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Polizei ermittelt: Lehrer nach Misshandlungsvorwurf suspendiert

GUBEN. Der Vorwurf wiegt schwer. Ein Lehrer im brandenburgischen Guben (Spree-Neiße) soll gegenüber zwei neunjährigen Schülern die Beherrschung verloren – und sie geschlagen haben. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung und Misshandlung Schutzbefohlener, so bestätigte der Sprecher der Polizeidirektion Süd einen Bericht der «Lausitzer Rundschau».

Das Staatliche Schulamt Cottbus habe den Mann bis zur Klärung vom Dienst suspendiert, sagte der Sprecher des Bildungsministeriums, Stephan Breiding, auf Anfrage. «Solche Vorwürfe werden grundsätzlich ernst genommen», sagte Breiding. Der Lehrer habe in einem Konflikt in der Integrationsstunde offenbar unangemessen regiert, sagte Breiding. Er soll einen der Jungen am Genick gepackt und aus dem Klassenraum gezerrt haben. Der Vertretungslehrer sei befristet beschäftigt. Die Eltern der beiden neun Jahre alten Jungen hatten vergangenen Mittwoch Anzeige erstattet. Die Kinder gehen nach Angaben des Ministeriumssprechers weiter zur Schule. Mit den Eltern werde gesprochen. dpa

7 Kommentare

  1. Das verstehe ich nicht: In der zweiten Zeile wird die Vermutung geäußert, der Lehrer habe die Jungen geschlagen. Weiter unten ist davon die Rede, er habe einen Jungen „am Genick gepackt“ und „aus dem Klassenraum gezerrt“.
    Da scheint der Sachverhalt keineswegs klar zu sein.
    Wieder so eine Meldung, auf die sich die Öffentlichkeit gerne stürzt. Ich bin gespannt, was bei den Untersuchungen tatsächlich herauskommt!
    Warum nur verbreitet auch n4t so diffuse Meldungen? Bitte heben Sie nicht wieder auf das Recht der Öffentlichkeit auf Information ab. Warum warten Sie nicht so lange, bis die Faktenlage gaaanz eindeutig ist?

  2. Lieber mehrnachdenken,

    wir berichten ja über ein Faktum: Dass ein Lehrer nämlich wegen genannter Vorwürfe suspendiert wurde. Damit ist die Schuld des Betroffenen natürlich nicht festgestellt, was in der Meldung hinreichend betont wird. Es ist die Aufgabe von Medien, über relevante Sachverhalte zu berichten – und damit nicht zu warten, bis diese „amtlich“ und zweifelsfrei ermittelt sind. Sonst hätten Sie bis heute noch keine Zeile über die Ukraine-Krise gelesen.

    Herzliche Grüße
    Die Redaktion

    • Die Schuld ist nicht festgestellt, sicher, aber es gibt zwangsläufig eine Art von Vorverurteilung, die für den Betroffenden äußerst belastend sein kann. Selbst wenn sich später seine Unschuld herausstellen sollte, kann er in seiner gewohnten Umgebung kaum noch unterrichten.
      Sehen Sie es mir bitte nach, aber ich lehne diese Art der Berichterstattung ab.

      Der Bezug zur Ukraine-Krise erschließt sich mir nun gar nicht oder steht dort auch ein einzelner Mensch im Fokus?

  3. hilarus@t-online.de

    Der Nächste, bitte!

    Glaubt man u.a. selbst ernannten Kinderschützern, so sind unsere Schulen ein regelrechter Hort für erwachsene Schläger und Pädärasten. Die Liste der entsprechenden Vorwürfe gegenüber Lehrern und Erziehern ist schier endlos. So endlos, daß sich niemand traut, darüber eine Statistik zu führen.

    Sieht man sich die Fälle im Einzelnen aber genauer an, so stellt man fest, daß viele dieser Beschuldigungen mehr als fragwürdig sind. Das Pech für die Lehrer: Sie stehen meist unter der Not, ihre Unschuld bzw. den tatsächlichen Hergang nicht beweisen zu können. Jugendlichen bzw. kindlichen Zeugen wird dagegen nur allzu gern Glauben geschenkt, seien ihre Aussagen im Detail auch noch so unglaubwürdig.

