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Seniorenstudenten – immer mehr Rentner zieht es in die Hörsäle

DRESDEN. Von wegen Ruhestand: Im Alter schreiben sich viele Rentner an einem der Seniorenkollegs ein und drücken die Hörsaalbank. Gefragt sind vor allem die Themen Medizin und Geschichte. Die Nachfrage steigt.

Mit Beginn des neuen Wintersemesters zieht es zahlreiche Senioren in die Hörsäle. «Der Wissensdurst der älteren Generation steigt», sagte der Geschäftsführer der Dresdner Seniorenakademie, Stefan Ritter. Im Wintersemester, das am 6. Oktober beginnt, stehen in der Akademie rund 450 Veranstaltungen auf dem Programm. Mehr als 550 Senioren haben sich für das neue Semester bereits eingeschrieben – der Älteste ist 91 Jahre alt, die Jüngste 46.

Blick in einen Hörsaal

Immer mehr ältere Menschen entscheiden sich für  die Uni. Foto: this.is.seba / flickr (CC BY-SA 2.0)

Ob Führungen, Vorträge, Diskussionsrunden oder Vorlesungen – das Programm ist speziell auf ältere Semester zugeschnitten. Gemeinsam mit etwa 40 Partnern, darunter die TU Dresden, das Deutsche Hygienemuseum und Forschungseinrichtungen, bietet die Seniorenakademie eine breite Palette an Angeboten. Ritter spricht von einer neuen Rentnergeneration. «Viele sind neugierig, interessieren sich für alles.» Nur im Ruhestand zu sein, reiche Vielen nicht. Gefragt seien vor allem Kurse zum Thema sächsische Geschichte.

In Chemnitz haben sich etwa 900 Teilnehmer für das Seniorenkolleg der Technischen Universität eingeschrieben, das nun in das 43. Semester startet. Zu den Vorlesungsthemen zählen unter anderem Berichte über ein Frauendorf in Afrika, richtiges Verhalten nach einem Verkehrsunfall oder die Geschichte der Puppentheater in der Region. Zudem werden Bildungsexkursionen, Internet- und Smartphone-Kurse angeboten.

Auch die etwa 1600 Plätze für das Seniorenkolleg der Leipziger Universität waren schnell vergeben. «Einige stehen noch auf der Warteliste» sagte eine Mitarbeiterin. Die Veranstaltungsreihe umfasst Vorlesungen aus den Bereichen Medizin, Geschichte, Kunstgeschichte, Musik und Sprachwissenschaft. Damit solle auch Senioren der Zugang zu akademischer Bildung ermöglicht werden. «Vielen blieb dafür während des Berufes keine Zeit.»

Wer als rüstiger Rentner gemeinsam mit jungen Menschen die Hörsaalbank drücken will, kann sich auch als Gasthörer für die regulären Vorlesungen einschreiben. Derzeit laufen an Sachsens Unis die Anmeldungen. Im Wintersemester 2013/14 waren an den Hochschulen 1225 Gasthörer eingeschrieben – davon mehr als die Hälfte älter als 60 Jahre. Vor zehn Jahren waren es noch rund 840 Gasthörer, 450 gehörten zur Generation «60 plus». dpa

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