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WDR 5-Thementag: „Besser für alle? Die Inklusion an unseren Schulen“

DÜSSELDORF. Seit Beginn des neuen Schuljahres in Nordrhein-Westfalen haben Kinder mit Behinderung einen Rechtsanspruch auf einen Platz an einer Regelschule. Bei der Einschulung sowie dem Übergang auf weiterführende Schulen haben Eltern die Wahl: Soll das Kind gemeinsam mit nicht behinderten Kindern unterrichtet werden oder soll es eine Förderschule besuchen? Der WDR 5 Thementag „Besser für alle? Die Inklusion an unseren Schulen“ am 4. September berichtet, wie die ersten Wochen mit der neuen Regelung verlaufen sind und beleuchtet die Neuerung im Bildungssystem gemeinsam mit Hörern, Experten und Beteiligten von verschiedenen Seiten.

Sieht die Inklusion in Nordrhein-Westfalen greifen: Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne). Foto: Alex Büttner

NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) ist im Zuge des WDR 5-Thementages als Gast bei Moderator Holger Beckmann. Foto: Alex Büttner

Von sechs bis neun Uhr schaut das „Morgenecho“, wie Inklusion an einem Gymnasium in Münster im Alltag funktioniert und begleitet vier Kinder mit Behinderungen durch die ersten Schulwochen. In „Neugier genügt“ berichten Schüler, Eltern und Lehrer einer Kölner Schule, wie das gemeinsame Lernen von Kindern mit unterschiedlicher Begabung gelingen kann. Das Kulturmagazin „Scala“ beleuchtet Inklusion in der Kultur, denn Künstler wie Mozart, der wahrscheinlich ein Autist war, konnten oft trotz oder wegen ihres Andersseins erfolgreich sein. Die Wissenschaftssendung „Leonardo“ fragt, wie gut Lehrer auf die gestiegenen Anforderungen vorbereitet werden. „Westblick“, das Landesmagazin, stellt zwei Familien vor, die sich für beziehungsweise gegen die Inklusion entschieden haben. Über Begrifflichkeit und Bedeutung des Wortes „Inklusion“ spricht „Politikum“ mit dem Pädagogen Matthias Burchardt von der Universität Köln. Die Sendung „Funkhausgespräche“ beschäftigt sich mit dem Thema „Menschenrecht oder Bildungskrampf? Schulen und die Inklusion“. Zu Gast bei Moderator Holger Beckmann ist unter anderem die nordrhein-westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann.

 

Titelbild: Screenshot von www.wdr5.de/nrw/index.html

14 Kommentare

  1. Es wäre schön, wenn dieser Tag genutzt würde, um den Zuhörern die GANZE Wahrheit über das inklusive Lernen zu Gehör zu bringen. Wichtigste Voraussetzung dafür scheint mir aber zu sein, AUSGEWOGEN zu berichten und auch den Skeptikern oder Gegnern die Chance zu geben, sich zu äußern.
    Es wäre prima, wenn ich mich irrte, aber ich habe ganz große Zweifel, dass diese Sendung wieder einmal nur ein einziger Lobgesang auf die “schöne neue Welt des Lernens” sein wird.

    • Ich hoffe eigentlich, dass der Lobgesang auf die “schöne neue Welt des Lernens” ein paar Misstöne enthält.
      Sie haben Recht, in der Regel tun die öffentlich rechtlichen Sender alles, um dem Volk eine politisch korrekte Sicht der Dinge zu verpassen. Ob sie sich das bei der Inklusion jedoch noch leisten können, wenn sie nicht zu deutlich als Vasallen auffallen wollen, ist die Frage.
      Meiner Beobachtung nach bläst der Wind der öffentlichen Meinung der Inklusion immer mehr ins Gesicht. Die Gegenstimmen haben sich doch schon einiges Gehör verschafft. Das dürfte der WDR eigentlich nicht ignorieren.

    • ic ömuss ihnen recht geben
      die Bildung unterliegt zurzeit schwerwiegenden HERAUSFORDERUNGEN!

  2. Schön wäre es auch mal zu betrachten, wo es NICHT funktioniert. Wo Behinderte (man redet immer über Behinderte, um schönzufärben – aber es geht um geistig Behinderte oder stark Verhaltensauffällige) zu Witzfiguren oder Sonderlingen degradiert werden. Wo die “normalen” Schüler benachteiligt werden und den Unterrichtsstoff in der Zeit nicht bewältigen können, weil die Behinderten auch sie bremsen. Wo Lehrer heillos überfordert sind, weil sie nicht dafür ausgebildet sind, geistig Behinderte, die mitunter gewalttätig sind zu bändigen. Wo es keine Hilfe von Sonderpädagogen gibt, die STÄNDIG anwesend sind, um auf die Sonderschüler einzugehen, weil kein Geld da ist. Wo Eltern sich beschweren, dass aufgrund der Verzögerung im Lehrstoff, eine zu hohe Divergenz auf weiterführenden Schulen, mit Schülern, die KEINE ohne weniger Sonderschüler in den Klassen hatten.
    So sehr es auch der “political correctness”-Kultur passt, einen reinen Positivbericht als Erwachsenenpädagogik kann man sich dann auch sparen.

