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Das bringt das neue Schuljahr in Bayern an Neuerungen

MÜNCHEN. Mit Beginn des neuen Schuljahrs müssen sich Lehrer, Schüler und Eltern auf einige Neuerungen an den Schulen einstellen. Zudem werden einige Modellversuche – etwa die flexible Grundschule – merklich ausgeweitet. Ein Überblick:

ZWISCHENZEUGNISSE: Bayerns Grundschulen können von diesem Schuljahr an in den ersten drei Klassen auf Zwischenzeugnisse verzichten. Stattdessen soll es dann sogenannte «Lernentwicklungsgespräche» geben, an denen der Klassenlehrer, der Schüler und die Eltern teilnehmen. Die Entscheidung liegt aber bei den einzelnen Schulen: Ob es bei den Zwischenzeugnissen bleibt oder ob diese durch die «Lernentwicklungsgespräche» ersetzt werden, soll die jeweilige Lehrerkonferenz «im Einvernehmen mit dem Elternbeirat» entscheiden.

NEUE LEHRPLÄNE: In den ersten und zweiten Klassen an den rund 2400 Grundschulen gilt von diesem Schuljahr an ein neuer Lehrplan – mit dem Namen «LehrplanPLUS». «Er gehört zu einer ganz neuen Generation von Lehrplänen, die sich am Erwerb von Kompetenzen durch die Schülerinnen und Schüler und an der Vermittlung von Wissen orientiert», erklärt Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU).

Ein Drittel der Unterrichtszeit ist künftig für eine Wiederholung und Vertiefung des Stoffs reserviert – unter dem Strich 12 von 38 Schuljahreswochen. Weitere Kernpunkte: In Deutsch soll mehr Wert als derzeit darauf gelegt werden, dass Kinder von Beginn an richtig schreiben – Rechtschreibfehler sollen früher als bisher korrigiert werden. In Mathe bleibt es bei der schriftlichen Subtraktion beim sogenannten Abziehverfahren, das seit gut zehn Jahren unterrichtet wird. In weiterführenden Schulen gelten erst von 2017/2018 an neue Lehrpläne.

FLEXIBLE GRUNDSCHULE: Der Modellversuch wird zu Beginn des neuen Schuljahres von zuletzt knapp 90 auf dann 151 Grundschulstadtorte ausgeweitet. An diesen Schulen haben Kinder die Möglichkeit, die Eingangsstufe der Grundschule, die vom Prinzip her auf zwei Jahre angelegt ist, in einem, in zwei oder in drei Jahren zu durchlaufen.

INKLUSION: Zum neuen Schuljahr steigt die Zahl der Schulen mit dem Profil Inklusion um rund ein Drittel auf nunmehr 164. «Die inklusive Förderung von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf gehört für mich zu den Kernherausforderungen des Schulwesens», betont Spaenle. Im vergangenen Schuljahr hatten knapp 19 300 Schüler mit besonderem Förderbedarf Regelschulen besucht.

Ein Kommentar

  1. Man kann von Bayern halten was man möchte, aber die Ablehnung des „Schreiben nach Hören“-Verfahrens mit der zunächst einher gehenden Akzeptanz katastrophaler Rechtschreibung halte ich für sehr gut und sinnvoll.

    Mangels Kenntnis der Lehrpläne vorher und nachher, kann ich nicht beurteilen, ob die fachlichen Inhalte durch die Kompetenzorientierung verwässert werden oder nicht. Ich hoffe nicht.

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