    Aber unterstellen wir einmal, die Vorwürfe wären überwiegend wahr. Müßte da nicht der „Dienstherr“ angefangen von der Schulbehörde bis hin zum Ministerium mit der Frage nach dem „Warum“ reagieren? Hat er die falschen Leute eingestellt? Werden Lehrer nicht genügend im Hinblick auf ihre charakterliche Eignung überprüft? Sind die Verhältnisse an unseren Schulen schuld, daß Lehrern „die Hand ausrutscht“ oder sie sich sexuell provoziert fühlen?

    Nichts. Keine Reaktion. So beklagen es auch die o.g. „Kinderschützer“.

    Nehmen wir nunmehr das Gegenteil an, nämlich daß Lehrer häufig nur Opfer einer klischeehaften Vorstellung werden, auf der sich prima Verleumdungen aufbauen lassen.
    Auch hier wagt niemand die Frage nach dem „Warum“.

    Schon gar nicht wird etwas zum Schutz der Lehrer unternommen. Bestenfalls antwortet der Dienstherr als Zeichen seiner „Fürsorgepflicht“ mit Versetzung – notfalls in den Kranken- oder Ruhestand.

    Ansonsten duckt man sich weg.

    Wobei Lehrerverbände und auch die Lehrer selbst da genauso „nicht-reagieren“. Ist da Indolenz am Werke? Oder Ignoranz? Oder Überheblichkeit („Mir wird sowas schon nicht…“)?

    Oder haben es Lehrer schon selbst stillschweigend als eine Art „Berufsrisiko“ akzeptiert, Opfer einer falschen oder übertriebenen Behauptung – oder vielleicht nur ihrer eigenen Nerven – zu werden? Na dann:

    Der Nächste, bitte!

  4. Sie schreiben: “ Jugendlichen bzw. kindlichen Zeugen wird dagegen nur allzu gern Glauben geschenkt, seien ihre Aussagen im Detail auch noch so unglaubwürdig.“
    Ist die Sache nicht noch schlimmer? Wird nicht oft sogar in zunächst harmlose Aussagen von den Erwachsenen Schlimmes hineingelegt, weil man ja gar nicht misstrauisch genug über das Kindeswohl wachen kann und Lehrern bekanntermaßen nicht zu trauen ist?

    • hilarus@t-online.de

      Sie haben – leider – völlig recht. Bespielhaft sei hier nur an die Fälle Nordhorn, Montessori-Kindergarten oder Wormser „Kinderschänder-Ring“ erinnert.
      Es lohnt sich in diesem Zusammenhang auch, die Studie „Schuldig bei Verdacht“ von St. Schulz-Hardt u.a. zu lesen.

      Die Schulbehörden führen in den meisten Fällen gern an, dies sei alles eine Sache des Justizapparates. Aber man muß gar keine allgemeinen Zweifel in dessen Kompetenz zur Wahrheitsfindung hegen (wie z.B. der Journalist Th. Darnstädt, der Politiker Norbert Blüm oder der BGH-Richter R. Eschelbach), um zu erkennen, daß allein schon der mit der Schwerfälligkeit der Justiz- und Ermittlungsbehörden verbundene Zeitverlust bei der Erhebung von Beweisen für die Lehrer zu einem gefährlichen Gemisch von Klischees und mangelnder Beweissicherung werden kann, welches am Ende dazu angetan ist, die psychische und physische Gesundheit sowie die materielle Existenz eines Lehrers oder Erziehers zu zerstören.

      Außerdem sollten sich Lehrer meiner Meinung nach stets darüber im Klaren sein, daß sie der Sack sind, der geprügelt wird, wenn Eltern und Schüler eigentlich den Esel (z.B Schulpolitik) meinen.
      Ist das nun eigentlich pädagogischer Heldenmut – oder Dummheit?

      • Bestimmt kein pädagogischer Heldenmut. Eher eine Mischung aus Feigheit und Dummheit.
        Was hindert die Lehrer bloß daran, ihre Verbände und Gewerkschaften mehr in die Mangel zu nehmen, damit sie sich neben Lohnforderungen auch für andere Dinge einsetzen, die den Lehrern das Leben schwer machen und den Beruf nicht selten zur Hölle?

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