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Ideen für den Unterricht: Entwicklungspolitik am Beispiel von Entwicklungsprojekten

DÜSSELDORF. Materialien für den Grundschulunterricht sowie die Sekundarstufe I und II stellt das katholische Hilfswerk Misereor auf seiner Internetseite zur Verfügung, teilweise als kostenlosen Download. Nach eigenen Angaben möchte das Hilfswerk damit „Kinder und Jugendliche dazu ermutigen, sich für eine gerechtere Welt zu engagieren“.

„Bücher erzählen von Afrika“ heißt einer der Unterrichtsbausteine für die Grundschule. Mit den zugehörigen Materialien soll den Schülern das Leben auf diesem Kontinent und die verschiedenen Kulturen Afrikas näher gebracht werden. Neben Basisinformationen für Lehrer, bietet das Material eine Liste empfohlener Bücher zum Thema inklusive kurzer Rezensionen. Darüber hinaus liefert das Hilfswerk Ideen für den Unterricht. So sollen sich die vorgestellten afrikanischen Kinderbücher für ein Märchenprojekt eignen. Zudem lasse sich mit ihnen das Thema Kinderalltag sowohl in ersten und zweiten Klassen als auch in dritten und vierten Klassen behandeln. Ideen für die Durchführung finden sich ebenso in dem Material wie Arbeitsblätter rund um das Thema Afrika. Zwischendurch sowie im Anhang präsentiert Misereor einige seiner dortigen Hilfsprojekte.

Weitere Materialien für den Grundschulunterricht behandeln unter anderem die Themen Kinderarbeit und Leben von Kindern in Lateinamerika, Afrika und Asien. Sie sind allerdings nicht kostenfrei.

Das katholische Hilfswerk Misereor bietet auf seiner Internetseite Unterrichtsmaterialien zu entwicklungspolitischen Themen. Screenshot von www.misereor.de

Das katholische Hilfswerk Misereor bietet auf seiner Internetseite Unterrichtsmaterialien zu entwicklungspolitischen Themen. Screenshot von www.misereor.de

Für die Sekundarstufe I und II findet sich auf der Internetseite Unterrichtsstoff für die Fächer Erdkunde, Politik, Sozialwissenschaft, katholische Religion und Ethik. Das Thema „Kochen weltweit“ eigne sich für das 4. bis 7. Schuljahr. Die zugehörigen Materialien bestehen aus Informationen zu den Ländern Bangladesch, Kenia und Brasilien sowie aus Arbeitsanregungen und Rezepten. Zusätzlich beinhalten sie je ein Beispielprojekt des Hilfswerks aus den drei Ländern. Schwerpunktmäßig richten sich die Inhalte und Aufgaben nach Angaben von Misereor an Schüler der Klassen 5-7. Entsprechend angepasst und vereinfacht könnten sie aber auch schon in der Grundschule im 4. Schuljahr eingesetzt werden. Die Materialien sollen dazu einladen, typische Gerichte aus drei Kontinenten kennenzulernen und nachzukochen. Darüber hinaus beleuchten sie den jeweiligen kulturellen Hintergrund, die Essgewohnheiten und einige Probleme rund um Ernährung, Landwirtschaft und Klima.

Ebenfalls kostenlos stellt das Hilfswerk online den Unterrichtsbaustein „Getreidebanken im Tschad“ zur Verfügung, der Materialien für den Erdkundeunterricht der Sekundarstufe I am Beispiel eines Misereor-Projektes bietet. Inhaltlich beschäftigt sich der Unterrichtsbaustein mit dem Versuch von Kleinbauern, sich mit selbst organisierten Getreidebanken gegen Wucherer zur Wehr zu setzen und ihre Ernährungssituation mit angepassten landwirtschaftlichen Methoden zu verbessern. Die Materialien bestehen sowohl aus Lehrerinformationen als auch Schülermaterialien. Darüber hinaus bietet Misereor für die Sekundarstufe I unter anderem Inhalte zu den Themen „Alltag in Afrika – Eine Projektwoche“ und „Energie für alle“, die allerdings kostenpflichtig sind. Letzteres Thema eignet sich laut Hilfswerk auch für die Sekundarstufe II.

