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Trotz Klagen über Einkommen und Karrierechancen: Mehrheit der öffentlich Bediensteten zufrieden

BERLIN. Der öffentliche Dienst ist in der Meinung der deutschen Bürger gestiegen und auch die Mehrheit der öffentlich Bediensteten ist mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden. Doch eine wachsende Zahl an Beschäftigten sieht sich deutlich im Nachteil gegenüber Fachkräften der privaten Wirtschaft. Das sind die Ergebnisse einer Befragung im Auftrag des DBB Beamtenbund und Tarifunion.

Für die sogenannte „Bürgerbefragung öffentlicher Dienst“ des DBB befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Mai und Juni dieses Jahres 1001 Angehörige des öffentlichen Dienstes. Darunter 411 Beamte und 590 Tarifbeschäftigte. Die Auswahl der Befragten erfolgte nach einem systematischen Zufallsverfahren, das sicherstellt, dass die befragten Beamten und Tarifbeschäftigten ein Spiegelbild der im öffentlichen Dienst Beschäftigten abbilden.

Demnach hält sich die Zufriedenheit der öffentlich Bediensteten seit Beginn der Untersuchung im Jahr 2007 auf einem hohen Niveau. Wie in den beiden vergangenen Befragungen geben derzeit 71 Prozent der öffentlich Bediensteten an, mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden zu sein. Das ist eine Verbesserung um sechs Prozentpunkte zum Ergebnis von vor acht Jahren. Lediglich 13 Prozent sind anderer Meinung, 2007 lag ihr Anteil noch bei 20 Prozent. Im Vergleich sind Tarifbeschäftigte etwas häufiger mit ihren Arbeitsbedingungen zufrieden als Beamte (76 zu 63 Prozent).

Trotzdem meinen auch 2014, wie bereits 2012 und 2013, rund zwei Fünftel (43 Prozent) der Beschäftigten, dass sich die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst in den letzten Jahren verschlechtert hätten. Vor allem Beamte vertreten diese Ansicht (51 Prozent). Tarifbeschäftigte dagegen sind zufriedener: Nur 37 Prozent sehen die Entwicklung der Arbeitsbedingungen negativ und jeder vierte glaubt, sie hätten sich verbessert.

1000 schleswig-holsteinische Kollegen haben bald weniger Geld in der Tasche, fürchten CDU, FDP und Piratenpartei. Foto: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Über die Hälfte der Beschäftigten im öffentlichen Dienst (51 Prozent) hält die Bezahlung im Vergleich zur freien Wirtschaft für zu niedrig. Foto: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Negativer bewerten die Tarifbeschäftigten allerdings die Einkommenssituation im öffentlichen Dienst. Über die Hälfte halten die Bezahlung für zu niedrig im Vergleich zur freien Wirtschaft (54 Prozent). Bei den Beamten bewertet der Großteil die Bezahlung als angemessen (51 Prozent). Einig sind sich die öffentlich Bediensteten allerdings bei der Einschätzung der Entwicklung der Einkommenssituation: Im Vergleich zu den Einkommen in der freien Wirtschaft meinen 78 Prozent – 75 Prozent der Beamte und 85 Prozent der Tarifbeschäftigten – dass ihre Einkommen weniger stark gestiegen sind. Mit Blick auf die Zukunft und die Attraktivität des öffentlichen Sektors müsste die wachsende Zahl der Beschäftigten, die über eine Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst klage – vor allem bei der Entgeltentwicklung, bei Aufstiegs- und Karrierechancen – zu denken geben, so DBB-Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt.

Noch bezeichnet allerdings eine Mehrheit der öffentlich Bediensteten (61 Prozent) eine Tätigkeit im Staatsdienst als attraktiv für Berufseinsteiger. Diese Ansicht hat sich innerhalb der vergangenen sechs Jahre kaum geändert und ist vor allem unter den Beschäftigten weit verbreitet, die jünger als 45 Jahre sind. Dabei sind auch sie, wie ihre älteren Kollegen, deutlich häufiger der Meinung, dass die Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten im öffentlichen Dienst im Vergleich zu denen in der freien Wirtschaft schlechter sind. Aufgrund dessen und wegen der ihrer Ansicht nach schlechteren Entlohnung gegenüber der Privatwirtschaft sehen 62 Prozent der öffentlich Bediensteten den Staatsdienst beim Werben von Berufseinsteigern und Fachkräften im Nachteil. DBB-Bundesvorsitzender Dauderstädt verweist im Hinblick auf den Nachwuchs auf die Politik: „Vor allem wegen der demografischen Entwicklung muss mehr getan werden, um den öffentlichen Sektor auch für junge Menschen attraktiv zu halten. Nur dann ist Zukunftsfähigkeit garantiert.“

 

Zum Beitrag: Gewerkschaften ringen Kraft eine moderate Erhöhung der Beamtenbesoldung ab

Zum Beitrag: Studie: Zu wenige Karriere-Chancen im Lehrerberuf – Nachwuchsprobleme als Folge

Gar nicht so schlecht, im öffentlichen Dienst zu sein - meinen viele Staatsbedienstete. Foto: Sebastiano Pitruzzello (aka gorillaradio) / Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Gar nicht so schlecht, im öffentlichen Dienst zu sein – meinen viele Staatsbedienstete. Foto: Sebastiano Pitruzzello (aka gorillaradio) / Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

 

 

3 Kommentare

  1. Watt haben denn dbb und tarifunion geraucht? Haben die die Proteste der „höheren“ Beamten in NRW nicht mitbekommen, die Unzufriedenheit bei Bundeswehrangehörigen, die unbefriedigende Überstundensituation sowohl bei der Bundespolizei als auch bei den Länderpolizeien. Allei die Tatsache, dass bei gleichen Tätigkeitsmerkmalen Entgelte nach BBesG und TV-Öd vergichen auf Nezzo-Basis um bis zu 400 EUR differieren, schein am dbb vollkommen vorbeigegangen zu sein. Ich glaub’s einfach nicht …

  2. Die befragung erfolgte im Auftrag des dbb und der Tarifunion …

    Der dbb muss ja kein Streikgeld zahlen, vielleich setzt er die finanziellen Mittel ein, um die „Mitgliederzufriedenheit“ (wie wird datt jetzt wieder richtig gegendert?) zu erhöhen, damit die Umfrageregebnisse auch „passgenau“ zur Auftragsvergabe ausfallen?

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