Millionenprogramm für funktionale Analphabeten in Brandenburg

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POTSDAM. Analphabeten sollen in Brandenburg bessere Chancen bekommen, das Lesen und Schreiben doch noch zu erlernen. Dazu haben die Volkshochschulen ein Projekt gestartet, das mit EU-Geld in Höhe von einer Million Euro finanziert wird.

Zehntausende Brandenburger können nicht richtig lesen und schreiben. Oft dauert es Jahre, bis sie etwas gegen ihr Defizit tun und Hilfe suchen. Das Land bereitet inzwischen ein neues Förderprogramm für Analphabeten vor. Wie es aus dem Potsdamer Bildungsministeriums heißt, sollen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes im Zeitraum von 2015 bis 2020 rund sechs Millionen Euro bereitgestellt werden. Das Geld ist für Maßnahmen zur Reduzierung des sogenannten funktionalen Analphabetismus bestimmt.

Viele Analphabeten haben große Erfahrung darin, ihr Defizit zu verbergen. Foto: berwis / pixelio.de
Viele Analphabeten haben große Erfahrung darin, ihr Defizit zu verbergen. Foto: berwis / pixelio.de
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So sollen beispielsweise an den Volkshochschulen In Kursen mit nicht mehr als sechs Teilnehmern Frauen und Männer in enger Begleitung zu Lernerfolgen geführt werden. Zudem werden Mitarbeiter von Ämtern und Behörden dafür sensibilisiert, Analphabeten zu erkennen und ihnen Hilfe zuteilwerden zu lassen. In Brandenburg sollen rund 200 000 Menschen große Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben haben. Ihnen fällt es schwer, Verträge zu lesen, Formulare auszufüllen, Bewerbungen zu schreiben oder sich an fremden Orten zu orientieren. (dpa)

leo.-Studie zur Größenordnung des Analphabetismus

zum Bericht: Verband: Millionen Analphabeten ziehen sich aus Alltag zurück

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3 KOMMENTARE

  1. Der Analphabetismus nimmt allgemein zu. Kommt er in Brandenburg besonders häufig vor? Wenn ja, gibt es Mutmaßungen oder Erklärungen dazu?

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