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Diskussion fünf Jahre nach Winnenden: Soll Gedenken auch dem Täter gelten?

WINNENDEN. Fünf Jahre nach dem Amoklauf von Winnenden hat die «Stiftung gegen Gewalt an Schulen» eine Debatte darüber angestoßen, künftig auch dem Täter zu gedenken. Die Geschäftsführerin der Stiftung, Gisela Mayer, sagte in Winnenden, sie könne sich vorstellen, in den kommenden Jahren auch dem Täter zu gedenken. Doch es brauche Zeit und sehr viel Behutsamkeit, eine «16. Kerze» anzuzünden. Zudem gibt es Überlegungen, einen Pilgerweg zu planen.

Die Anti-Gewalt-Stiftung wurde am 18. November 2009 anlässlich des Amoklaufs eines Ex-Schülers an der Realschule in Winnenden gegründet. Bei der Tat des 17-Jährigen kamen 15 Menschen ums Leben – zum Großteil waren die Opfer gerade mal 15 oder 16 Jahre alt.

Die Stiftung erhofft sich mehr Spendengeld, um etwa Beratungsstellen für Lehrer und Schüler einzurichten. «Wir würden gerne mehr machen, aber uns fehlen die finanziellen Mittel», sagte der neue Vorstand Dirk Bloksma. Mehrere Programme an Schulen und ein Handbuch für Lehrkräfte zum Thema Gewaltprävention wurden entworfen. An der Universität Gießen werde derzeit an einer Beratungsstelle für Schulleiter und Schüler gearbeitet.

Auch die Stadt unterstützt die Arbeit der Stiftung. Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth (CDU) sagte: «Wir denken an einen Pilgerweg von Wendlingen nach Winnenden.» Zudem organisiert die Stiftung am 17. Dezember in Winnenden das Finale des Songcontests «Gitarren statt Knarren». «Wir haben Einsendungen aus aller Welt erhalten – der Erfolg der Aktion hat uns völlig überrollt», sagte Geschäftsführerin Mayer. dpa

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