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Private Mediziner-Ausbildung startet: Arzt werden für 115 000 Euro

NEURUPPIN. Bisher waren alles nur Planspiele: Jetzt wird die erste private Mediziner-Ausbildungsstätte Brandenburgs nach vierjähriger Vorbereitungszeit ganz real aus der Taufe gehoben.

Die private Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB) steht unmittelbar vor der Gründung. Am Dienstag soll von den Gesellschaftern der Gründungsakt in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) vorgenommen werden, teilte der designierte Dekan Dieter Nürnberg mit. Studienbeginn in den Fächern Humanmedizin und Psychologie (Bachelor) ist für das Sommersemester am 13. April 2015 geplant. Anfang Juli hatte die MHB von der bisherigen rot-roten Landesregierung die Genehmigung erhalten.

«Das Bewerbungsverfahren für die 45 Studienplätze in der Humanmedizin und 42 in der Psychologie ist angelaufen», sagte Nürnberg. Ab Dezember sollen dann die ersten Bewerbungsmappen ins Haus flattern.

Viele Schüler sehen nach der Schuleingangsuntersuchung jahrelang keinen Arzt mehr. Foto: Unbekannt (http://www.defenseimagery.mil; VIRIN: DA-ST-85-12888) / Wikimedia Commons

Angehende Ärzte sollen an die neue teure Hochschule mit Stipendien gelockt werden. Foto: Unbekannt (http://www.defenseimagery.m il; VIRIN: DA-ST-85-12888) / Wikimedia Commons

Finanziert soll die MHB unter anderem über Studiengebühren werden. So würden im Bereich Humanmedizin für das Regelstudium von rund sechs Jahren 115 000 Euro fällig. Im Bachelorstudiengang Psychologie seien es 24 660 Euro.

Nürnberg ist sich sicher, dass trotz der nicht unerheblichen Gebühren die MHB ein Erfolg wird. «Wir hatten im Vorfeld bereits Hunderte Anfragen von Interessenten gegeben», erklärte er.

Schließlich soll jedem Medizinstudenten ein Darlehen in Höhe von 80 000 Euro von MHB-Partnerkliniken angeboten werden. Voraussetzung hierfür sei, dass der Bewerber nach Studienabschluss seine Facharzt-Ausbildung in dem Krankenhaus absolviert, dass das Darlehen gewährt. «In diesem Fall muss das Geld nicht zurückgezahlt werden», erklärte der Mediziner.

So wollen die Ruppiner Kliniken und das Städtische Klinikum Brandenburg/Havel zu Beginn pro Jahr fünf Studienplätze finanzieren. Mit dabei seien auch Kliniken aus Potsdam oder Oranienburg. «Das ist der Versuch, langfristig Mediziner an sich zu binden», erklärte Nürnberg. Denn in der Facharzt-Ausbildung, die sich über einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren erstreckt, würden berufliche und private Bindungen aufgebaut. «Wir hoffen auf einen Klebeeffekt.»

Bis zum Studienstart sollen noch 14 Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter eingestellt werden. Geplant ist, die Humanmedizin in den ersten zweieinhalb Studienjahren in Neuruppin zu konzentrieren. Im Anschluss soll es für anderthalb Jahre nach Brandenurg/Havel gehen. In der Restzeit seien praktische Studienzeiten in den angeschlossen märkischen Kliniken geplant. dpa

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