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Eltern sollen mehr arbeiten: BA und Arbeitgeber fordern längere Kita-Öffnungszeiten

NÜRNBERG. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will die Erwerbslosigkeit senken, die Wirtschaft hat ein Interesse an qualifizierten Fachkräften. Beide fordern den Ausbau der Kinderbetreuung. Denn das ermöglicht Eltern, (mehr) zu arbeiten.

Am liebsten hätten Arbeitgeber und die BA ein Betreuungsangebot rund um die Uhr. Foto: Markus Grossalber /flickr (CC BY 2.0)

Am liebsten hätten Arbeitgeber und die BA ein Betreuungsangebot rund um die Uhr. Foto: Markus Grossalber /flickr (CC BY 2.0)

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) fordert ebenso wie der Arbeitgeberverband längere und flexiblere Öffnungszeiten in den Kindertagesstätten. «Die oft starren Betreuungszeiten in Kitas passen nicht zur heutigen Lebens- und Arbeitswelt. Wir brauchen mehr Absicherung der Betreuung in Randzeiten und an Wochenenden», kritisierte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt in Nürnberg. Auch Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer betonte: «Wir brauchen mehr hochwertige Kitas, die sich an den Interessen berufstätiger Eltern und den Bedürfnissen der Betriebe orientieren, damit Familie und Beruf besser unter einen Hut zu bekommen sind.»

Viele Menschen, besonders Alleinerziehende, könnten wegen der unzureichenden Betreuung ihrer Kinder nicht oder nicht im angestrebten Umfang arbeiten, sagte Alt. Auch die Unternehmen drängen auf bessere Angebote. «Der Ausbau der Kinderbetreuung, gerade auch in Rand- und Ferienzeiten, ist ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung», erläuterte Kramer in Berlin. Mittelfristig seien deshalb deutlich mehr qualifizierte Betreuer vonnöten.

Nach einer aktuellen Studie der Bundesagentur werden rund 3,29 Millionen Kinder unter sechs Jahren in einer Kindertageseinrichtung oder von Tageseltern betreut (Daten vom März). Ihre Zahl ist in den letzten Jahren – auch durch den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz zum 1. August 2013 – stetig gestiegen. Entsprechend legten auch die Mitarbeiterzahlen in den Kitas in den vergangenen Jahren kräftig zu: Von 382.400 im Jahr 2008 auf zuletzt 527.400. Hinzu kommen knapp 45.000 öffentlich geförderte Tagesmütter und -väter. Die meisten der immer noch fast ausschließlich weiblichen Betreuer und Erzieher arbeiten Teilzeit.

Um die Betreuung in Randzeiten zu verbessern, schlug BA-Manager Alt vor, dass Länder und Kommunen vermehrt Tageseltern ausbilden und vermitteln sollten. Auch müssten Umschuler eine verkürzte Ausbildung machen können. Arbeitgeberpräsident Kramer ergänzte: «Wir benötigen in der Ausbildung zum Erzieherberuf ein höheres Angebot an praxisintegrierten, vergüteten Ausbildungsmodellen anstelle der vollschulischen, zum Teil sogar kostenpflichtigen Ausbildung.» dpa

Zum Bericht: Neue 24-Stunden-Kita in Rostock

4 Kommentare

  1. Also um das noch mal festzuhalten: die Kinder müssen länger in die Kita, damit man für die Eltern längere Arbeitszeiten ansetzen kann? nicht bloß, weil ein Kind zuhause keine Bildung kriegen kann?

  2. Dabei soll dann wohl auch noch das Gehalt der Erzieher/innen und Betreuer/innen bei einem Stand von heute bleiben!! Träumt weiter ihr Arbeitgeber und BA-Chefs!!! Gute Betreuung von Kindern kostet und solange die in diesem Bereich Tätigen nicht anständig entlohnt werden, kann es keine umfassende gute Betreuung geben! Ich schlage vor die Betreuer/innen und Erzieher/innen bekommen das gleiche Gehalt wie ein Professor an der Uni zumindest, aber wie ein Lehrer der Grundschule mit 10 Jahren Berufserfahrung. Dann sollte auch die Qualität der Erziehung/Betreuung steigen.
    Denn Kinder sind unsere Zukunft, da kann und muss der Staat investieren.

  3. Mit Entsetzen habe ich diesen Artikel gelesen und kann dazu nur sagen:

    Dann brauchen Eltern sich wirklich gar nicht mehr um ihre Kinder kümmern:
    Nur noch „machen“, gebären, für Kleidung und ein „bisschen“ Ernährung sorgen, ein Nachtlager bereithalten, überflüssige Spielsachen kaufen, … –> den Rest erledigen unterbezahlte (gar kein Ausdruck!!!) ErzieherInnen, SozialarbeiterInnen, Psychologen (später dann SCHUL- ), Psychotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten, …und was der Fachleute mehr sind! Was ein kinderfreundliches Land … mir fehlen die Worte 🙁

    • So ist es, mir fehlen schon lange die Worte. Eltern sind nur gefragt fürs Arbeitsleben, was aus den Kindern wird, ist egal. Die werden in hochgelobten Masseneinrichtungen großgezogen und keiner fragt nach den Seelenschäden. Diese liefern ja wieder Arbeit für Seelenklempner der verschiedensten Sorte.
      Arme Eltern und noch ärmere Kinder! Und schließlich arme, kranke Gesellschaft!

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