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BLLV fordert mehr interkulturelle Schulentwicklung

MÜNCHEN. Die Interkulturalität an den Schulen sei längst Realität geworden und werde in Zukunft auch noch ansteigen, so der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband. Daher sei es dringend erforderlich, Prozesse der interkulturellen Schulentwicklung in Bayern voranzutreiben. „Dieser Entwicklung muss die Politik Rechnung tragen“, fordert die Vizepräsidentin des Verbands, Waltraud Lucic.

In immer mehr Bundesländern werden integriert arbeitende Schulen gegründet. Foto: hepingting / Flickr (CC BY-SA 2.0)

In vielen Schulen in Bayern, besonders in den Grund- und Mittelschulen, treffen laut BLLV Kinder verschiedener Kulturen aufeinander. Foto: hepingting / Flickr (CC BY-SA 2.0)

In vielen bayerischen Schulklassen gehe es laut Bayerischem Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) multikulturell zu. Die Schüler einer Klasse hätten verschiedene kulturelle Hintergründe und Migrationsbiographien. Besonders häufig sei dies in Grund- und Mittelschulen der Fall, doch auch viele Realschulen und Gymnasien würden vielfältiger. „Vielfalt gehört im Schulalltag zur Normalität. Die meisten Schulen sind längst Orte der Integration. Daraus ergeben sich Chancen, aber auch Konflikte, denn nicht überall verlaufen Integrationsprozesse erfolgreich“, so Lucic. Aus ihrer Sicht brauchen die Schulen Unterstützung. Ein aktuelles Beispiel sei die unüberschaubare Zahl zum Teil schwer traumatisierter Flüchtlingskinder, die derzeit in Übergangs- und Regelklassen unterrichtet werden.

„Die Schulen brauchen dringend entsprechende Ressourcen und unterstützende Maßnahmen.“ Ziel müsse sein, Schüler, Eltern und Lehrer für interkulturelle Schulentwicklungsprozesse zu sensibilisieren. Dazu seien Veränderungen im Unterricht und bei Förderangeboten erforderlich. Um die Vielfalt zu fördern, sei es aber auch wichtig, Möglichkeiten zur Vernetzung zu schaffen. „Zum Nulltarif ist das nicht zu haben.“

Vor diesem Hintergrund verweist der BLLV auf eine Fachtagung zur interkulturellen Schulentwicklung in Bayern, die am Samstag, 22. November 2014, in Schloss Fürstenried bei München stattfindet. Veranstalter sind schulische und außerschulische Akteure des Projektes „WERTvoll MITeinander“, das der BLLV mit dem Verband für Interkulturelle Arbeit e.V. (VIA Bayern e. V.) im Rahmen des Wertebündnis Bayern vor drei Jahren ins Leben gerufen hat.

In den vergangenen drei Jahren wurden acht Schulen aller Schularten in ihren unterschiedlichen Prozessen interkultureller Schulentwicklung begleitet, so der Lehrerverband. In Folge dessen wurden in Kooperation mit der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen 15 Lehrer aller Schularten zu Beratern für interkulturelle Schulentwicklungsprozesse ausgebildet. „Wir wünschen uns, dass diese Experten bald in der Praxis eingesetzt werden“, sagt BLLV- Vizepräsidentin Lucic.

Die Fachtagung im November sei ein erster Anstoß. „Nach drei Jahren Projekterfahrung mit Interkultureller Schulentwicklung in Bayern wollen wir das Thema gerade jetzt noch einmal ins öffentliche Bewusstsein bringen. Wir hoffen, dass alle, die am Schulleben beteiligt sind, hellhörig werden. Jeder einzelne kann aktiv etwas dazu beitragen, dass sich Menschen in unserem Land nicht fremd fühlen müssen und Kinder sich unabhängig von ihrer Herkunft in unseren Schulen wohl fühlen und partizipieren können.“

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