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Stadtschülersprecher bekommt antisemitische Drohungen – und tritt zurück

Zum aktuellen Beitrag: „Der Einfluss der Salafisten steigt“ – jüdischer Schülersprecher tritt nach Drohungen zurück

OFFENBACH. Der Stadtschulsprecher von Offenbach tritt zurück und begründet dies mit antisemitischen Tendenzen in der Schülerschaft. «Ein Großteil hat einen antisemitischen Unterton oder vertritt solche Positionen», sagte Max Moses Bonifer auf Anfrage. Deshalb könne er die Schülerschaft nicht mehr vertreten.

Nach eigenen Angaben wurde Bonifer in der vergangenen Woche auf der Straße in Offenbach mit Mord bedroht, täglich sei er mit Beleidigungen konfrontiert, bestätigte er Berichte der «Frankfurter Rundschau» und von hr-online. Er habe Angst, mit der jüdischen Kopfbedeckung Kippa in die Schule zu gehen. Der Politik in Offenbach warf der Abiturient Desinteresse an der Problematik vor. Als Konsequenz wolle er eine eigene Partei mit Schwerpunkt auf Integrationsthemen gründen. Das 2013 übernommene Amt des Stadtschülersprechers will er am 1. Dezember offiziell niederlegen. dpa

Zum Bericht: Grassiert an deutschen Schulen wieder Antisemitismus?

9 Kommentare

  1. Sollte das stimmen, was ich hier lese, finde ich das sehr traurig und beschämend.

    Menschlich halte ich die Entscheidung des Schülers zwar für verständlich und nachvollziehbar, aber die andere Seite wird sich in ihrem Handeln dadurch nur bestätigt sehen.

    Besser wäre es, wenn sich die Schule demonstrativ hinter den jungen Mann stellen würde. Ggf. müsste auch die Polizei eingeschaltet werden.

    • In Anlehnung an den Kommentar von „Reinhard“ würde ich gerne wissen, wer den Schüler „mit Mord bedroht“ oder täglich beleidigt.

  2. Es ist zu betonen, dass der Antisemitismus natürlich nichts, aber auch gar nichts mit dem Islam zu tun hat, vor allem in Offenbach …

  3. @mehrnachdenken @Reinhard
    Zwischen den Worten, die Sie beide sagen, entdecke ich politisch unkorrektes Denken.
    Natürlich hat Judenfeindlichkeit nichts mit dem Islam zu tun. Was berechtigt Sie zu dieser Vermutung? Mit solchen Verdächtigungen zu spielen, ist moralisch verwerflich und in höchstem Maße empörend.
    Ich muss erst mal noch einen Kaffee trinken, um mein Entsetzen über Sie beide runter zu spülen.

    • @Papa51
      Lesen Sie bitte den Kommentar von „U. Prasuhn“. Vielleicht können Sie Ihren Empörungspegel dann schnell wieder runterfahren. Allerdings müssten Sie jetzt erst recht in sich gehen und Ihre Zeilen reflektieren.
      Einen Zusammenhang zwischen Judenfeindlichkeit und dem Islam generell zu negieren, halte ich mit Verlaub für politisch ziemlich naiv.
      Darum geht’s mir aber in erster Linie überhaupt nicht. Dass ein jüdischer Schüler in Deutschland so massiv bedroht wird, bedrückt mich einfach sehr.
      Gleiches würde ich übrigens auch schreiben, wenn es sich um einen moslemischen Schüler handelte.
      Sie können meinen Zeilen also entnehmen, dass ich mich generell gegen Fremdenhass in Deutschland wehre, ganz egal von wem dieser Hass nun ausgeht.

  4. @mehrnachdenken
    Als bekennende und wertschätzende Leserin der häufig geschmähten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ habe ich in dieser soeben folgende Information gefunden:

    OFFENBACH. Der Schülervertreter der Stadt Offenbach ist von seinem Amt zurückgetreten, nachdem ihn moslemische Jugendliche bedrohten. „Seit dem Gaza-Konflikt im Sommer haben mich arabisch- und türkischstämmige Jugendliche regelmäßig beschimpft, angespuckt und attackiert“, sagte der 18 Jahre alte Max Moses Bonifer gegenüber der Jüdischen Allgemeinen. „Nachdem sie mir auch ‘Wir bringen dich um, Scheiß-Jude’ hinterherrufen, ziehe ich jetzt aus Selbstschutz die Reißleine.“

    http://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2014/juedischer-schuelervertreter-tritt-zurueck/

    • Danke für Ihren Hinweis.

      Schlimm oder geradezu unerträglich finde ich, dass sich die Politik offensichtlich wegduckt. Von der Schule wünschte ich mir auch deutlich mehr Zivilcourage.
      Durch das Totschweigen oder Wegsehen verschärfen sich die Spannungen natürlich noch, und die Übeltäter werden immer dreister.

  5. in den Zeitungen im Internet findet man weitere interessante Einzelheiten, auch zu bisherigen Warnungen Bonifers und der Reaktion der Integrationsbeauftragten.

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