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Lehrer und News4teachers-Kolumnist Fileccia: Ich bin ein „Spielverderber“

DÜSSELDORF. Digitale Medien sind auch in Klassenzimmern längst allgegenwärtig. Es gibt kaum Schüler, die ohne internetfähiges Smartphone auskommen müssen. Doch ihr enormes Ablenkungspotential und ihr schlechter Ruf als Sammelstelle privater Daten machen sie nicht unbedingt bei Lehrkräften beliebt. Digitale Medien haben aber auch ihre positiven Seiten: Sie können Spaß machen und den Schulalltag erleichtern – diese Meinung vertritt zumindest Marco Fileccia, Lehrer aus Oberhausen. Seit Anfang 2014 schreibt Fileccia für News4teachers.de seine Medienkolumne „Stammestrommel“. Über seine Arbeit als Kolumnist sprach er mit News4teachers-Autorin Anna Hückelheim:

News4teachers.de: Als Lehrer haben Sie in erster Linie schon einen sehr zeitaufwendigen Beruf. Wieso haben Sie sich zusätzlich entschieden, Kolumnen zu schreiben?

Fileccia: Ich arbeite schon sehr lange – bereits seit meiner Studienzeit – journalistisch und eine Kolumne bietet natürlich sehr verlockende Freiheitsgrade. Mein großes Thema sind die digitalen Medien, deren Kind ich bin! Der Name „Stammestrommel“ stammt von meinem zweitliebsten Philosophen, Marshall McLuhan, der sagte: “The medium is the message.” Genau das trifft den Kern der digitalen Medien, obwohl er in den 50er-Jahren das Fernsehen meinte. Der erste ist übrigens Sloterdijk, der auch sehr kluge Sachen zu digitalen Medien sagt. Lesen Sie mal über die „futuristische Wende“ – es klingt vieles sehr bekannt, wenn man Schüler mit Handys anschaut und ihre Eltern!

Wohin entwickelt sich das Internet? Diese und andere Fragen treibt unseren Kolumnisten Marco Fileccia um. (Foto: privat)

Wohin entwickelt sich das Internet? Diese und andere Fragen treibt unseren Medien-Kolumnisten Marco Fileccia um. (Foto: privat)

News4teachers.de: Wieso vermitteln Sie in Ihren Kolumnen in der Regel eine positive Einstellung gegenüber den digitalen Medien?

Fileccia: Ach? Ich bin positiv? Ich spiele doch immer den Spielverderber, sage immer allen: „Aufpassen!“, „Gehirn einschalten!“ und vor allem „Datenschutz! Datenschutz! Datenschutz!“ Aber es stimmt schon, ich liebe funktionierende Technik und bin ein Kind der 80er und somit mit den ersten digitalen Wellen groß geworden, auch wenn daraus längst ein Tsunami geworden ist. Ich finde es einfach wichtig und für meinen Beruf als Lehrer unabdingbar, mich mit der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen auseinanderzusetzen. Außerdem erlebe ich immer wieder Kolleginnen und Kollegen, die einen archetypischen Kulturpessimismus an den Tag legen, den ich für sehr kontraproduktiv halte. Diese Reflexe gab es bei Büchern (!), Kino, Radio und Fernsehen und die gibt es jetzt wieder. Wichtig ist mir immer, dass wir alle lernen, mit der Technik selbstbestimmt, verantwortungsbewusst und sicher umzugehen. Dann klappt das schon, auch bei jungen Menschen!

News4teachers.de: Woher nehmen Sie Ihre Ideen für die „Stammestrommel“?

Fileccia: Überall her! Ich bin ja (fast) täglich mit hunderten junger Menschen zusammen. Die wissen mittlerweile, dass mich alles Neue immer brennend interessiert und zeigen mir die neuesten Trends: „Herr Fileccia, haben Sie schon gesehen…“

News4teachers.de: Bekommen Sie ab und zu auch Rückmeldungen von Lehrern, die sich im übertragenen Sinn in Ihren Texten wiederfinden?

Fileccia: Leider nein, aber das wäre sehr schön. Also hier der Aufruf: Schreiben Sie mir! Vielleicht höflich und konstruktiv. 😉

News4teachers.de: Was halten denn Ihre Kollegen von Ihrer kreativen Nebenbeschäftigung?

Fileccia: Naja… alle haben immer Angst, sich als Fallbeispiel wiederzufinden, aber sie reden noch mit mir! Vielleicht auch, weil ich – und das meine ich ernst – den harten, anstrengenden und schwierigen Job als Lehrer beziehungsweise Lehrerin immer wieder verteidige!

HIer geht es zu den Texten von Marco Fileccia

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