    • Sehr berechtigte Hinweise. Richtig, die Irreführung fängt bereits bei der Begriffsbildung an. Leider klammert die Berichterstattung über die Inklusion aber diese Punkte aus naheliegenden Gründen aus. Sh. auch den Link von xxx über das Gymnasium in Münster, das wohl morgen im WDR vorkommt.

  3. Lesen Sie hier:

    http://www.muensterschezeitung.de/staedte/muenster/Bisher-zwei-Klassen-Am-Schillergymnasium-klappt-die-Inklusion-ohne-Brechstange;art993,2024352

    Bisher nur Inklusion in der 5. und 6. Klasse, ob sie auch in höheren Klassen möglich ist, hänge von den Finanzen ab und es müsse noch getestet werden, ob das fachlich funktioniert. Immerhin ist das Gymnasium diesbezüglich sehr offen.

    Nur so nebenbei: Der Niveausprung auf dem Gymnasium von der 6. zur 7. Klasse ist gewaltig, der von der 7. zur 8. noch größer. Wenn die Inklusionsschüler maximal den Hauptschulabschluss schaffen können, ist es eine logistische, personelle und pädagogische Herausforderung, sie im Klassenverband bis Ende Klasse 9 halbwegs erfolgreich mitnehmen zu können.

    • Regierungspräsident Reinhard Klenke: “An der Inklusion geht kein Weg vorbei.” Warum eigentlich nicht?

      Inklusion ist der Deckmantel, unter dem die Befürworter der “Schule für alle” ihren Traum verwirklicht sehen. Er beruht auf der vielleicht sogar bewussten Fehlinterpretation der UN-Behindertenkonvention, die eben nur von Bildungs-Teilhabe für behinderte Menschen spricht. Von “Schule für alle” ist dort nichts zu lesen. Teilhabe haben wir in Deutschland seit über 40 Jahren.
      Ein Blick in Länder wie Frankreich oder Schweden zeigt eindeutig, dass dieses gigantische Schulexperiment mit Milliardeninvenstitionen NUR scheitern kann!
      Warum nur lässt sich Deutschland von einigen Ideologen so an der Nase herumführen??

      • Weil die meisten Bürger aufgehört haben mitzudenken und dadurch dem ideologiesierten Politapparat und seinen Helfershelfern (nicht zuletzt die meisten Medien, vor allem die öffentlich rechtlichen) ideale Möglichkeiten verschaffen, um die Dinge nicht tatsachengerecht, sondern in ihrem Licht darzustellen.
        Ständige einseitige Berieselung macht nun mal Meinung und schafft blindes Vertrauen.
        Da hilft nur Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung. Das Internet ist dafür ein Segen. Da kommen noch Gegenmeinungen vor, und das nicht zu knapp.

  4. Ich halte viel von Inklusion als mögliche Veränderung der Gesellschaft. Kinder lernen von Anfang an, dass nicht alle Menschen gleich sind, dass man aber keine Berührungsängste entwickeln muss.
    Inklusion in einem Schulsystem zu verwirklichen, dass aus dem letzten Jahrhundert stammt, halte ich für kaum möglich und wird aus meiner Sicht auch von der Politik nicht gewollt.
    Eine Möglichkeit wäre, aus jeder Schule von Klasse 1-10 eine Förderschule zu machen, aus jedem Schüler einen individuellen Förderschüler zu machen. Danach gehen dann die Schüler auseinander, einige in die Sek.2, einige in die Ausbildung, einige vielleicht auch in Werkstätten.

