischten Klassen und preist die Vorteile der Heterogenität …

  2. Jahrgangsgemischte Klassen hin oder her, der Personalschlüssel wir nach der Zahl der Schülerköpfe festgelegt. Selbst wenn dann eine Schule mit z.B. 40 Kindern als Teilstandort einer weiteren Schule geführt wird, bedeutet 40 Kinder eben nur 2 Vollzeitstellen für Lehrkräfte.

    Ab einer bestimmten Größe sind Schulen eben von Schließung bedroht. Um dem entgegen zu wirken können solche Gemeinden ja verstärkt Asylsuchende und Flüchtlinge aufnehmen. Das stabilisiert die Schülerzahlen bzw. erhöht sie sogar.

    Wir sollen einerseits Idyllen auf dem „platten Land“ am AdW schaffen, aber auf der anderen Seite in Ballungszentren die Klassengrößen an den gesetzlichen Vorgaben ausrichten und nebenbei noch eine Vielzahl von Nationalitäten integrieren und inklusiv beschulen. Gleichzeitig sollen die Ballungsräume den ländlichen Raum finaziell unterstützen.

    Macht endlich die Dörfer platt, wenn sie wirtschaftlich unrentabel werden und mehr Leute auf dem Friedhof liegen als aktuell das Dorf bevölkern.

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