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Ferienende im Nordwesten – Was bringt das neue Schuljahr?

HANNOVER/BREMEN. Als letzte in die Sommerferien gestartet, beginnt für die Schüler in Bremen und Niedersachsen nächste Woche wieder der Unterricht. Fragen und Antworten zu den teils umstrittenen Neuerungen in beiden Ländern.

Am 11. September startet das neue Schuljahr. Statt Ausschlafen und Urlaub heißt es für die rund 850 000 Schüler in Niedersachsen und 57 000 Schüler in Bremen wieder Schulbank drücken und Hausaufgaben machen. Nach den langen Sommerferien wird sich in beiden Ländern aber nicht nur die Zahl der Schüler ändern, auch sonst stehen einige Änderungen an.

Schulbus in einer ländlichen Flusslandschaft

Für viele Schüler in Bremen und Niedersachsen heißt es ab Donnerstag wieder „den Schulbus besteigen“. Foto: Thomas Kohler / flickr (CC BY-SA 2.0)

Wie entwickeln sich die Schülerzahlen in beiden Ländern?

In Niedersachsen werden zu Beginn des neuen Schuljahres rund 20 000 Mädchen und Jungen weniger in den rund 3000 Schulen des Landes sitzen als noch vor sechs Wochen. Der Schülerrückgang ist der demografischen Entwicklung geschuldet. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren lag die Zahl noch bei fast einer Million Schüler. In Bremen und Bremerhaven gibt es den gleichen Trend: Waren es 2004 noch fast 68 000 Schüler, werden es nach den Ferien in den 175 Schulen nur noch rund 57 000 sein.

Wie viele Grundschüler werden eingeschult?

In Niedersachsen starten rund 70 450 Erstklässler ihre Schullaufbahn, in Bremen und Bremerhaven sind es 4753.

Wie groß werden ihre Klassen durchschnittlich sein?

Die Senkung der Schülerhöchstzahlen an den Grundschulen ist in Niedersachsen im vergangenen Schuljahr abgeschlossen worden. Danach gibt es an Grundschulen maximal 26 Schüler pro Klasse. In Bremen ist der Durchschnitt mit 20,2 Kindern pro Klasse deutlich niedriger.

Welche Änderungen kommen auf die Schulen in Niedersachsen zu?

Im Vergleich zu den Vorjahren stehen keine ganz großen Änderungen an. Landesweit steigt die Zahl der Ganztagsschulen um 111 auf dann 1700. Weiterhin bekommen jedoch nur 400 den kompletten Ganztagszuschlag, bei den übrigen wird er von bislang durchschnittlich 25 Prozent auf dann 75 Prozent steigen. An den kleinen Ganztagsschulen wird zudem die Unterrichtsverpflichtung für die Schuleiter um bis zu eine Stunde abgesenkt. Dadurch soll mehr Zeit für die Organisation bleiben. Ferner wird die Einführung der «inklusiven Schule» fortgeführt – neben dem 1. und 5. Jahrgang gilt ab nun auch für die Jahrgänge 2 und 6 das Wahlrecht der Erziehungsberechtigten. Das heißt, sie können entscheiden, in welcher Schule ihre Kinder unterrichtet werden. Dagegen werden bei den Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen sowohl in der ersten Klasse als auch in der zweiten Klasse keine Schüler mehr aufgenommen.

Und auf die niedersächsischen Lehrer?

Das Schuljahr startet zumindest für die Lehrer an den Gymnasien mit einer heftig kritisierten Maßnahme: Sie müssen dort künftig eine Stunde mehr pro Woche unterrichten – insgesamt 24,5 Unterrichtsstunden. Dadurch sollen rund 80 Millionen Euro eingespart werden, die in Ganztagsschulen, Krippen und den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern fließen. Der niedersächsische Philologenverband hat gegen die Arbeitszeitreform Klage am Oberverwaltungsgericht Lüneburg eingereicht.

Was wird sich in Bremen ändern?

Das Schulfach «Biblische Geschichte» wird durch das neue Fach Religion abgelöst. Zwar soll auch weiterhin auf christlicher Grundlage unterrichtet werden, anderen Religionen soll künftig aber mehr Raum gegeben werden. Auf diese Weise sollen die Schüler sich über ihren eigenen Glauben informieren und auch andere Religionen kennenlernen können. Darüber hinaus bieten die vier Grundschulen Arsten, Burgdamm, Schönebeck und Mahndorf jetzt auch verstärkt Unterricht auf Plattdeutsch an. Geistig behinderte Schüler mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf Lernen, Wahrnehmung, Entwicklung erhalten in Bremen zudem künftig am Ende der Jahrgangsstufe 10 ein Zeugnis, auch wenn sie keine Berufsbildungsreife erlangen können. In einem «allgemeinen Zeugnis» werden künftig die in den einzelnen Fächern erreichten Kompetenzen in Worten beschrieben. (dpa)

zum Bericht: Zückerchen Altersteilzeit: Kultusministerin Heiligenstadt verspricht Lehrern Entlastungen

2 Kommentare

  1. Der Artikel zeigt wirklich merkwürdige Vergleiche:

    a) Schülerzahlen
    Die Schülerzahlen sind niedriger, allerdings wird mit dem Jahr 2004 verglichen. Damals gab es noch G9, nun G8, also fehlen doch die SuS aus dem 13. Jahrgang. Demnach müssten die SuS-Zahlen bald wieder steigen, wenn zu G9 zurückgekehrt wird.

    b) Durchschnittliche Klassengröße
    Für Niedersachsen wird der Maximalwert angegeben: 26 SuS. Nicht aufgeführt wird, dass Schüler mit per Überprüfung festgestelltem Unterstützungsbedarf doppelt gezählt werden.
    Für Bremen ist ein durchschnittlicher Wert angegeben, jedoch kein Maximalwert.
    Die beiden Zahlen sind also gar nicht miteinander vergleichbar.

    c) Änderungen
    Es gibt für Nds einige Änderungen, z.B. ist ein neuer Ganztagserlass herausgekommen, der einige Neuerungen mit sich bringt bzw. ermöglicht.

  2. Nachtrag:
    Es gibt noch weitere neue Erlasse,
    z.B. greift in diesem Schuljahr die neue Ausbildungsform GHR300 dahingehend, dass im Februar Studierende als PraktikantInnen in die Schulen gelangen und dort neben Unterricht auch Besuche u.a. zeigen müssen.
    Dass diese in den Schulen Betreuung benötige, ist allerdings in der Fläche noch nicht angekommen.

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