Kostenlos können Lehrer der Sekundarstufe II auf den Unterrichtsbaustein „Stärkung indigener Völker in Lateinamerika“ zugreifen, der laut Misereor im Themenbereich „Entwicklungsländer“ des Geografieunterrichts verankert ist. Nach Angaben des Hilfswerks behandelt er raumwirksame Prozesse im Spannungsfeld von Konflikten sozialer Gruppen und Kulturgemeinschaften und ist auch für die Fächer Geschichte, Politik und Wirtschaft sowie für Religion und Philosophie relevant. Der Baustein trage vor allem dazu bei, das Verständnis und die Verantwortung für entwicklungspolitische Fragen zu vertiefen. Er möchte Gerechtigkeit und kulturellen Reichtum aufzeigen, entwicklungspolitische Herausforderungen deutlich machen, kultursensibles Verhalten wecken und eine Grundlage für Facharbeiten bieten, heißt es auf der Internetseite.

Weitere Informationen und Materialien „für einen lebendigen Unterricht zu entwicklungspolitischen Themen“ finden sich auf der Internetseite des katholischen Hilfswerks.

 

Zum Beitrag: Soziales Engagement – Materialien für den Unterricht

4 Kommentare

  1. Bitte beachten Sie, dass MISEREOR viele Sachen sehr einseitig darstellt, dass es sich bei MISERIOR eher um eine NGO als um ein edles Hilfswerk handelt. Kinder sollten nicht einseitig informiert werden, Lehrer sollten nicht nur die Darsellung der einen Seite kennen.

    http://www.keckl.de/texte/MISEREOR.pdf

    Mit freundlichen Grüße: Georg Keckl

  2. Werter Herr Keckl, was wird denn heute nicht einseitig dargestellt? Unsere Medienlandschaft ist doch eine einzige Monokultur. Und wenn jemand wagt, auf Berichte und -Artikel im Internet aufmerksam zu machen, die vom sog. politisch korrekten Rede- oder Schweigegebot abweichen, wird die Integrität der Person in Zweifel gezogen und/oder die Seriosität der Informationsquelle. So funktioniert nun mal rigide, selbstgefällige Meinungshoheit bzw. -diktatur. Beispiel hierfür:
    http://www.news4teachers.de/2013/02/lehrer-mit-sitzenbleiben-abschaffen-ist-es-nicht-getan/#comment-43163
    Im Übrigen ist für mich Miserior unverdächtig, auch wenn Sie dieses Hilfswerk offensichtlich in Verruf bringen möchten. Als Teil der katholischen Kirche ist es bestens geeignet, diese als Kämpferin gegen gewisse Zeitgeistströmungen in Zweifel zu ziehen. Ich nenne nur „Gender Mainstreaming“ oder Schulunterricht in „sexueller Vielfalt“.

    • Diesen Link meinte ich eigentlich. Der andere führt nur zu einem Einzelkommentar und nicht zu dem, was ich verdeutlichen wollte, nämlich die rigide, selbstgerechte Meinungsvorschreiberei:
      http://www.news4teachers.de/2013/02/lehrer-mit-sitzenbleiben-abschaf fen-ist-es-nicht-getan/

    • „Unsere Medienlandschaft ist doch eine einzige Monokultur.“ So ist es!
      Vor etlichen Jahren waren SPIEGEL und ZEIT noch ehrliche Zeitungen, die FAZ sogar noch bis vor kurzem. Jetzt singen all diese einstmals kritischen, recherchefreudigen und renommierten Redaktionen dasselbe Lied. Ein Redakteur scheint vom anderen abzuschreiben.
      Vielleicht schreiben sie auch nur von der Deutschen Presseagentur (dpa) ab, die Nachrichten nicht mehr wie früher ohne Filter, Wertung und Unterschlagen vermeldet.
      Die wichtige sog. vierte Kraft in unserem Staat hat Sand im Getriebe. Sie ist nicht mehr kritischer Beobachter der Politik (speziell der rot-grünen), sondern Erfüllungsgehilfe.

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