  5. Anneliese Berger

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich bitte um Entschuldigung, wenn ich meinen Namen nicht nenne und von einem fremdem Computer schreibe, denn ich bin im öffentlichen Dienst und muß Benachteiligungen erwarten, wenn mein Name bekannt wird. Ich beschränke mich auch auf wenige grundsätzliche Berichte.
    Innerhalb meiner Tätigkeit sehe ich viel Unterricht an vielen Grundschulen. Inklusion ist seit vielen Jahren dort etabliert (Gemeinsamer Unterricht). Körperbehinderungen sind kein Problem in einer Klasse. Emotional gestörte und lernbehinderte Kinder sind das Problem. Zumeist kommt für ein bis zwei Stunden in der Woche eine Sonderpädagogin, in besonders schwierigen Fällen und je nach Stadt ist eine ‘Integrationshelferin’ die meiste Zeit mit in der Klasse.
    In a l l e n besuchten Klassen mit diesen GU-Kindern lag der Rest der Klasse hinter dem bis dahin zu lernenden Lehrstoff zurück.
    Zwei Beispiele, die ich und meine Kolleginnen erlebten als „normalen” Inklusionsunterricht:
    In einer Klasse klemmte sich die Lehrerin den Jungen den Rest der Stunde unter den Arm und ließ ihn nicht mehr los, nachdem er sein Arbeitsblatt zerkleinert und dann mit der Schere versuchte, auf den Mitschüler einzustechen. Die Lehrerin sagte mir nach der Stunde, dass sie gehofft hatte, der zweite Schüler würde nicht ebenfalls ‘austicken’.
    In einer anderen Klasse sind immer zwei Lehrerinnen anwesend, weil ein Schüler von einem Augenblick zum anderen ‘ausrastet’ und mit allem, was gerade greifbar ist, die Mitschüler bewirft oder auf sie einschlägt. Wenn es möglich ist, wird sogar eine dritte Lehrperson in diese Klasse geschickt.
    Ähnliche Beispiele, auch weniger extrem, dafür aber für den Rest der Klasse extrem lernbehindernd, sind an jeder mir bekannten Grundschule mit Inklusion zu finden.
    Ich kann mir vorstellen, dass es für Sie recht unwahrscheinlich klingt, deshalb wäre es gut, wenn Sie selbst recherchieren und der Thematik eine weitere Sendung widmen
    Mit freundlichen Grüßen.

    • Im Tagesgespräch ging es heute bei WDR 5 auch um die “Inklusion”. Es gab viele positive Rückmeldungen von Hörern. Zufall oder Absicht?

      Was mich besonders ärgert ist dieser gebetsmühlenhaft vorgebrachte Satz: “Deutschland hat die UN-Behindertenkonvention unterschrieben. Darin hat sich unser Land verpflichtet, die Inklusion umzusetzen.”

      Hier bei n4t gibt es aber ein Papier einer Elterninitiative, in der diese Grundannahme energisch bestritten und widerlegt wird. Die Inklusionsbefürworter interpretieren in unzulässiger Weise die Konvention in ihrem Sinn.

    • Danke für Ihren ehrlichen Praxisbericht. Solche Schilderungen sind für eine realistische Beurteilung der Inklusion Gold wert. Schade, dass viele Lehrer über ihre Erlebnisse schweigen, weil die Angst vor Sanktionen zu groß ist.
      Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass die Lehrer mehr oder weniger deutlich signalisiert kriegen, dass sie sich in der Öffentlichkeit nicht negativ äußern und negative Erfahrungen preisgeben dürfen.
      Dieser Maulkorb zeigt, dass die Verantwortlichen genau wissen, wie die Inklusionspraxis aussieht mit emotional gestörten und geistig behinderten Kindern. Dennoch wird auf Biegen und Brechen die Sache durchgezogen und ihre bestürzenden Schattenseiten mit Schweigegeboten verheimlicht.

      @Birgit Raphael
      Sie können nur viel von Inklusion halten, weil Sie offensichtlich per schöner Vorstellung urteilen. Jedenfalls klingen Ihre Worte nach reiner Theorie und Phantasie.
      Von solchen Theorien strotzen die Darstellungen von Bildungspolitikern, sog. Experten und Medien. Der Erfolg ist groß. Welch Wunder, wenn die Leute, die es durch Erfahrung besser wissen, also die Lehrer, nicht die Wahrheit sagen dürfen! Tut es doch jemand, greift eine zweite Sicherung: die Diffamierung des “Übeltäters”. Ihm wird Feindlichkeit gegen Behinderte vorgeworfen, die angeblich Ursache seiner Worte ist. Ganz schön infam und menschenverachtend die Vorgehensweise der Inklusions-Ideologen.

    • hilarus@t-online.de

      „In einer Klasse klemmte sich die Lehrerin den Jungen den Rest der Stunde unter den Arm und ließ ihn nicht mehr los, nachdem er sein Arbeitsblatt zerkleinert und dann mit der Schere versuchte, auf den Mitschüler einzustechen.“

      Und dafür ist die Lehrerin nicht wegen Tätlichkeit und/oder Freiheitsberaubung angezeigt worden?

      Manche Menschen haben wirklich mehr Glück als Verstand!

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