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Von wegen Apple und Co: VW-Konzern lässt sich Forschung am meisten kosten

WOLFSBURG. Apple, Google und Amazon gelten als Motoren für Innovationskraft. Deutsche Firmen taugen dagegen seltener als Symbol für Tempo bei Forschung und Entwicklung. Dabei sprechen die Zahlen der Unternehmensbilanzen eine ganz andere Sprache.

VW, Vorreiter in Sachen Forschung und Entwicklung. Foto: High Contrast / Wikimedia Commons (CC BY 3.0 DE)

VW, Vorreiter in Sachen Forschung und Entwicklung. Foto: High Contrast / Wikimedia Commons (CC BY 3.0 DE)

Deutsche Firmen stecken laut einer Studie mehr Geld in ihre Innovationskraft als weltweit üblich. Demnach legen deutsche Großkonzerne im laufenden Jahr wie schon zuvor bei den Budgets für Forschung und Entwicklung (F&E) deutlich zu: Sie veranschlagten 55,1 Milliarden Dollar (43,4 Mrd. Euro), 11,3 Prozent mehr als 2013. Weltweit sackte der Anstieg der F&E-Ausgaben nach einem Plus von 3,8 Prozent im Vorjahr dagegen ab auf nur noch 1,4 Prozent – ein Bruchteil des Tempos in Deutschland.

Allen voran dominiert auch ein deutsches Unternehmen die Analyse des Beratungsunternehmens Strategy&: Volkswagen lässt sich demnach das Erfinden und Tüfteln so viel Geld kosten wie kein anderer börsennotierter Konzern der Welt. Mit 13,5 Milliarden Dollar (10,6 Mrd Euro) rangiert das aktuelle VW-Jahresbudget für Innovationen vor dem Mischkonzern Samsung aus Südkorea (13,4 Mrd Dollar) sowie den US-Technologieriesen Intel (10,6) und Microsoft (10,4). Die Studie vergleicht 1000 börsennotierte Konzerne.

Methodisch gibt die Studie Auskunft über Summen. Der Erfolg misst sich später, etwa in Patenten. «Hohe Innovationskraft ist der Schlüssel, um individuelle Mobilität noch effizienter und nachhaltiger zu gestalten», sagte Konzernchef Martin Winterkorn. Umweltfreundlichkeit sei dabei ein Maßstab. Kürzlich hatte Winterkorn zum Beispiel gesagt, jedes weitere Gramm CO2-Reduzierung im Abgas koste den Konzern fast 100 Millionen Euro.

Die Rangliste wirft auch ein Schlaglicht auf die Debatte um die Innovationsfähigkeit der deutschen Industrie. «Deutschland verliert den Anschluss an die Weltelite», hatte BDI-Chef Ulrich Grillo vor einem halben Jahr gewarnt. Die Digitalisierung und der Siegeszug des Internets könnten der IT-lastigen US-Industrie in die Karten spielen.

Die Innovationskraft deutscher Autohersteller ist zumindest in der Wahrnehmung von Managern weltweit deutlich zurückgegangen. Schaffte es BMW in einer Studie der Boston Consulting Group (BCG) im vergangenen Jahr noch als einziger deutscher Hersteller unter die ersten zehn innovativsten Firmen weltweit, liegen die Bayern nun auf Platz 18. Die ebenfalls am Dienstag vorgelegte BCG-Umfrage lief unter weltweit 1500 Führungskräften. Auch Volkswagen (Platz 21) Daimler (25) und Audi (28) sackten in dem Ranking deutlich ab.

Ein ähnliches Bild zeigt eine Führungskräfteumfrage bei Strategy&, wonach es eher keinen Zusammenhang gibt zwischen der subjektiven Wahrnehmung als Innovationstreiber und den tatsächlichen F&E-Kosten. Der Umfrage nach sind Apple, Google und Amazon die innovativsten Unternehmen der Welt. Doch nur der Internetriese Google rangiert auch tatsächlich in den Top-Ten der Konzerne mit großen F&E-Ausgaben. dpa

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