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GEW: „Hochschulfinanzierung bleibt Flickschusterei“

FRANKFURT AM MAIN/BERLIN. Für die Verlängerung des Hochschulpakts war es höchste Zeit, trotzdem: Die Hochschulen bleiben unterfinanziert, so die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft mit Blick auf die Beschlüsse der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern.

„Um immer mehr Studierenden eine gute Ausbildung zu ermöglichen, brauchen die Hochschulen endlich eine verlässliche Finanzierung“, sagt Andreas Keller, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Vorstandsmitglied für Hochschule und Forschung. „Alle paar Jahre wieder müssen die Hochschulen bibbern, ob der Hochschulpakt verlängert wird und damit Studienplätze weiter finanziert werden können.“ Eine langfristige Planung und Gestaltung des Hochschulausbaus gebe es nicht, immer wieder würden Lehrende kurzfristig eingestellt – mit Verträgen, die nur wenige Monate liefen und keine klaren Perspektiven böten. „So bleibt die Hochschulfinanzierung Flickschusterei.“

Blick in einen Hörsaal

Gute Studienbedingungen seien mit den pro Studienplatz zur Verfügung gestellten Mittel nicht möglich, so die GEW. Foto: this.is.seba / flickr (CC BY-SA 2.0)

Nach wie vor gebe es deutlich zu wenige Studienplätze. Außerdem reichten die pro Studienplatz zur Verfügung gestellten Mittel nicht aus, um gute Studienbedingungen zu gewährleisten. Statt den Hochschulpakt besser auszufinanzieren, wollten Bund und Länder eine Neuauflage der Exzellenzinitiative auf den Weg bringen. „Wir brauchen einen Ausbau der Hochschulen und Qualitätsverbesserungen in der Fläche – und nicht weiterhin Leuchttürme für die Spitzenforschung“, so der stellvertretende GEW-Vorsitzende. „Bessere Betreuungsrelationen sowie eine gute Beratung und Begleitung der Studierenden sind auch das beste Mittel gegen Studienabbrüche.“ Wer die knappen Mittel für die Studienplätze weiter beschneide, bewirke das Gegenteil.

Der GEW-Hochschulexperte Keller begrüßt, dass bei der Einstellung zusätzlichen Personals an den Hochschulen der Frauenanteil erhöht werden soll. Die neuen Kolleginnen bräuchten aber auch dauerhafte Perspektiven. Bund und Länder müssten daher Initiativen auf den Weg bringen, um mehr Dauerstellen zu schaffen. Nur so könne der Frauenanteil in der Wissenschaft verlässlich erhöht werden.

Nach Angaben der Hochschulrektorenkonferenz betragen die durchschnittlichen Kosten eines Studienplatzes 7300 Euro im Jahr, drei Viertel der Studierenden würden außerdem nach dem Bachelor ein Masterstudium anschließen wollen, so die Gewerkschaft. Auf dieser Grundlage müsste der Bund nach GEW-Berechnungen pro Studienplatz statt der vorgesehenen 13.000 Euro mehr als 16.000 Euro Zuschuss zahlen. Sonst blieben die neu geschaffenen Studienplätze strukturell unterfinanziert.

Zum Beitrag: Lehrbeauftragte an Hochschulen: Proteste gegen unsichere Jobs und sinkende Honorare
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Titelbild: Montage: News4teachers, Foto: jmm-hamburg / Flickr (CC BY-SA 2.0)

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