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GEW: „Kinderrechte ins Grundgesetz!“

FRANKFURT AM MAIN. Mit Blick auf den 25. Jahrestag der UN-Kinderrechtskonvention, der am 20. November 2014 gefeiert wird, stellt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fest: „Kinderrechte werden auch in Deutschland noch immer nicht konsequent umgesetzt.“ Die Bildungsgewerkschaft fordert deshalb Bund, Länder und Kommunen auf, alle Gesetze, Verordnungen und Verwaltungsvorgänge in den Bereichen Schule und Kindertagesstätte auf das Wohlergehen von Kindern und jungen Menschen hin zu überprüfen.

Eine kostenlose Kinderbetreuung zu gewährleisten käme weit teurer, als die Abschaffung der Studiengebühren. Foto: grueneberlin / flickr (CC BY-SA 2.0)

Das Wohl der Kinder und Jugendlichen in Deutschland müsse laut GEW viel häufiger im Mittelpunkt stehen. Foto: grueneberlin / flickr (CC BY-SA 2.0)

„Kinderrechte im Bildungswesen umzusetzen, bedeutet zum Beispiel: Kein Kind darf beschämt werden“, sagt Ilka Hoffmann, Vorstandsmitglied in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für den Bereich Schulen. Wenn man diesen Grundsatz ernst nehme, müsse eine Prüfung bei der selektiven Schulstruktur und der Umsetzung der Inklusion beginnen – „und wäre bei Tests und Ziffernnoten noch längst nicht beendet“.

Bei allen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entscheidungen müsse die Frage im Mittelpunkt stehen, ob und was sie zum Wohle der Kinder und Jugendlichen beitragen, so Norbert Hocke, für Jugendhilfe und Sozialarbeit verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied. Dies geschehe in Deutschland jedoch noch viel zu selten. „Kinderrechte gehören ins Grundgesetz.“ Das verleihe dem Anliegen mehr Gewicht, alle Vorschriften zu ändern, die Kindern im Wege stehen – von der frühen Kindheit über die Zeit in der Kita und der Schule bis hin zur Ausbildung.

Vor allem mit Blick auf die Inklusion stünde eine juristische Inventur zur Umsetzung der Kinderrechte an. „Was Kinder mit Behinderungen und deren Familien durchmachen, bis sie an allgemeinbildenden Schulen unterrichtet werden, halte ich für einen Verstoß gegen das Kindeswohl. Von angemessenen Lernbedingungen ganz zu schweigen“, sagt GEW-Vorstandsmitglied Hoffmann.

Als Kinderrechte im engeren Sinn werden die Rechte von Kindern und Jugendlichen bezeichnet. Sie sind in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben, die die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 20. November 1989 verabschiedet hat und die die meisten Staaten der Erde ratifiziert haben. Aus der UN-Kinderrechtskonvention lässt sich eine universelle Verbindlichkeit der Kinderrechte ableiten. Dieser Beschluss war das Ergebnis eines jahrzehntelangen Prozesses nach dem Zweiten Weltkrieg, an dessen Anfang die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte im Jahr 1948 stand.

Deutsche Kinder- und Jugendrechte im weiteren Sinn sind Positionen, wie sie etwa im Sozialgesetzbuch (SGB) VIII, im Jugendgerichtsgesetz (JGG), im Familienrechtabschnitt des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), in Landesschulgesetzen und zum Beispiel im Gesetz über die religiöse Kindererziehung (RKEG) festgeschrieben sind.

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6 Kommentare

  1. “Kein Kind darf beschämt werden“, sagt Ilka Hoffmann, Vorstandsmitglied in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für den Bereich Schulen. Wenn man diesen Grundsatz ernst nehme, müsse eine Prüfung bei der selektiven Schulstruktur und der Umsetzung der Inklusion beginnen – „und wäre bei Tests und Ziffernnoten noch längst nicht beendet“.

    Kann mir mal einer sagen, warum Lehrer diese lebensfremde, bildungs- und erziehungsfeindliche Gewerkschaft wählen?

    • Werden die hoch intelligenten Kinder nicht benachteiligt, wenn sie weit unter ihren intellektuellen Möglichkeiten beschult werden? Wenn man den Forderungen der GEW glaubt, dann nicht.

    • Weil sie trotz der schulpolitischen Vorstellungen einen tarifvertraglichen Partner als Tarifbeschäftigte brauchen, der ihre Interessen gegenüber dem Arbeitgeber vertritt.

  2. Gibt es da keine Alternativen zur GEW? Und brauche ich wirklich eine Gewerkschaft? Es gibt viele Arbeitnehmer ohne Mitgliedschaft.
    Diese Gewerkschaft ist in der Tat wegen ihrer Bildungspolitik eine Katastrophe.

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