G8-Reform: Bayerns Opposition fürchtet zusätzlichen Druck auf Schüler

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MÜNCHEN. Als „merkwürdiges pädagogisches Verständnis“, kritisieren Bayerns freie Wähler die Pläne der CSU, an Gymnasien für Schüler mit pädagogischem Bedarf G9-Züge einzurichten.

Die Opposition hat ihre Kritik an den Zukunftsplänen der CSU für die Gymnasien noch einmal verstärkt. «Ich sehe nichts in dem Konzept, was sich entlastend auf die Schüler auswirken würde», sagte SPD-Bildungsexperte Martin Güll am Donnerstag im Bildungsausschuss. Die CSU will unter anderem beim achtjährigen Gymnasium bleiben, aber G9-Züge ermöglichen. Schüler sollen künftig nach der Unterstufe entscheiden können, ob sie das Abitur nach acht Jahren oder erst nach neun Jahren machen.

Gibt es künftig zwei Geschwindigkeiten auf dem Weg zum Abitur an Bayerns Gymnasien? Foto: Foto: eli.pousson / flickr (CC BY-SA 2.0)
Gibt es künftig zwei Geschwindigkeiten auf dem Weg zum Abitur an Bayerns Gymnasien? Foto: Foto: eli.pousson / flickr (CC BY-SA 2.0)
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Grüne, SPD und die Freien Wähler befürchten, dass mit dem Konzept «Mittelstufe plus» ein zusätzlicher Druck auf die Schüler entstehe. Besonders Schüler mit sogenanntem pädagogischen Bedarf sollen das Gymnasium in neun Jahren machen können. «Das ist ein merkwürdiges pädagogisches Verständnis, wenn man eine Verlängerung nur denjenigen anbietet, die schlecht sind», kritisierte Günther Felbinger (Freie Wähler). Außerdem sei fraglich, wie entschieden würde, wer für G8 und wer für G9 geeignet sei. Tests oder Noten als Grundlage würden die Schüler noch stärker unter Druck setzen.

Die CSU erklärte, die Entscheidung, ob ein Schüler das Gymnasium in acht oder neun Jahren mache, solle vor Ort in den Schulen fallen. Außerdem sei die Wahl zwischen den beiden Formen nicht mit Stigmatisierung verbunden, sagte der CSU-Abgeordnete Otto Lederer. Er verwies darauf, dass auch Schülern das G9 ermöglicht werden soll, die sich neben der Schule sozial engagieren oder die ein Schuljahr im Ausland verbringen möchten. (dpa)

zum Bericht: Was ist „pädagogischer Bedarf“? Spaenle-Brief an Schulen sorgt für Streit ums G9

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