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Sportbund beklagt unklare Bedingungen für Trainer an Ganztagsschulen

STUTTGART. Der Württembergische Landessportbund hat zwei Wochen nach Einführung der Ganztagsgrundschule an das Land appelliert, die Sportvereine besser einzubinden. Seit Wochen seien Musterverträge für Übungsleiter eingereicht. Nun müssten das Kultus- und das Finanzministerium endlich die steuer-, dienst- und arbeitsrechtlichen Regelungen ausarbeiten: «Erst dann können wir Fachkräfte an Schulen einsetzen», sagte der Präsident des Sportbundes, Klaus Tappeser, in Stuttgart.

Sport macht in der Schule offenbar leistungsfähiger. Foto:

Sport macht in der Schule leistungsfähiger. Foto: privat

Auch auf Seiten vieler Grundschulen herrsche bisher noch große Skepsis: «Viele Schulleiter zweifeln an der Zuverlässigkeit der externen Übungsleiter, gerade der ehrenamtlichen», sagte Tappeser. Die Zuschüsse würden oft lieber intern für Lehrerwochen-Stunden verwendet, statt einen Übungsleiter «von außen» zu bezahlen. Mit der Ganztagsschule soll das Sportangebot wachsen. Schulen können bis zu 50 Prozent der ihnen für den Ganztag zusätzlich zugewiesenen Lehrerstellen auszahlen lassen und damit Übungsleiter «einkaufen». dpa

6 Kommentare

  1. Ich bin der Meinung, dass Aufgaben der Schule nicht von externen Mitarbeitern übernommen werden können. Der Staat kann sich dabei nicht aus der Verantwortung ziehen und muss gewisse Lernkriterien einhalten. Ich bin mir nicht sicher, ob externe „Lehrer“ diese Aufgaben so erfüllen können.

    • Widerspruch! Externe Mitarbeiter sind eine Bereicherung, wenn auf ihre seriöse Arbeit geachtet wird. Das hat nichts mit „aus der Verantwortung ziehen“ zu tun. Gerade ehrenamtliche Mitarbeiter sind von großem Wert. Sie tun ihr Werk in der Regel aus Idealismus und nicht aus Verdienstgründen.
      Warum soll die Schule in ihrem eigenen Saft schmoren und sich abschotten gegen die Welt da draußen? Gerade Ganztagsschulen bergen die Gefahr, dass Kinder fast nur noch die künstliche Schulwelt mitkriegen und völlig einseitig aufwachsen.

      • Man muss das mit den externen Mitarbeitern schon differenziert sehen, wie die Zustände in den Asylbewerberunterkünften unlängst zeigten. Ja, das ist kein Schuldienst und ja, das kann man (hoffentlich) nicht wörtlich auf Schulen übertragen. Der Staat darf sich nicht aus allem herausziehen und gleichzeitig seine Kontrollfunktion unterlassen.

        • Mein Eindruck ist, dass sich der Staat keineswegs aus allem herauszieht, sondern sich immer mehr in alles hineindrängt, besonders in die Kinderbetreuung und -erziehung. „Wir brauchen nicht mehr Schule – wir brauchen weniger“, sagt der langjährige und mehrfach preisgekrönte amerikanische Lehrer John Taylor Gatto in seinem Bestseller „Verdummt noch mal!“ (Genius Verlag) Es sorgte in Amerika für heftige Diskussionen.
          Gatto sagt u. a.: „Ein Vampirnetzwerk, wie eine Schule es ist, raubt große Teile an Zeit und Energie, die dafür nötig wären, um echte Gemeinschaft und Familie aufzubauen, und will immer noch mehr…Der Fütterungswahn der formellen Beschulung hat uns bereits ernsthaft in unserer Fähigkeit verletzt, Familien und Gemeinschaften zu bilden, denn uns läuft die Zeit davon, die wir mit unseren Kindern und unsere Kinder mit uns brauchen.
          Wer will leugnen, dass Netzwerke gewisse Aufgaben erledigen können? Das können sie. Aber ihnen fehlt jede Fähigkeit, ihre Mitglieder emotional zu nähren (…)
          Hinter der Absurdität, dass Netzwerke wie Gemeinschaften aussehen (aber keine sind) lauert das groteske Geheimnis der Massenschule, und das ist der Grund, warum eine Ausweitung des Herrschaftsgebietes der Schule den gefährlichen Zustand des sozialen Zerfalls, den sie korrigieren soll, nur verschlimmert.“

  2. Aus der Sicht der Sportvereine kann sich die Sache aber auch so darstellen: Kaum ein Kind, das Unterricht bis 16:00 hat, geht danach noch in einen Verein; die sind platt und wollen auf die Couch. Wenn also die Vereine nicht in die Schule eingebunden werden, ist ihre Jugendabteilung vernichtet. Oder?

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