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Minischulen in Sachsen-Anhalt können bleiben – doch wer finanziert die Sanierung?

MAGDEBURG. Ein fraktionsübergreifender Kompromiss könnte zahlreichen Zwergschulen in Sachsen-Anhalt die Rettung bringen. Statt 80 reicht nun unter Umständen auch eine Zahl von 60 Schülern aus, eine Schule zu erhalten. Bei der Sanierung können sich aber finanzielle Probleme ergeben.

Kleine Grundschulen mit 60 Schülern haben in Sachsen-Anhalt auf dem Land wieder eine Chance. Sein Haus arbeite derzeit an einer Veränderung der Schulentwicklungsplanung, sagte Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) im Landtag in Magdeburg. Das bedeute, dass die Mindestschülerzahl für ländliche Grundschulen mit dem Schuljahr 2017/18 nicht von bislang 60 auf dann 80 angehoben wird, sondern konstant bleibt. Laut Dorgerloh können damit mindestens 27 Grundschulen erhalten bleiben, die sonst nicht ausreichend Schüler hätten vorweisen können. Zuvor hatte es einen Kompromiss aller Fraktionen und des Kultusministers gegeben.

Dorfschule - Die Pläne zur Schließung von Minischulen in Sachsen Anhalt sind heiß umstritten. Auf Basis des jetzt gefundenen Kompromisses könnten 27 Schulen erhalten bleiben. Foto: michael.berlin / flickr (CC BY-SA 2.0)

Die Pläne zur Schließung von Minischulen in Sachsen Anhalt sind heiß umstritten. Auf Basis des jetzt gefundenen Kompromisses könnten 27 Schulen erhalten bleiben. Foto: michael.berlin / flickr (CC BY-SA 2.0)

Linke und Grüne wiesen darauf hin, dass der Kompromiss aus deutlich mehr als nur der Mindestschülerzahl bestanden habe. Die Mindestschülerzahlen etwa hätten bis 2023 festgeschrieben werden sollen, um den Beteiligten vor Ort mehr Verlässlichkeit und Planbarkeit zu bieten. Zudem sollten die Sanierungsmittel aus dem Stark-III-Programm auch für diese kleinen Schulen eingesetzt werden können. Einen entsprechenden Antrag hatten Linke und Grüne in den Landtag eingebracht. SPD und CDU sorgten mit ihren Stimmen dafür, dass das Anliegen in den Bildungsausschuss überwiesen wurde.

SPD-Fraktionschefin Katrin Budde bezeichnete die Sanierung der kleinen Grundschulen mit EU-Geld als nicht umsetzbar. Die Schwierigkeit sei, dass für jede Schule nachgewiesen werden müsse, dass sie garantiert weitere 15 Jahre Bestand habe.

In Sachsen-Anhalt waren erst in diesem Sommer 31 Grundschulen geschlossen worden, weil sie nicht genügend Schüler hatten. (dpa)

zum Bericht: Sachsen-Anhalt: Fraktionen wollen mehr Minischulen erhalten
zum Bericht: Bizarre Aktion im Kampf um Schülerzahlen: Bürgermeister lässt Grundschüler beobachten

Ein Kommentar

  1. Der Erlass könnte ad adsurdum geführt werden, weil das Land nicht für die Sanierung der Minischulen aufkommen möchte und / oder kann. Mit anderen Worten: Liebe Eltern, leider müssen wir die Schule auflösen, weil das Gebäude nicht mehr sicher ist.
    ( Nicht, dass die Gebäude schon seit Jahren vor sich hin verfallen oder so. Das Problem ist gaaaaanz neu und trifft das Land vollkommen überraschend … )

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